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Die Sitze im Alcazar · Im Lauf der Zeit · Cinemania

 


 

Die Sitze im Alcazar

(Les sièges de l’Alcazar)

Regie & Buch: Luc Moullet; Kamera: Richard Copans; Schnitt: Guy Lecorne; mit Olivier Maltinti, Elisabeth Moreau, Sabine Haudepin u.a.
F 1989 OmU / 52 Min.

 

Luc Moullet beschreibt in diesem humoristischen Film die Zustände im Pariser Bezirkskino Alcazar. Der Held des Films, ein Kritiker der Zeitschrift Cahiers du Cinéma, besucht dieses Kino besonders oft, um dort Filme des italienischen Kult-Regisseurs Cottafavi anzusehen. Allerdings hat er mit dem Kino seine Schwierigkeiten: Die Sitze in den ersten Reihen sind meist von Kindern besetzt; Farbfilme laufen oft in Schwarzweiss-Kopien; am Sonntag wird eine Rolle ausgelassen, damit das Programm schneller zu Ende ist. Dagegen protestiert unser Held bei der Polizei. Eines Tages begegnet er im Kino einer Kritikerin, die für die - mit den Cahiers verfeindete - Zeitschrift Positif schreibt. Mit ihr führt er Streitgespräche über Cottafavi und Antonioni. Als die Besitzer des Kinos, ein älteres Ehepaar, genug Geld gespart haben, um sich ein Eigenheim zu kaufen, lassen sie das Kino demolieren. Der Film enthält zahlreiche Ausschnitte aus Arbeiten Cottafavis und anderer Regisseure. Moullet ironisiert in LES SIÈGES DE L’ALCAZAR sowohl die exzentrischen Gewohnheiten der Film-Fanatiker wie die rüde Praxis der Kinobesitzer.

 

Im Vorprogramm:

Anfangszeiten

BRD 1965 12 Min.
Studentenkollektiv der HBK Hamburg

Fr., 13.6., 19.30 / Sa., 14.6., 17.30 / Di., 17.6., 21.30

 


 

Im Lauf der Zeit

Regie: Wim Wenders; Kamera: Robby Müller & Martin Schäfer; Schnitt: Peter Przygodda; Musik: Improved Sound Ltd.
BRD 1976 175 Min.

 

Ein Vorführraum. Rüdiger Vogler repariert einen alten Filmprojektor, und ein Stummfilmmusiker erzählt ihm aus den Tagen von Fritz Langs NIBELUNGEN. Eine Atmosphäre verständnisvoller, aufmerksamer Sympathie umgibt die beiden; der Veteran ist echt, seine Passage authentisch, der Ton original (nicht, wie üblich, nachsynchronisiert) und die Szene eine schöne, verhaltene Hommage an die Gründerzeit des Kinos.

So beginnt das road movie, das zwei Männer mit einem LKW entlang der deutsch-deutschen Grenze führt. Bruno repariert Provinzkinos; Robert, der seiner Ehe entflieht, begleitet ihn. Robert besucht seinen Vater und wirft ihm vor, seine Mutter missachtet zu haben. Als Bruno und Robert schließlich zum ersten Mal über sich nachdenken, endet das in einer Schlägerei. Am nächsten Morgen heftet Robert einen Zettel an die Tür und geht weg: "Es muß alles anders werden".

Ein Film über das Verhältnis der Söhne zu den Vätern, die die deutsche Geschichte repräsentieren, und zugleich eine wehmütige Dokumentation des Niedergangs der Kinokultur in den Dörfern.

Do., 5.6., 21.30 / Fr., 6.6., 19.00 / Sa., 7.6., 21.30 / So., 8.6., 17.30

 


 

Cinemania

Regie, Buch & Schnitt: Angela Christlieb & Stephen Kijak; Kamera: Angela Christlieb; Musik: Stereo Total, Robert Drasnin; mit Jack Angstreich, Eric Chadbourne, William Heidbreder, Roberta Hill, Harvey Schwartz u.a.
USA/D 2002 OmU / 80 Min.

 

Seit 1984 sei er infiziert, sagt Bill. Roberta war nach eigenen Angaben schon immer gefährdet, bevor es sie 1950, mit 14 Jahren, dann ernsthaft erwischte. Über die Ursachen ist sich der ebenfalls angesteckte Jack völlig unklar: "Es ist besser als Sex, es ist sogar besser als Liebe."

Die Rede ist vom Kino, und zur Sprache kommen filmbuffs, fünf New Yorker Kinofreaks, die ihr Leben komplett nach den Laufzeiten von Kinofilmen ausgerichtet haben. "Die entscheidende Frage ist", erklärt Jack, wie er "möglichst viele Filme" schaffe. Vier Vorführungen pro Tag sind keine Seltenheit, sondern gut geplante Routine, und wer das für Wahnsinn hält, hat noch nie auf der Berlinale Kritiker bei der Aufstellung ihres Stundenplans beobachtet, dank dessen sie auch noch einen fünften Film in ihren Tag gequetscht bekommen.

Bill, Roberta, Jack, Harvey und Eric jedoch erhalten dafür keinen Cent; die meisten von ihnen leben von der Sozialhilfe. Sie folgen schlicht ihrer Obsession, und wir ihnen. Leicht schlendert die Montage zwischen den unterschiedlichen Einzelgängern umher.

Der Film zeigt ihren Alltag und mischt diese Bilder mit Filmausschnitten aus Experimentalfilmen (die das Leben in New York zum Thema haben) und auch Hollywood-Klassikern. Die Realität außerhalb des dunklen Kinos ist fast inexistent, ersetzt durch die projizierten Bilder und Fiktionen der Leinwand.

Am Ende sitzen unsere fünf Protagonisten in einer Vorführung ihres eigenen Films und kommentieren sich selbst ein letztes Mal. Ganz schön, findet Jack, aber: "Ich warte auf den sechsstündigen Director’s Cut."

Fr., 6.6., 22.00 / Sa., 7.6., 17.30 / Mo., 9.6., 21.30 / Di., 10.6., 19.30



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Zuletzt bearbeitet am 18.06.2003 © aptum1997-2003 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de