Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
Urachstr. 40
79102 Freiburg
Tel. 0761 - 709033

kino@freiburger-medienforum.de

 

DEKALOG 1-10 Ein Filmzyklus von Krzysztof Kieslowski

DEKALOG 1 - 10

Filmzyklus in zehn Teilen

Regie: Krzysztof Kie´slowski; Drehbuch: Krzysztof Kie´slowski & Krzysztof Piesiewicz
Polen 1988/89 DF / je. ca. 60 Min. (Gesamtlänge 550 Min.)

 

Krzysztof Kieslowski begann seine Filmkarriere als Dokumentarist. Nachdem das kommunistische Regime Polens einen seiner Dokumentarfilme benutzte, um Arbeiter politisch zu verfolgen, wandte er sich dem Spielfilm zu, der, seiner Meinung nach, trotz aller Künstlichkeit die Realität besser darstellen kann. Seine ersten Spielfilme wurden im Westen kaum wahrgenommen. Kieslowski wurde hier bekannt, als zwei seiner Dekalog-Zyklus-Filme als Kinofassung vorgestellt wurden: EIN KURZER FILM ÜBER DAS TÖTEN (1988) und EIN KURZER FILM ÜBER DIE LIEBE (1988).

Der Regisseur Krzysztof Kie´slowski und der Rechtsanwalt und Drehbuchautor Krzysztof Piesiewicz schrieben Ende der 80er Jahre zehn Geschichten für zehn Filme, die in einem zusammenhängenden Zyklus die Zehn Gebote behandeln sollten. 1988/89, in der Zeit der epochalen Umwälzung in Europa, verfilmte Kie´slowski diese zehn Geschichten und schuf damit ein Meisterwerk des polnischen Films.

Das Kommunale Kino zeigt in März und April den kompletten Dekalog-Zyklus in Ergänzung zu Thomas Krupas und Josef Mackerts Inszenierung von Kieslowskis Dekalog im Theater Freiburg.

Der Zyklus - ursprünglich als Fernseh-Serie konzipiert, besteht aus zehn jeweils einstündigen Filmen. Es entstand ein Kanon über die Gültigkeit der zehn Gebote des Alten Testaments im gegenwärtigen Alltag, die Thematisierung heutigen Zusammenlebens in einer Hochhaussiedlung als Handlungsort für Geschichten von Liebe, Tod, Glaube, Leid und Freude. Der Zufall führt Regie, wenn sich die Menschen näherkommen oder Gewalt antun. Gott ist tot, der Sozialismus auch, die Hölle, das sind die anderen. "Der Dekalog ist keine Moralpredigt: Geschichten von vollkommener Alltäglichkeit, sie machen nicht viel Worte, sie moralisieren nicht, sondern reden ganz beiläufig von den wichtigsten Dingen." (Die Zeit)

Die Filme erzählen vom Leben der Menschen, die in einer Stadt, in einer großen Wohnsiedlung leben: "Ich glaube, dass das Leben eines jeden Menschen bemerkenswert ist; es hat seine Dramen und Geheimnisse. (...) Moralisieren liegt mir nicht. Natürlich bezieht sich jeder dieser Filme auf die Sphäre der Moral. Das hat aber nicht mit Geboten und Verboten zu tun. Man könnte es eher so formulieren: passt auf, neben Euch leben andere Menschen. Das, was Ihr tut, betrifft nicht nur Euch, sondern auch die, die Euch nah sind oder auch etwas weiter weg, und deren Anwesenheit Ihr überhaupt nicht vermutet." (Krzysztof Kie´slowski)

Während die katholische Kirche den Dekalog-Zyklus als Inbegriff der von ihr vertretenen Moral interpretierte, sagte Kieslowski über seine Filme: "Wenn ich das Wort Moral höre, muss ich den Raum verlassen" ; auch der Philosoph und Medienwissenschaftler Slavoj Zizek machte in dieser Hinsicht einen klaren Unterschied zwischen Moral und Ethik aus und bemerkte: "Kieslowskis Thema ist die Ethik und nicht die Moral".

Der Inhalt der Filme darf aber die meisterhafte, minimalistische Filmkunst Kieslowskis nicht in den Hintergrund stellen. Die Großeinstellungen betonen das Mysteriöse, das sich dahinter versteckt und die Montage, die nicht unbedingt der logischen Reihenfolge der Sequenzen gehorcht, unterstreicht beispielweise den Anteil des Zufalls im Schicksal der einzelnen Figuren.

Dekalog 1 & 2: Fr., 14.3., 19.30 / Do., 24.4., 21.30

Dekalog 3 & 4: Fr., 14.3., 21.30 / Fr., 25.4., 19.30

Dekalog 5 & 6: Di., 18.3. 19.30 / Sa., 26.4., 17.30

Dekalog 7 & 8: Di., 18.3. 21.30 / So., 27.4., 17.30

Dekalog 9 & 10: Fr., 21.3., 19.30 / Di., 29.4., 19.30

In Zusammenarbeit mit dem Theater Freiburg. Premiere der Inszenierung DEKALOG. DIE ZEHN GEBOTE ist am 7. März im Großen Haus



schreib mir mal! e-mail ans Kommunale Kino
kino@freiburger-medienforum.de
Startseite Kommnunales Kino Freiburg

Zurück zur
Startseite


Zuletzt bearbeitet am 05.03.2003 © aptum1997-2003 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de