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Mittwochskino - Werkschau des iranischen Filmemachers Mohsen Makhmalbaf

 


Der 1957 in Teheran geborene Mohsen Makhmalbaf ist zusammen mit Abbas Kiarostami der international berühmteste Vertreter des iranischen Kinos.

In seiner Jugend kämpfte Makhmalbaf gegen das Schah-Regime. Er wurde verhaftet und für einige Jahre gefangengehalten. Nachdem er im Zuge der islamischen Revolution freigelassen wurde, wandte er sich der Kunst zu. Anfang der achtziger Jahre schrieb er Kurzgeschichten, Romane, Essays und Theaterstücke und drehte seine ersten Filme. Seither begleitet Mohsen Makhmalbaf mit seinem Filmschaffen kontinuierlich und kritisch die gesellschaftlichen Entwicklungen in Iran. Poetisch, fabulierend und mit Symbolen angereichert, erzählen seine Filme von existentiellen Problemen der Menschen. Oftmals beruhen seine Geschichten auf realen Ereignissen und sind mit Laiendarstellern besetzt, die ihr eigenes Leben spielen. So entstehen in seinen Filmen spannungsreiche Verbindungen zwischen Authentizität und Fiktion, Kunst und Alltag.

Wir freuen uns bei der Werkschau auch den Film THE DAY I BECAME A WOMAN zeigen zu können, dessen Drehbuch Makhmalbaf schrieb. Der Film der iranischen Regisseurin Marziyeh Meskini wurde bisher nur auf internationalen Filmfestivals gezeigt und hat inzwischen zahlreiche Preise gewonnen.

Gabbeh · Die Stille · The Day I Became a Woman · Reise nach Kandahar

 


 

 

Gabbeh

Regie & Buch: Mohsen Makhmalbaf; Kamera: Mahmoud Kalari; Musik: Hossein Alizadeh; mit Abbas Sayyahi, Shaghayegh Jowdat, Hossein Moharrami, R. Moharrami u.a.
Iran 1996 OmU / 75 Min.

 

"Gabbeh" heißen die berühmten, von Nomaden geknüpften persischen Teppiche. Die Motive sind inspiriert vom täglichen Leben der Nomaden: von den Landschaften, die sie durchqueren, von den Liebesgeschichten, von den Festen, von den Schicksalsschlägen, die sie erleiden.

Gabbeh heißt auch die älteste Tochter des Oberhauptes eines Nomadenstammes. Sie möchte heiraten, doch der Vater verweigert ihr seine Zustimmung und vertröstet sie auf einen späteren Zeitpunkt. Immer wieder versucht sie, ihren Liebsten zu treffen, der dem Stamm auf seiner Reise durch Täler und über Berge beharrlich folgt. Einzig der Onkel ist ihr Komplize. Sie steht vor der schwierigen Entscheidung, sich dem Willen des Vaters unterzuordnen, oder zu fliehen.

In wunderschönen, farbkräftigen Bildern erzählt Makhmalbafs Film die Geschichte einer romantischen Liebe und die Geschichte eines verschwindenden Nomadenstammes. - Ein in seiner (scheinbaren) Einfachheit berauschend vielschichtiger Film, eine Hymne an die Farben und das Licht im Südosten Irans: das heimliche Meisterwerk eines radikal neu gedachten Kinos.

Mi., 5.3., 19.30 / So., 9.3., 17.30 / Di., 11.3., 21.30

 


 

Die Stille

(Sokut)

Regie, Buch & Schnitt: M. Makhmalbaf; Kamera: Ebrahim Ghafori; mit Tahmineh Normatovara, Nadereh Abdelajeva, Golbibi Ziadolajeva, Azizeh Mohamadi u.a.
Iran / Tadschikistan / F 1996 OmU / 75 Min.

 

Korshid lebt mit seiner Mutter in einem kleinen Dorf in Tadschikistan inmitten einer atemberaubend farbenprächtigen Landschaft. Doch Korshid kann diese Farben nicht sehen, er ist blind. Er nimmt die Welt durch ihre Gerüche und mit seinen Händen wahr. Seine große Liebe gehört der Musik. Er arbeitet als Instrumentenstimmer in der Stadt. Die Geräusche der Stadt, vor allem das Treiben auf den Basaren, ziehen ihn immer wieder in den Bann. Zum Unwillen seines alten Meisters kommt er so ein ums andere Mal zu spät zur Arbeit. Eines Tages hört er Beethovens fünfte Sinfonie. Fasziniert folgt er dem Musiker durch die Straßen. Als er daraufhin seine Arbeit verliert, macht er sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Musiker...

Wie schon in seinem früheren Meisterwerk GABBEH gestaltet Makhmalbaf auch DIE STILLE zu einem rauschhaften Fest der Farben. Da er an die befreiende Kraft der Kunst glaube, sagt Makhmalbaf, bewege sich sein Filmschaffen hin zu einem poetischen Kino.

Mi., 12.3., 19.30 / Do., 13.3., 21.30 / So., 16.3., 17.30

 


 

The Day I Became a Woman

Regie: Marziyeh Meskini; Buch: Mohsen Makhmalbaf; Kamera: Ebrahim Ghafori & Mohammad Ahmadi; Musik: Mohammad Reza Darvishi; mit Fatemeh Cheragh Akhar, Shabnam Toloui, Azizeh Sedighi u.a.
Iran 2000 OmeU / 74 Min.

 

Drei Episoden, Lebensabschnitte iranischer Frauen: ein kleines Mädchen genießt die letzten Minuten seiner Freiheit als Kind, die ihm als 9-jähriger "Frau" verwehrt werden wird. Ein Fahrradrennen, eine schwarzverhüllte Frau, ein Ehemann und ein Mullah zu Pferd, eine Scheidung, gefolgt vom Aufstand des gesamten männlichen Clans gegen die Rebellin. Eine alte Frau will sich das leisten, was sie ihr ganzes Leben lang nicht hatte.

Mi., 19.3., 19.30 / Do., 20.3., 21.30 / Sa., 22.3., 17.30

In Zusammenarbeit mit TERRES DES FEMMES e.V.

 


 

Reise nach Kandahar

(Safar e Gandehar)

Regie und Buch: M. Makhmalbaf; mit Niloufar Pazira, Hassan Tantai, Sadou Teymouri
Iran / F 2001 OmU / 85 Min.

 

Nafas, eine nach Kanada ausgewanderte Journalistin, erhält einen Brief von ihrer Schwester. Diese ist so verzweifelt über ihr unerträgliches Leben in Afghanistan, dass sie ihren eigenen Selbstmord ankündigt. Daraufhin macht sich Nafas auf den Weg, um illegal nach Afghanistan zu reisen und ihrer Schwester zu helfen. Sie erlebt ein Land, das surreal wirkt, unbewohnbar geworden durch die langen Kriegsjahre und die Taliban.

Der Film KANDAHAR wurde unter schwierigen Bedingungen an der Grenze des Irans zu Afghanistan gedreht. Makhmalbaf hat sich Laiendarsteller direkt vor Ort genommen; das ermöglichte ihm tendenziell einen semidokumentarischen Stil.

Mi., 26.3., 19.30 / Fr., 28.3., 21.45 / So., 30.3., 17.30

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 01.02.2003 © aptum1997-2003 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de