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Februar 2004

James Benning: Kalifornische Trilogie

James Benning gehört heute zu den führenden Vertretern der US-amerikanischen Filmavantgarde. Seine seit den 90er Jahren geschaffenen Filme bewegen sich auf der Ebene zwischen Dokumentarfilm und strukturellem Kino. Bennings letzten Filme sind Sondierungen von Landschaften und Gebieten.

Seine Narration benötigt aber keine Worte, sie kann sich ganz auf die Kraft der Fotografie verlassen. Bennings Arbeitsmethode ist das Reisen, Suchen und Beobachten, und immer wieder die Rückkehr, um eine Veränderung in der eigenen Wahrnehmung, oder am Orte selber, aufzuspüren und wiederzugeben. Seine Filme sind ein Kino des Sehens und Eintauchens in das filmische Bild.

Nachdem wir im Januar noch einmal den ersten Teil der Kalifornischen Trilogie EL VALLEY CENTRO gezeigt haben, kommen nun die beiden weiteren Filme. Wobei anzumerken ist, dass auch jeder Film für sich alleine steht und als einzelner Film betrachtet werden kann.

 

Kalifornische Trilogie: Los Angeles: Los · Wildnis: Sogobi

 


 

Kalifornische Trilogie: Los Angeles

Los

Regie, Kamera, Ton & Schnitt: James Benning
USA 2000 ohne Text / 90 Min.

 

 

35 x Los Angeles, bzw. der Großraum der Stadt. Kein Touristen-Film und kein Film für Hollywood Fans. Portrait einer Stadt am Rande der Wüste. Eine Ansammlung von verwegener architektonischer Stillosigkeit. Ein Ein- und Abtauchen in eine Megacity, weit weg von europäischer Vorstellung einer städtischen Urbanität. LOS beinhaltet 35 statische Bildaufnahmen, die sich unauslöschlich in die Erinnerung "einbrennen". Er provoziert ein Seh-Erlebnis, als ob man selbst 2 Minuten da gestanden hätte und die Szenarien beobachtete. Bilder von Lastwagen, die schwerfällig eine Bergstraße entlang fahren, Gabelstapler, die Wracks auf einem Schrottplatz umher schwingen oder Frachtschiffe, die in die Werft einlaufen. Die wenigen Bilder, die soziale Räume dokumentieren, führen uns unter anderem in die Besuchsräume einer Strafanstalt, zu Obdachlosen, die sich auf der Straße unterhalten, und Blicke auf Yuppie-Fußgänger beim Überqueren der Arco Plaza. Die Bilder verweisen auch auf die soziale Entfremdung bezüglich der Landschaft von Los Angeles: schichtübergreifend, wenn auch nicht überall in gleicher Weise.

Di., 3.2., 19.30 mit einer Einführung von Wolfgang Lehmann / Sa., 7.2., 21.30 / So., 8.2., 17.30

 


 

Kalifornische Trilogie: Wildnis

Sogobi

Regie, Kamera, Ton & Schnitt: James Benning
USA 2002 ohne Text / 90 Min.

 

 

Das Auge richtet sich auf überflutete Salzmulden - verbranntes Land, ein tobender Fuß, schneebedeckte Bäume, ruhiges Wasser, ein windiger Passweg, gigantische Mammutbäume, der Truckee River, wild wachsende Wüstenblumen, das Yosemite Valley, ein massiges Frachtschiff, ein Sandsturm im Death Valley, Schneesturm in der Sierra...

Sogobi ist ein Wort aus dem Schoschonischen und bedeutet Erde. Mit SOGOBI beendet Benning seine Trilogie über Kalifornien. Nach dem Portrait der Farmen und Agrarindustrie in EL VALLEY CENTRO und dem Raum der Großstadt von Los Angeles in LOS, wendete er sich nun der Natur Kalifornien zu. Wie in den beiden vorangegangenen Filmen bedeutet dies 35 Beobachtungen an 35 Plätzen.

"Ich verbrachte ein Jahr am Ende der Welt und vielleicht bin ich dort dem Portrait eines wahren Orts-Gefühls am nächsten gekommen. Es ist ruhig. Es ist laut. Es ist heiß. Es ist kalt. Es ist windig. Es ist windstill. Es ist feucht. Es ist trocken. Es ist überall. Es ist nirgendwo. Es ist Kalifornien. Es ist Wildnis." (James Benning zu seinem Film SOGOBI)

Di., 17.2., 19.30 mit Einführung von Wolfgang Lehmann / Do., 19.2., 21.30 / Sa., 21.2., 17.30

 


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