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Mittwochskino: Cine Latino

Vom 7. bis 19. Mai findet das Filmfestival CineLatino in Tübingen statt, das sich, vor zehn Jahren gegründet, mittlerweile zum wichtigsten Forum für die lateinamerikanische Filmkultur in Deutschland entwickelt hat. Mit aktuellen Produktionen, innovativen Erstlingswerken und künstlerisch ambitionierten Filmen bietet CineLatino die einmalige Gelegenheit die vielfältigen Kulturen der Länder Lateinamerikas zu entdecken. Denn nur selten sind die gezeigten Filme in Deutschland zu sehen oder finden gar einen Verleih. Wir freuen uns sehr, zwei Filme aus dem diesjährigen Festivalprogramm auch hier in Freiburg zeigen zu können. BOLÍVAR SOY YO aus Kolumbien von Jorge Alí Triana ist eine Satire über den Anführer der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung Bolívar, eine der mythischen Figuren Lateinamerikas. Beto Brants, renommiert als "enfant terrible" des brasilianischen Kinos, zeigt in O INVASOR, ein von der ersten Sekunde an fesselnder Film, die Verstrickung von Freundschaft und Gewalt in Sao Paulo.

 


Bolívar soy yo · O Invasor

Golfkrieg und kein Ende:

La Guerre du Golfe... Et après!

 


 

Bolívar soy yo

(Bolívar bin ich)

Regie: Jorge Alí Triana; Buch: Manuel Arias, Alberto Quiroga, Jorge Alí Triana; Schnitt: Erick Morris; Kamera: Rodrigo Lalinde; Musik: Osvaldo Montes; mit Robinson Díaz, Amparo Grisales, Jairo Camargo, Fanny Mikey, Gustavo u.a. Kolumbien 2002 OmeU / 93 Min

 

Mit bissiger Ironie schildert BOLÍVAR SOY YO die gewalttätige, grausame, wunderbare und seltsame Welt, in der die Bevölkerung Kolumbiens zu Beginn des neuen Jahrtausends lebt. Santiago, Hauptfigur einer Fernsehserie über das Leben Simón Bolívars, ist wütend über den Schluss der Episode, die ihm einen Tod durch Erschießen aufzwingt - eine ungebührliche Verfälschung der Geschichte. Er verlässt den Dreh-ort und hält sich schließlich selbst für Bolívar. Zwischen geistiger Klarheit und Verwirrtheit schwankend, versucht Santiago das überspannte Drehbuch eines Fiktion und Realität vermischenden Alltags im Lichte des Bolívarismo neu zu schreiben.

Von schwarzem Humor geprägt, ist BOLÍVAR SOY YO mehr als eine Tragikomödie oder eine Hommage an Simón Bolívar, eine der mythischen Figuren Lateinamerikas. Der Film entwirft ein bitterböses Spiegelbild der ko-lumbianischen Realität und ist die idealisierte Suche nach einem Helden für ein Land, das von dauerhaftem Frieden träumt und in dessen Straßen überall Hinweise auf den Libertador zu finden sind.

Jorge Alí Triana erinnert an Bolívars Vereinigungsprojekt, seinen Traum von einem vereinten und mächtigen Großkolumbien, das im diametralen Gegensatz zum heutigen chaotischen Trauerspiel stünde: "Ich glaube, wir müssen unsere Geschichte neu bewerten und Bolívars Ideen wiederentdecken, damit wir einen würdigen, souveränen und unabhängigen Kontinent schaffen können. Zu unserem Unglück ist Bolívars Traum nie Wirklichkeit geworden."

BOLÍVAR SOY YO wurde u.a. in Mar del Plata (Argentinien), beim Filmfestival in Toulouse (Frankreich), in Triest (Italien) und Puerto Rico ausgezeichnet.

Mi., 21.5., 19.30 / Fr.,23.5., 21.30

 


 

O Invasor

(Der Eindringling)

Regie: Beto Brant; Buch: Marcal Aquino, B. Brant & Renato Ciasca; Schnitt: Manga Campion; Kamera: Toca Seabra; mit Marco Ricca, Alexandre Borges, Paulo Miklos, Malu Mader u.a. Brasilien 2001 OmeU / 100 Min.

 

São Paulo: eine von enormen Gegensätzen geprägte Metropole. Hier führen die schon seit Studienzeiten befreundeten Unternehmer Estevao, Ivan und Gilberto zusammen ein Bauunternehmen. Es kommt zu einem Streit zwischen ihnen und Ivan verbündet sich mit Gilberto, um Estevao umbringen zu lassen. Anders als geplant lässt sich dieser Mord jedoch nicht einfach vertuschen. Der angeheuerte Auftragskiller Anísio will sich nicht mehr aus ihrem Leben entziehen. Er verführt Claudia, die Tochter des ermordeten Partners und schafft so seinen gesellschaftlichen Aufstieg in die Welt der Mächtigen. Für Ivan und Gilberto ist er eine ständige Bedrohung, die ihre tiefe Freundschaft vor extreme Situationen stellt.

Beto Brant ist Teil einer neuen Generation von Filmregisseuren, die es geschafft haben die brasilianische Filmszene wiederzubeleben. Viele von Ihnen, so auch Beto Brant, stammen aus der Kurzfilmszene, die sich mittlerweile hauptsächlich den Langspielfilmen widmen. Das "kulturelle marketing" ist für den 39-jährigen Beto Brant die Besonderheit dieser Generation: Mit einfachen und intelligenten Drehbüchern arbeiten, die mit geringem finanziellen und zeitlichen Aufwand im Kasten sind. Mobilität und Rationalität bilden die Grundlage der FilmerInnen.

Mi., 14.5., 19.30 / Do., 15. 5., 21.45
In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Brasilianischen Kulturverein "Dona Flor"

 


 

La Guerre du Golfe... Et après!

(Golfkrieg ... und danach?)

Regie: Borhane Alaouie, Elia Suleiman, Farouk Belloufa, Mustapha Darkaoui, Nejia Ben Mabrouk, Nouri Bouzid Tunesien 1991 OmfU u.OmÜ/101 Min.

 

Der sechsteilige Langfilm LA GUERRE DU GOLF... ET APRÈS! (Golfkrieg . und danach?) ist leider nach zehn Jahren seiner Veröffentlichung wieder beunruhigend aktuell. Sechs arabische Regisseure behandeln in ihren Kurzfilmen den Golfkrieg 1991 und reflektieren über die vom Westen gewaltsam angestrebte "Neue Weltordnung". Welche zukünftige Gestalt soll die Region im Nahen und Mittleren Osten dabei annehmen? Die Stimmen gehören den Filmemachern Nouri Bouzid, Farouk Belloufa, Borhane Alaouie, Neja Ben Mabrouk, Elia Souleiman und Mustapha Darkaoui.

  • Nouri Bouzid: C'est Sheherazade qu'on assassine
  • Borhane Alaouie: Eclipse d'une nuit noire
  • Nejia Ben Mabrouk: A la recherche de Shaima
  • Mustapha Darkaoui: Le silence
  • Elia Suleiman: Hommage par Assassinat
  • Farouk Belloufa: Le suspect

Die tunesische Produktionsgesellschaft Cinétéléfilms, der Filme wie L’homme de cendres, Les sabots en or und Halfaouine zu verdanken sind, lud sechs arabische Filmschaffende ein, einen sechsteiligen Langfilm über das Thema "Golfkrieg . und danach?" zu schaffen. "Welchen Platz wird Arabien auf der Landkarte der neuen Weltordnung einnehmen, von der die Medien bis zum Überdruss berichten?" fragt sich der Produzent Ahmed Edine Attia, davon überzeugt, dass die arabischen Filmemacher "zwischen dem Donnern der Kanonen" und dem "Wortschwall der Medien" vielleicht - oder sogar sicher - ebenfalls etwas zu sagen haben. Er wandte sich an sechs der repräsentativsten Regisseure der gleichen Generation, die für ihr Engagement und ihren zugleich persönlichen und häufig unbequemen Blick bekannt sind. Der Film ist ein Aufruf zum Frieden und eine andere Weise, nein zu sagen zum Krieg auf dem Boden und im Äther. Darüber hinaus ist er eine Antwort der arabischen Kulturschaffenden auf die Desinformation und Meinungsmanipulation, die während des Krieges vom Westen betrieben wurden.

Mi., 7.5., 19.30 / So., 11.5., 19.30 dt. eingesprochen

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 01.02.2003 © aptum1997-2003 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de