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Film des Monats
April 2003

Auszeit

(L'emploi du temps)

Regie: Laurent Cantet; Buch: Robin Campillo & L. Cantet; Kamera: Pierre Milon; Musik: Jocelyn Pook; mit Aurélien Recoing, Karin Viard, Serge Livrozet, Jean-Pierre Mangeot u.a.
F 2001 OmU / 128 Min.

 

Eigentlich ist alles ganz wunderbar: Vincent und seine Frau Muriel führen ein schön normales Familienleben, mit Kindern, Haus und Garten. Trautes Heim, Glück allein. Was Vincents Frau nicht weiß: Ihr Mann ist seine Stelle als Consultant schon seit Wochen los. Und statt es ihr zu sagen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, gibt er vor, einen neuen Job in Genf bekommen zu haben, einen verdammt verantwortungsvollen sogar, mit hohen EU-Leuten und dergleichen, alles sehr wichtig und diplomatisch und geheim. Aber woher nur das Geld bekommen, das er angeblich weiterhin verdient? Vincent verbringt seine Zeit im Auto, auf Raststätten, in Motels und er lässt sich auf dubiose Geschäfte ein, betrügt seine Freunde, muss immer mehr Lügen, Ausflüchte, Rechtfertigungen erfinden. Ein Teufelskreis, eine Schicksals-Spirale, die sich immer mehr zuspitzt ...

Der krude Prozess der totalen Vereinsamung, der völligen Individuation eines einst in jeder Hinsicht gut gestellten Mannes mittleren Alters, den interpretiert Darsteller Aurélien Recoing auf eindrucksvolle, beklemmende Art und Weise. Alles spielt sich in seinem Gesicht, in seiner minimalistischen Mimik ab. Da ist nichts zu viel, ist es die Reduktion auf das Wesentliche, die auch den inneren Schmerz, die ganze Tragik dieses Mannes nachspüren lässt.

Einige wenige Kurzfilme hat er schon gedreht, der 41-jährige französische Regisseur und Autor Laurent Cantet, und mit RESSOURCES HUMAINES gab er 1999 schließlich sein Spielfilm-Debüt. Mit seinem bisher letzten Film L'EMPLOI DU TEMPS war er 2001 etwa in Venedig, Wien und Toronto, und sogleich kamen die Auszeichnungen, vom Löwen bis hin zum Fipresci-Kritiker-Preis. AUSZEIT, so der nüchterne deutsche Titel, ist ein ungemein dichtes Portrait eines einsamen Mannes, der in einer Welt der (Selbst-) Lügen lebt.

Do., 24.4., 19.00 / Fr., 25.4., 21.45 / Sa., 26.4., 19.45 / So., 27.4., 19.45 / Di., 29.4., 21.45 / Mi., 30.4., 21.30



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