Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Italienisches Kino

 

Italien Da Capo! · Amarcord · Drei Brüder · Landschaft im Nebel · Liebe 62

 


 

Tonino Guerra — Drehbuchautor, Poet und Maler

Italien Da Capo!

Kino, Wein und Reisen — ein Kulturabend auf den Spuren Federico Fellinis und Tonino Guerras

Nach dem großen Erfolg des Italienabends im Dezember 2000 laden wir zusammen mit dem Oase Verlag und dem Kulturverein Transkultura zu einer Neuauflage ein. Im Zentrum einer Filmreihe, die heute beginnt, steht Fellinis Geschichtenerzähler, der Scriptschreiber, Poet und Maler Tonino Guerra aus der Valmarecchia, der Landschaft zwischen Fellinis Geburtsort Rimini und dem Hochapennin. In dieser kleinen Welt entstanden und entstehen weiter — jetzt in Zusammenarbeit u.a. mit Theo Angelopoulos - die Bilder für die großen Filme. Diese kleine, große Welt steht deshalb auch im Mittelpunkt der heutigen Auftaktveranstaltung.

Wir eröffnen in diesem Zusammenhang aus dem leichthändigen, surrealistischen bildnerischen Werk Tonino Guerras eine Ausstellung mit Originaldrucken auf Papier und Leinwand. Das bildnerische Werk des Künstlers schmückt in diesem Jahr in der Eremitage das Gründungsjubiläum von Sankt Petersburg, aber in Deutschland sind diese Drucke zum ersten Mal zu sehen. Der Freiburger Autor Diethelm Blecking liest anschließend aus seinem neuen Reisebuch "Adria und Hinterland. Ravenna-Rimini-Urbino". Das Buch ist auch eine Hommage an Tonino Guerra, seine Landschaft und sein Projekt der poetischen Orte in der Valmarecchia. Hier fand der Drehbuchschreiber seine "zweite Leinwand". Die poetischen Orte und Guerras Heimatstadt Pennabilli stehen im Zentrum der Lesung. Texte des Künstlers über Deutschland und ein Bericht von Angelopoulos über die Arbeit mit Guerra ergänzen den Vortrag. Im Anschluss lädt eine italienische Delegation aus dem Umfeld des alten Geschichtenerzählers zu Piadina, Wein und Käse ein. Zum Abschluss dieses Abends zeigen wir in einer neuen Kopie Fellinis und Guerras legendären AMARCORD (1975) über ein fiktives Rimini zwischen Faschismus, Sex und Melodram. Wir begegnen noch einmal den beiden Künstlern auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und lernen nebenbei, warum in Rimini und seiner Umgebung heute so viele Diskotheken "Gradisca" heißen.

Sa., 5.4., ab 18.00

18.00  Eröffnung der Ausstellung "Tonino Guerra als Bildender Künstler"
18.15  Lesung: Diethelm Blecking "Adria und Hinterland. Ravenna-Rimini-Urbino"
19.00  Degustation: Kulinarische Spezialitäten des Montefeltro
20.00  AMARCORD
22.30  AMARCORD

Die Ausstellung mit Drucken von Tonino Guerra wird den ganzen April in der Galerie im Alten Wiehrebahnhof zu sehen sein, geöffnet ist sie zu den Kino- und Cafézeiten.

Neben Fellinis AMARCORD zeigen wir bis Anfang Mai eine kleine Reihe von Filmen verschiedener Regisseure, mit denen Tonino Guerra als Drehbuchautor zusammengearbeitet hat: Francesco Rosi, Theo Angelopoulos und Michelangelo Antonioni.

 


 

Amarcord

Regie: Federico Fellini; Drehbuch: Tonino Guerra & Federico Fellini; Kamera: Guiseppe Rotunno; mit Bruno Zanin, Magali Noel u.a.
I/F 1973 OmU / 120 Min.

Der Titel AMARCORD ist aus dem in der Mundart der Romagna zusammengezogenen Satz ‘Io mi ricordo‘ (Ich erinnere mich) entstanden. Tatsächlich spielt der Film in der Vergangenheit, in Fellinis Heimat Rimini, und der Junge Titta steht wohl für den jungen Fellini. Aber ‘nur‘ eine Autobiografie ist dabei nicht herausgekommen. Vielmehr bekennt sich Fellini hier abermals zu einer Subjektivität, die selbst die eigene Vergangenheit aus dem Blickwinkel der Gegenwart zu verändern mag. Diese Optik bestimmt auch die Erzählstruktur des Films, die aufgelöst wird in Anekdoten, Erlebnisse, Erfahrungen und Träume.

Sa., 5.4., 20.00 & 22.30

 


 

Drei Brüder

(Tre fratelli/Trois Frères)

Regie: Francesco Rosi; Buch: Tonino Guerra & F. Rosi; Kamera: Pasqualino de Santis; mit Charles Vanel, Philippe Noiret, Vittorio Mezzogiorno, Michel Placido, Andera Ferréol
I / F 1981 DF / 111 Min.

Nach dem Tod seiner Frau schickt der alte Bauer Donato drei gleichlautende Telegramme an seine Söhne und ruft sie zur Beerdigung in ihre süditalienische Heimat zurück. Raffaele ist Richter und kommt in Begleitung seiner Frau aus Rom, Rocco leitet ein Heim für kriminelle Jugendliche in Neapel, und Nicola, der Jüngste, ist ein Turiner Arbeiter, der von seiner Frau getrennt lebt und mit seiner kleinen Tochter anreist. - In Gesprächen und Traumsequenzen stellt sich das Leben der drei Brüder dar, ihre Sorgen und Ängste, ihre Hoffnungen und Utopien.

Die Probleme der Söhne sind die Probleme des modernen Italien, und, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sie stehen alle im Kontrast zur bäuerlichen Welt des Vaters, die seit Jahrhunderten keine Veränderung zu kennen scheint. Eine innigere Beziehung als zu seinen mit sich selbst beschäftigten Söhnen kann der Vater nur zu seiner kleinen Enkelin aufbauen.

Rosi thematisiert hier den italienischen Nord-Süd-Konflikt, der ein wesentlicher Grund für die soziale und politische Zerrissenheit des Landes ist.

Do., 10.4., 21.45 / Sa., 12.4., 21.30 / So., 13.4., 19.30 / Di., 15.4., 19.30

 


 

Landschaft im Nebel

(Topio stin omichli/Paysage dans le bruillard)

Regie: Theo Angelopoulos; Buch: Tonino Guerra, T. Angelopoulos & Thanassis Valtinos; Kamera: Giorgis Arvanitis; Musik: Eleni Karaindrou; mit Tania Poleologou, Michales Zeke, Stratos Giorgioglou, Dimitros Kaberidis u.a.
Griechenland / F / I 1988 DF / 126 Min.

Zwei Kinder, die 12-jährige Voula und ihr 5-jähriger Bruder Alexander, wissen von ihrer Mutter, dass ihr Vater in Deutschland lebt. Sie kennen ihn nicht, ebenso wenig wissen sie, wo Deutschland liegt. Trotzdem machen sie sich zusammen auf die Reise, um ihn und das gelobte Land zu suchen. Auf ihrer Irrfahrt, bei der sie griechischen Boden nicht verlassen, lernen sie Gut und Böse, Wahrheit und Lüge, Hoffnung und Enttäuschung kennen. Ihre Reise bringt sie zwar nicht dem gewünschten Ziel entgegen, dafür aber dem Erwachsensein.

Mi., 16.4., 21.30 / Do., 17.4., 21.30 / So., 20.4., 19.30 / Mi., 23.4., 21.30

 


 

Tonino Guerra

Liebe 1962

(L'eclisse)

Regie: Michelangelo Antonioni; Buch: M. Antonioni & Tonino Guerra; Kamera: Gianni di Venanzo; mit Alain Delon, Monica Vitti, Francisco Rabal, Lilla Brignone u.a.
F / I 1962 DF / 125 Min.

 

Vittoria, eine reiche Römerin, beendet das Verhältnis mit ihrem Liebhaber Riccardo, fühlt sich danach jedoch verloren und von unbestimmter Seite bedroht. An der Börse lernt sie den jungen Makler Piero kennen und beginnt eine Affäre mit ihm. Obwohl Piero wegen seines aufreibenden Berufes zu einer gefühlsmäßigen Bindung nicht in der Lage ist, bleibt Vittoria bei ihm.

Bemerkenswert ist wieder Antonionis ausgeklügelte Optik, bei der diesmal die Straßen und Plätze des modernen Rom eine besondere Rolle spielen und die Vereinsamung der Figuren unterstreichen.

Do., 1.5., 19.30 / Sa., 3.5., 17.15 / So., 4.5., 19.30 / Mi., 7.5., 21.30

 

 


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