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Werkschau Marguerite Duras zum 90. Geburstag

Marguerite Duras, 1914 in Saigon geboren, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts in Frankreich. Leider wird, vor allem in Deutschland, häufig vergessen, dass sie parallel zu ihrem literarischen Schaffen auch als Filmemacherin tätig war: Zwischen 1966 und 1985 drehte sie 17 Filme nach eigens geschriebenen Drehbüchern! Wir widmen ihr eine Filmreihe, die einige Beispiele ihres Schaffens versammelt, das im Zeichen eines beispielhaften Zusammenwirkens von Film und Literatur stand. Die Filme der Duras sind ein "un autre cinéma". Sie reduziert und demontiert die Filmsprache auf wenige, essentielle Momente, auf die einfachsten Elemente. Ihre Filme glichen oft Meditationen oder Beschwörungen, in denen die Bilder wie aufgeladen durch die Kraft des Wortes erscheinen. Die Texte der Filme wurden meist von Marguerite Duras selbst gesprochen und zeichneten sich durch jene Einfachheit und Dichte, aber auch durch eine introspektive und mystische Dimension aus, die alle ihre Texte bestimmte. Zugleich waren diese Filme aber auch radikale Herausforderungen des bestehenden Kinos mit seinem Zwang zum Geschichtenerzählen, sie waren entschiedene Gegenentwürfe von Kino - im Formalen wie im Inhaltlichen und Politischen. Oft zeigen die Bilder scheinbar nichts. Oft erzählen die Stimmen scheinbar nichts. Oft stellen die Figuren keine Personen dar. Die Leere, die Abwesenheit vermag oftmals viel mehr hervorzurufen, als durch eine stimmige Bild-Ton-Beziehung darstellbar ist. Duras' filmisches Schaffen ist als ästhetische Suche zu verstehen, die sich mit den Grenzen von Wort und Bild auseinandersetzt.

 

Hiroshima mon amour · Les Enfants · India Song · Kurzfilmprogramm

 


 

 

Hiroshima mon amour

Regie: Alain Resnais; Drehbuch: Marguerite Duras; Kamera: Sacha Vierny, Takahashi Michio; mit Emanuelle Riva, Eiji Okada u.a.
F 1959 OmeU / 91 Min.

 

Eine Schauspielerin dreht in Hiroshima einen Film über den Frieden. Sie hat dort einen japanischen Liebhaber. Diese leidenschaftliche Liebe erinnert sie an eine alte Liebesbeziehung aus Nevers. Während des Krieges liebte sie dort einen jungen Deutschen, der vor ihren Augen getötet wurde. Sie weiß, dass die Zeit diese japanische Liebe auslöschen wird - so wie sie auch den damaligen Schmerz ausgelöscht hat.

Di., 20.4., 19.30 ciné club mit einer Einführung durch Ludovic Gourvennec & Mathias Schillmöller / Do., 22.4., 21.30

 


 

Les Enfants

Regie: Marguerite Duras; Drehbuch, Dialog: Marguerite Duras, Jean-Marc Turine, Jean Mascolo; Kamera: Bruno Nuytten mit: Pierre Arditi, Martine Chevalier, André Dussolier u.a.
F 1984 OF / 94 Min.

 

Ein Siebenjähriger, der aussieht wie ein Vierzigjähriger, verweigert den Schulbesuch, "weil ich nicht lernen will, was ich nicht weiß".

So., 25.4., 19.45

 


 

India Song

Regie & Drehbuch: Marguerite Duras; Kamera: Bruno Nuytten; mit Delphine Seyrig, Michael Lonsdale u.a.
F 1974 OmeU / 120 Min.

 

Die Geschichte einer Liebe im Indien der dreißiger Jahre, in einer überbevölkerten Stadt am Ufer des Ganges. Zwei Tage dieser Liebesgeschichte werden hier erzählt. Es ist die Zeit des Sommermonsuns.

Di., 27.4., 19.30 / Do., 29.4., 21.30

 


 

Kurzfilmprogramm

 

Les mains négatives, Regie, Drehbuch: Marguerite Duras F 1979 OF / 16 Min.
Paris zwischen 6.45 Uhr und 7.45 Uhr morgens, République, Champs-Elysées, Opéra: Putzfrauen, Prostituierte und Obdachlose gehen ihren alltäglichen Wegen nach.

Césarée, Regie, Drehbuch: Marguerite Duras F 1979 OF / 11 Min.
Paris-Bilder, untermalt von Off-Stimme und Musik. Zwei Kurzfilme mit nicht verwendeten Einstellungen von Le Navire Night.

Aurélia Steiner (Melbourne), Regie, Drehbuch: Marguerite Duras F 1979 OF / 19 Min.

Di., 4.5., 19.30 kino avantgarde

In Zusammenarbeit mit institut français in Deutschland - Bureau du Cinéma (Berlin) und Centre Culturel Français Freiburg



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Zuletzt bearbeitet am 01.04.2004 © aptum1997-2004 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de