Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Mittwochskino: Brasil, 40 Grad

Neues brasilianisches Kino

Brasilien ist hot. Und das nicht nur seines tropischen Klimas oder seiner Musik wegen, sondern auch, weil dort seit ein paar Jahren wieder Filme entstehen, die international für Furore sorgen. Ermöglicht wurde das neue Aufblühen des brasilianischen Kinos durch die Mitte der 90er Jahre eingeführte Gesetz ,lei audiovisal': Firmen können ihre Zuwendungen in die Filmwirtschaft von der Steuer absetzen. Seitdem fließen die Investitionen und die Filmbranche in Brasilien boomt erfolgreich wie lange nicht mehr. Als Erfolgsmeldung ist das mittlerweile auch in Europa mit "City of God" angekommen, Fernando Meirelles fulminantes Ghettoporträt.

Den heutigen Filmemachern geht es weniger als noch den Vertretern des Cinema Novo der sechziger Jahre darum, politisch zu mobilisieren. Weiterhin versuchen sie jedoch einen Ausdruck für das gesellschaftliche Geschehen und für die Lebensumstände ihres Landes zu schaffen. Dies wird mit einer fast anthropologischen Neugier und mit großer Lust am Erzählen getan. Themenvielfalt und das Neuerfinden altbekannter Genres das ist charakteristisch für den jungen brasilianischen Film, bei dem häufig der Nordosten des Landes als eine mythologische Landschaft im Zentrum des Interesses steht. Auch die Großstädte und die sich darin abspielenden ,Krimis' werden sind Thema.

Wir danken für die freundliche Kooperation und Unterstützung von GRUPO NOVO DE CINEMA TV in Rio de Janeiro und dem brasilianischen Kulturinstitut ICBRA in Berlin.

 

Seja o que dues quiser - que serah serah · Radio Favela · Bufo e Spallanzani · Gêmeas · Nordestes - too much Brasil

 


 

Seja o que dues quiser - que serah serah

Regie: Murilo Salles; Buch: Murilo Salles & Joao E. Carneiro; Kamera: Gustavo Hadba; mit Marília Pêra, Rocco Pitanga, Ludmilla Rosa, Caio Junqueira u.a.
Brasilien 2002 OmeU / 90 Min.

 

Früher war es der Samba, heute sind es der Rap und die brasilianische Variante des Funk mit denen sich junge Musiker aus den Favelas ihr Brot verdienen. Das schon oft verwendete Motiv des von einer erbarmungslosen Musikindustrie ausgebeuteten Sambasängers wird in diesem Film neu und verblüffend anders gestaltet.

Ein Rapmusiker aus Rio hat in São Paulo eine Rechnung mit einer Journalistin zu begleichen. Der Weg von Rio und seinen musikalisch oft romantisierten Favelas führt direkt in die Technoclubszene São Paulos, in der sich neureiche und lebenslustige junge Leute vergnügen.

Mi., 3.12. 19.30 / Sa., 6.12. 19.30

Nach der Filmvorstellung am Samstag, 6.12. lädt der Deutsch-Brasilianische Kulturverein DONA FLOR herzlich ein zu brasilianischer Musik und Caipirinha in der Galerie im Alten Wiehrebahnhof.

 


 

Radio Favela

(Uma Onda No Ar)

Regie: Helvécio Ratton; Buch: Helvécio Ratton, Jorge Durán; Kamera: José Tadeu Ribeiro; Musik: Gil Amancio; mit Alexandre Moreno, Babu Santana; Adolfo Moura
Brasilien 2002 OmeU / 92 Min.

 

Heute hat jede brasilianische Favela einen eigenen Radiosender. Zu Beginn der 80er Jahre, während der Militärdiktatur, wurde in einer Favela in Belo Horizonte der erste dieser Piratensender gegründet: ein Exempel für die Selbstbehauptung der Slumbewohner, dem viele andere Favelas nachfolgten.

Inzwischen sind die Piratensender halbwegs etabliert und gehören zur Identität einer jeden Favela dazu. Jorge, der als einziger Farbiger das College in der Stadt besucht, baut mit Hilfe seiner Freunde und seiner Mutter einen Radiosender für die Favela aus Belo Horizonte auf, der ihre eigene Kultur und Musik wiedergibt und den Hörern den Alltag durch Lebenshilfe erleichtert und durch mitreißende Aktionen und Musikevents versüßt. Der korrupten Polizei liefert man Katz und Maus-Spiel. Ein harter Kampf ist es dennoch, bis der Privatsender "Radio Favela" eines der meistgehörten Programme des Landes sendet.

Diese Geschichte des Radio Favela aus Belo Horizonte ist das Gegenstück zu CIDADE DE DEUS. Es geht hier nicht um Gewalt und soziale Auswegslosigkeit, vielmehr versucht der Film zu beschreiben, wie sich die Favela in der Stadt Gehör verschafft und ihre Rechte vertritt.

Mi., 10.12., 19.30 / Do., 11.12., 19.30 / Sa., 13.12., 21.30

 


 

Bufo e Spallanzani

Regie: Flávio R. Tambellini; Buch: Flávio Tambellini; Kamera: Breno Silveira; Musik: Dado Villa-Lobos; mit José Mayer, Tony Ramos
Brasilien 2001 OmeU / 96 Min.

 

Im europäischen Märchen sind die Frösche meistens zum Küssen da, in brasilianischen Legenden versprühen sie Gift. So geht es auch in diesem magischen Großstadtkrimi um das Sekret von Urwaldkröten, das Menschen zu Scheintoten macht. Erzählt wird die Geschichte eines Krimiautors, der als früherer Versicherungsbeamter den Geheimnissen des Krötensekrets auf die Spur gekommen ist. Geschickt werden in diesem Film Erzählebenen und -zeiten, Realität und Magie, Korruption und Armut gegeneinander geschnitten. Einfallsreich und spannend entwirft der Film ein Bild vom Leben in Rio de Janeiro.

Mi., 17.12., 19.30 / Fr., 19.12., 21.30

 


 

Gêmeas

Regie: Andrucha Waddington; Buch: Andrucha Waddington, Nelson Rodrigues; Kamera: Breno Silveira, Musik: Michelle Dibucci;mit Fernanda Torres, Evandro Mesquita, Francisco Cuoco u.a.
Brasilien 1999 OmeU / 75 Min.

 

Rio de Janeiro der 80er Jahre: Die Zwillingsschwestern Lara und Marilena lieben es ihre Geliebten zu verwirren und zu täuschen, indem sie ständig ihre Rollen tauschen. Der verbitterte Vater und die kranke Mutter müssen mit diesen Spielchen leben bis zu dem Moment, in dem ein Geliebter über das Spiel aufgeklärt wird ...

Mi., 7.1. 19.30 / Fr., 9.1. 21.30

 


 

Nordestes - too much Brasil

Regie & Buch: David França Mendes u. Vicente Amorim,
Brasilien 2000 OmeU / 70 Min.

 

Der Nordosten (die "Sertão") Brasiliens als ein fast mythischer Landstrich steht immer wieder im Zentrum des Interesses der Filmemacher. Dieser Dokumentarfilm thematisiert die extremen Migrationsbewegungen aus dem armen Nordostens in die Großstadt São Paulo. Dabei kontrastiert er das Großstadtleben mit dem Leben in der kargen Landregion.

Doch in erster Linie geht es dabei um verschiedene Lebensstrategien - ein Plädoyer für die Lebenskunst!

Mi., 14.1., 19.30 / Fr., 16.1., 21.30

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Brasilianischen Kulturverein DONA FLOR

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 9.11.2003 © aptum1997-2003 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de