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Film des Monats

Scardanelli

Regie & Buch: Harald Bergmann; Fotografie: Rolf Coulanges; Trickzeichnungen & Animation: Thomas Dirsch; Sounddesign: Timothy McLeish; Kompositionen von F. Schubert, W.A. Mozart & J.S.Bach; mit André Wilms, Udo Kroschwald, Geno Lechner, Baki Davrak u.a.
D 2000 112 Min.

 

Der Film zeigt die zweite Lebenshälfte des Dichters Friedrich Hölderlin.

Hölderlin wird in der Tübinger Klinik des Doktors Autenrieth interniert und schließlich, sieben Monate später, als unheilbar und mit einer Lebenserwartung von drei Jahren dem Schreinermeister Ernst Zimmer zur Pflege übergeben. In dessen Handwerkerhaus lebt der Dichter weitere 36 Jahre, betreut von der Tochter Lotte Zimmer in dem kleinen Turmzimmer am Neckar - klavierspielend, zeichnend, weiterdichtend. Als man ihm eine Ausgabe seiner früheren Gedichte bringt, bescheidet er den Besucher: "Ja, die Gedichte sind echt, die sind von mir, aber der Name ist gefälscht! Ich habe niemals Hölderlin geheißen, sondern Scardanelli!"

Die Gedichte, die er weiterhin verfasste, und die der Schreinermeister rollenweise verwahrte, pflegte er in seinen letzten Jahren mit den Worten 'Mit Unterthänigkeit Scardanelli' zu unterzeichnen, bevor er sie seinen Besuchern schenkte. Dem fügte er meist noch ein Datum hinzu, das zwischen dem 3. März 1648 und dem 9. Merz 1940 lag. Die von manchen Psychiatern des 20. Jahrhunderts noch als Beleg für eine katatonische Form der Verblödung gelesenen Texte werden hier in einer filmischen Form aus Musik, Trickanimation und Sprache vorgestellt. Alle Szenen, Dialoge und Zeugenaussagen beruhen auf den überlieferten Berichten.

"Ich bin überzeugt, dass Hölderlin die letzten dreißig Jahre seines Lebens gar nicht so unglücklich war, wie es die Literaturprofessoren ausmalen. In einem bescheidenen Winkel dahinträumen zu können, ohne beständig Ansprüche erfüllen zu müssen, ist bestimmt kein Martyrium. Die Leute machen nur eins draus." Robert Walser

Do., 20.11., 19.30 / Fr., 21.11., 21.30 / Sa., 22.11., 17.30 Di., 25.11., 19.30 / Sa., 29.11., 19.30 / So., 14.12., 21.30



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Zuletzt bearbeitet am 02.11.2003 © aptum1997-2003 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de