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April 2004

 

Tscherkasskys Cinemascope-Trilogie und andere Neuheiten aus Österreich · Abstrakte Bilder Smith & Sharits

 


 

Tscherkasskys Cinemascope-Trilogie und andere Neuheiten aus Österreich

The Closer Look

Realtime, von Siegfried A. Fruhauf; Sound: Christoph Ruschak & Jürgen Gruber Österreich 2002; 4 Min. 30sec

Verdrehte Augen (2. Version), von Dietmahr Brehm; Österreich 2002; 12 Min.

notes on film 01 else, von Nobert Pfaffenbichler; Kamera: Martin Putz; Musik: Wolfgang Fritsch; mit Eva Jantschitsch; Österreich 2002; 6 Min. 30sec.

Moscouw, von Joerg Burger; mit Michaela Moscouw; Österreich 2001 20 Min.

L´Arrivée, von Peter Tscherkassky Österreich 1998; 3 Min.

Outer Space, von Peter Tscherkassky Österreich 1999; 10 Min.

Dream Work, von Peter Tscherkassky; Österreich 2001; 11 Min.

 

Sieben neuere Filme aus Österreich. Vier verschiedene Autoren laden uns zu einer Reise der Bilder ein. Fruhaufs Film REAL TIME: ein ruhiger Beginn, eine Studie über die Zeit anhand eines Sonnenaufgangs, die Inszenierung des Alltäglichen als Essenz der Kinematografie. VERDREHTE AUGEN ist ein neueres Werk eines der großen Altmeisters des österreichischen Avantgarde-Films. Für Brehms Verhältnisse fast ein narratives Werk, ein Drama über Blicke und Sexualität in Brehms typischen "pumpenden" Schwarzweiss-Bilder. Nobert Pfaffenbichlers Werk ist ein Spiel mit Blicken, ein Posieren mit der Kamera, Verweigerung und Hingabe, zaghafter Öffnung und Rückzug. Unterlegt mit einer orchestral wirkenden Musik. MOSCOUW ist dagegen die Begegnung mit einer Person, die sich weigert, sich zu zeigen. Ein Porträt der Fotografin Michaela Moscouw, die wir nur durch ihre eigene Bildern sehen und deren Stimme wir hören... filmen durfte Joerg Burger sie nie! Kreisen alle Filme auf unterschiedliche Art und Weise um Komplexe wie Zeiterfahrung, Sehen und Blicke, so explodiert die Leinwand am Ende regelrecht mit Peter Tscherkasskys geradezu genialer Cinemascope-Trilogie. Tscherkassys Bildertanz beginnt mit L´ARRIVÉ. Eine Hommage an den Beginn des Kinos schlechthin - und wird dann mit OUTER SPACE & DREAM WORK gesteigert in Explosionen des Bilderrausches. OUTER SPACE ist eine filmische Fehlfunktion - die Beschwörung eines Infernos der Vernichtung der Erzählung und deren Illusion in Form einer ungeahnten visuellen Schönheit. DREAM WORK ist ein Traum, Bilder von zwingender Schönheit und doch radikal zufällig, wie ein Traum. Als Grundlage dient ein Ausschnitt aus dem Horrorfilm THE ENTITY. Eine Frau geht schlafen, und der Rausch der Bilder beginnt.

Di., 06.04., 19.30 mit einer Einführung von Wolfgang Lehmann

 


 

Abstrakte Bilder Smith & Sharits

EARLY ABSTRACTION, von Harry Smith USA 1939/56 (ohne Dialog) / 23 Min.

S:TREAM:S:S:ECTIONS:S:ECTION:S:S:ECTIONED, von Paul Sharits USA 1968-71 (ohne Dialog) / 42 Min.

 

 

Obwohl Smith und Sharits zwei völlig unterschiedlichen Generationen angehören, verbindet sie doch einiges. Sie kommen beide von der Malerei, haben einen Sinn für Abstraktion und verbinden ihre Werke oft mit okkulten bzw. mystischen Erfahrungen. Harry Smith (1923 - 1991) war Maler, Plattenproduzent und leidenschaftlicher Sammler von allem Möglichen. Seine hier zu sehenden ersten Filme, an denen er über Jahre hinweg arbeitete, sind auch frühe Beispiele für "handmade" Arbeiten. Filme, deren Bilder nicht mit der Kamera entstehen, sondern durch direktes Bearbeiten des Filmstreifens. Zum Beispiel zeichnete Smith auf das Filmbild Kreise, Quadrate und dergleichen, verbunden mit Schmutz und Staub, der sich auf dem Filmbild abzeichnete. Durch den schnelle Wechsel der Bilder entsteht ein vergnügtes Spiel von Formen und Farben. Ihr improvisierter Charakter entstand durch den Verzicht auf Wiederholungen der Bilder; der Rhythmus orientiert sich oft an Folk- oder Jazzmusik, die Smith auch zur Untermalung für die Filme verwendete. Smith besaß die bedeutendste Sammlung mit früher US-amerikanischer Folkmusik. Sharits (geboren 1943) gehört zu den zentralen Personen der amerikanischen Kunstszene der 60er und 70er Jahre und war auch aktiver Teilnehmer der Fluxus-Bewegung. Sein Film S:S:S:S:S:S ist psychodelisches Kino. Die Bilder entstanden durch Aufnahmen von Wasser, deren Bewegung sich verflüchtigt durch die Übereinanderlegung verschiedener Aufnahmen. Verbunden wird dies mit vertikalen Kratzer und Schrammen in den Filmstreifen. Die Bilder des Filmes durchlaufen eine ständige Veränderung und Verschmelzung, bis die Grenze erreicht ist, um noch etwas unterscheiden zu können. Für Sharits symbolisiert dieser Film auch die beschränkte Zeit unserer Wahrnehmung und unseres Wirkens - im Gegensatz zum Bestand der geologischen Zeit.

Di., 13.4., 19.30 mit einer Einführung von Wolfgang Lehmann

 


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