Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
Urachstr. 40
79102 Freiburg
Tel. 0761 - 709033

kino@freiburger-medienforum.de

 

 

Die Liebe zum Kino

30 Jahre Kommunales Kino Freiburg

Gründung des Vereins "Arbeitsgemeinschaft Kommunales Kino" im November 1972; in den nächsten Monaten auf Etablierung und Anerkennung zielende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; erste Veranstaltungen, schließlich im Mai 1973 das erste reguläre Monatsprogramm und die Aufnahme des Spielbetriebs, zunächst einmal wöchentlich in der Gewerbeschule II am Friedrichring: Ganz gleich, welches Datum und welches Ereignis man als maßgeblich nimmt, spätestens im Mai 2003 wird das Kommunale Kino Freiburg 30 Jahre alt. Endgültig entscheidend für die Professionalisierung und kulturpolitische Anerkennung war im Herbst 1981 der Umzug in den Alten Wiehrebahnhof und die allmähliche Entwicklung eines vielfältigen Vollprogramms. Hier konnte sich über Jahre das Profil des "anderen Kinos" herausbilden: Filmgeschichte, Unbekanntes und Vernachlässigtes, wieder zu Entdeckendes und Zukunftweisendes; Filme in Reihen, thematisch übergreifende Veranstaltungen in vielen Kooperationen mit anderen Gruppen und Institutionen, Kino mit Gästen und Zielgruppenprogramme. Jährlich 35.000 Zuschauer erreichen wir in über 800 Vorstellungen mit ungefähr 300 verschiedenen Programmen im Alten Wiehrebahnhof.

Das Kommunale Kino steht in Bezug und in einer Reihe mit Theatern, Museen und Galerien, Bibliotheken und soziokulturellen Zentren, wie diese erhalten wir städtische Zuschüsse. Und wie diese ist das Haus, das wir in 22 Jahren zusammen mit der Freien Künstlergruppe zu einem Kulturzentrum gemacht haben, durch die Finanzlage der Stadt und die Änderungen in der Kulturförderung in Turbulenzen geraten: Streichung der Zuschüsse für die Freie Künstlergruppe ("Kunstraum Alter Wiehrebahnhof), leichte, aber schmerzhafte Kürzungen beim Kommunalen Kino selbst, Aufwertung unseres Festivals "freiburger film forum: Ethnologie", Einzug des Literatur Forums Südwest in den Alten Wiehrebahnhof, Nutzungsänderung der Galerie mit Kommunalem Kino als Hauptmieter. 30 Jahre Kommunales Kino Freiburg: Vor das Feiern ist die Arbeit gesetzt. Die neuen Möglichkeiten im Alten Wiehrebahnhof bedeuten für uns zunächst, die von jeher nahezu idealen Räumlichkeiten noch mehr für die thematisch übergreifenden Aufgaben eines nichtgewerblichen Kinos einzusetzen: Begleitende Ausstellungen zu Filmreihen, Diskussionen, Themenabende, Performances, Workshops und medienpädagogische Angebote. Neben den eigenen Veranstaltungen des Literatur Forums Südwest werden wir neue, gemeinsame Programmplätze entwickeln, wird der Alte Wiehrebahnhof in erster Linie zu einem Haus für Film und Literatur.

Diese Grundlinie wird in den nächsten Wochen durch Verträge stabilisiert werden, in den zurückliegenden Monaten haben wir Klarheit über die veränderten Bedingungen im Alten Wiehrebahnhof geschaffen. Klar ist weiterhin das Motiv, das über unserer Arbeit steht: Die Liebe zum Kino. Sie ist auch in der Zeit eines Jubiläums und der Umbrüche die Klammer für eine Filmreihe. Film im Film, Filme über das Kinomachen, Filme über Kinogeschichte, Kinogeschichten. Die Reihe wird im Juni fortgesetzt, das Motto darüber hinaus.

 

Cinema Paradiso · Himmel oder Hölle · Der Vorführ-Effekt / Kurzfilmprogramm · Bellaria - So lange wir leben

 


 

Cinema Paradiso

(Nuovo Cinema Paradiso)

Regie & Buch: Giuseppe Tornatore; Kamera: Blasco Giurato; Musik: Mario Morra; mit Salvatore Cascio, Marco Leonardi, Jacques Perrin, Philippe Moiret; Brigitte Fossey u.a.
I / F 1988 DF / 123 Min.

 

Der Film erzählt aus der Perspektive des kleinen Salvatore, Toto genannt, der in den 40er Jahren in der kleinen sizilianischen Stadt Giancaldo an der Seite des bärbeißigen Filmvorführers Alfredo das Abenteuer Kino erleben darf. Fasziniert von den Bildern und angetan von dem handwerklichen Umgang mit dem Material und den Apparaten, erfährt der aufgeweckte Junge durch seinen väterlichen Freund alles, was irgendwie mit dem Kino zu tun hat.

CINEMA PARADISO ist ein 'volkstümlicher' italienischer Film bester Tradition. Er erzählt aber nicht nur von der wunderbaren Freundschaft zwischen Alfredo und Toto, sondern auch von der zwischen dem Publikum und dem Kinosaal.

Do., 1.5., 21.45 / Fr., 2.5., 19.30 / So., 4.5., 21.45 / Di., 6.5., 21.30

 


 

Himmel oder Hölle

Regie & Buch: Wolfgang Murnberger; Kamera: Fabian Eder; Musik: Robert Stiegler & Kurt Hintermayer; Schnitt: W. Murnberger; mit Adi Murnberger, Johannes Habeler, Lukas Habeler, Ines Ledwinka u.a.
Österreich 1990 75 Min.

 

Ein zehnjähriger Junge wird Anfang der 70er Jahre in einer burgenländischen Ortschaft mit zwei der wohl wichtigsten Tabus moderner Gesellschaften - der Sexualität und dem Tod - konfrontiert.

Wer beim Indianerspielen stirbt, zählt bis Hundert und darf dann weiterleben. Für einen Zehnjährigen ist auch das Leben ein Spiel - nur: Was sind die Regeln? Konfrontiert mit der Sexualität und dem Tod helfen die bekannten Regeln nicht mehr. Übrig bleibt die Frage: Himmel oder Hölle?

In seinem Debüt erzählt Murnberger auch von seiner Kindheit im burgenländischen Wiesen, wo seine Eltern ein Dorfkino betrieben. Dieses Kino ist der Ort des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsenensein. Dieser Film ist ein Film über diesen Übergang - aber auch über das Kino.

Do., 8.5., 21.30 / Fr., 9.5., 19.30 / So., 11.5., 21.30 / Mi., 14.5., 21.30

 


 

Der Vorführ-Effekt

Regie, Buch, Kamera, Gitarre & Bass: Carsten Knoop; Schnitt, Realisation, Effekte, Drums, Geige: Peter Ott; Musik: Immanenzcarsten & Metapeter;
D 2002 55 Min.

 

Über die Projektion am Ende allen Filmschaffens erreicht ein Film die Zuschauer/innen. An dieser winzigen Schleuse, dem Bildfenster, kann die Leistung aller Mitwirkenden, von der Rohfilmherstellung, über Planung, Drehbuch, Ausstattung, Schnitt, bis zur entwickelten Serienkopie hinfällig werden, wenn eine Person im entscheidenden Moment versagt: die FilmvorführerInnen. Der VORFÜHR-EFFEKT bringt Licht in das Dunkel der Vorführ-Räume. Er zeigt die verschiedenen Arbeitsbedingungen, Technik, Geschichte und v.a. die Ansichten der FilmvorführerInnen. Sie zeigen ihre Arbeit, erzählen erfrischend von Missgeschicken und Pannen, die täglich in den Vorführräumen passieren - und dem Publikum oft verborgen bleiben. Geschildert werden Veränderungen und technische Neuerungen in einer sich wandelnden Arbeitsumgebung. Der Protagonist des Films - Carsten Knoop - besucht unterschiedlichste Kinobetriebe: von Multiplexen über Kommunale Kinos, Lichtspielhäuser auf der Hamburger Reeperbahn und Freiluftvorführungen, bis zu einem Kino in der Kirche. Der längst überfällige Blick über und für diejenigen, deren Arbeit gerade darin besteht, nicht bemerkt zu werden.

Weitere Kurzfilme als Begleitprogramm:

Die auf die Nüsse gehn;

Regie: Klaus Stawecki D 1992 15‘20 Min.

Mittwoch ist "Kinotag". Ermäßigte Eintrittspreise und die Massen strömen. Als die Vorstellung läuft, wird der Vorführer mir der Horde allein gelassen ... und findet ein Ventil für seine angestauten Aggressionen.

La Flamme

Regie: R. Dyens F 2000 2 Min.

Deauville, Frankreich in den 30ern: ein Rendezvous zweier Liebender, mit technischen Problemen.

Rattenskat

Regie: Jim Lacy & D. Haude
D 1999 1’40 Min.

Die Untermieter eines gemütlichen, alten Kinos treffen sich nach der Spätvorstellung und philosophieren über die heutige Kinolandschaft.

2 Minute Warning

Regie: Suzie Halewood GB 2000 2’10 Min.

Ein Anti-Kino-Film, gemacht um Lärmjunkies vor dem Hauptfilm zur Ruhe zu bringen ... oder sonst.

Demnächst hier

Regie: Thomas Freundner D 1994 12’30 Min.

Der Film handelt von zwei Menschen, die mit unglaublich viel Herzblut und Einsatz ein kleines Dorfkino in Sachsen-Anhalt betreiben.

Sa., 17.5., 21.30 / Mi., 21.5., 21.30 / Sa., 24.5., 17.30

 


 

Bellaria - So lange wir leben

Regie & Buch: Douglas Wolfsperger; Kamera: Helmut Wimmer; Schnitt: Götz Schuberth; Ton: Joe Knauer; Musik: Hans Jürgen Buchner, Haindling; mit Karl Schönböck, Ernst Weizmann, Baroness Lips von Lipstrill, Heinrich Mosch u.a. D / Österreich 2001 100 Min.

 

Das Kino ist ein Ort der Leidenschaft, ein Raum der Träume, ein Platz für Helden und für die Liebe. Das Kino ist ein Ort für Menschen, die nach der verlorenen Zeit suchen, nach ihrer Jugend, die ihren Hoffnungen hinterherspüren. Douglas Wolfsperger gelang mit BELLARIA - SO LANGE WIR LEBEN eine wunderbare Hommage an das Kino. "Bellaria", so heißt ein Kino in Wien, in dessen Vorstellungen sich eine verschworene Gemeinschaft von Cineasten jenseits der 60 an den "großen" Filmen, wie sie meinen, der dreißiger und vierziger Jahre berauscht. Wolfsperger hat sie liebevoll, aber mit Distanz porträtiert, jene Menschen mit "Vorkriegscharakter", wie sich einer von ihnen vorstellt. In BELLARIA ist das Kino auch ein Monument des Untergegangenen - und wahrscheinlich ist deshalb ein solches Lichtspieltheater auch nur in Österreich möglich.

Do., 22.5., 21.45 / Fr., 23.5., 19.30 / Sa., 24.5., 19.30 / So., 25.5., 17.30

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 01.05.2003 © aptum1997-2003 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de