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Mittwochskino - Neues Chinesisches Kino

 


Wir setzen unsere Reihe mit neuen Produktionen junger chinesischer RegisseurInnen auch im Februar fort. Seit der 1998 beginnenden Verbreitung von Digitalkameras gibt es eine Bewegung von FilmemacherInnen, die unabhängig von nationalen Filmstudios und unter Umgehung der Zensurbehörden Filme realisieren. Sie zeigen aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Umbrüche in der Volksrepublik, rücken dabei vor allem die Modernisierungsverlierer in den Blick und greifen Tabuthemen wie Prostitution, Drogenkonsum oder Homosexualität auf. Ein einheimisches Publikum findet diese Filme vornehmlich auf DVD, in Clubs oder Seminaren.

Leave Me Alone · Reise in die Hoffnung · Mondfinsternis

 


 

 

Leave Me Alone

(Wo bu yao ni guan)

Regie, Kamera, Ton & Schnitt: Hu Shu
China 2001 OmeU / 70 Min.

 

Hu Shu lebte ein Vierteljahr lang in einer Wohngemeinschaft mit drei Prostituierten und ihrem heroinsüchtigen Liebhaber zusammen. Er filmte sie zu Hause beim Drogenkonsum, Feiern und Streiten sowie während der Arbeit auf dem Straßenstrich, in Nachtklubs und einem Bordell, das wie üblich in China als Friseursalon getarnt ist. So entstand ein hautnahes Porträt junger Erwachsener um die 20, die in der Hoffnung auf Glück und Geld vom Land in die Stadt ziehen und im kriminellen Milieu bald ihre Illusionen verlieren.

Mi., 5.2., 19.30 / Fr., 7.2., 21.30

 


 

Reise in die Hoffnung

(Xi wang zhi lü)

Regie, Buch & Schnitt: Ning Ying; Kamera: Ning Ying & Guo Gang
China 2001 OmeU / 56 Min.

 

Jedes Jahr, im August und September, verlassen tausende Landarbeiter Sichuan und begeben sich auf eine 3000 km lange Zugreise. Drei Tage und zwei Nächte fahren sie in Richtung Westen, zur Autonomen Region Xinjiang. Hier müssen endlose Baumwollfelder abgeerntet werden, eine schwere, aber ganz gut bezahlte Arbeit. Die meisten verlassen ihre Dörfer zum ersten Mal, viele sind noch nie mit der Bahn gefahren. Die durch ihre Spielfilme (ON THE BEAT, I LOVE BEIJING) auch hierzulande schon bekannte Regisseurin Ning Ying untersucht dieses relativ neue Phänomen der Migration innerhalb Chinas und zeigt die Massen von Menschen, die sich auf diese beschwerliche und oft ungewisse Reise begeben. Zum ersten Mal kommen hier in einem Dokumentarfilm chinesische Landarbeiter aus ärmlichen Gegenden in der Mitte Chinas zu Wort - sie sprechen offen und ehrlich über ihr Leben.

Ning Ying: "Vor ungefähr einem Jahr entschloss ich mich, eine lange Zugreise durch China zu unternehmen. Dabei wurde meine Aufmerksamkeit sofort auf die Massen von Landarbeitern gelenkt, die sich auf eines der großen Abenteuer unserer Zeit wagen: die innere Migration. Nachdem ich mit ihnen gesprochen hatte, überraschte mich vor allem, dass die meisten diese Reise nicht nur, wie man annehmen könnte, aus wirtschaftlichen Gründen antraten, sondern auch mit dem Wunsch, ihren Horizont zu erweitern und eine neue Welt zu sehen."

Mi., 12.2., 19.30 / Fr., 14.2., 21.30 / Sa., 15.2., 17.30

 


 

Mondfinsternis

(Yue Shi)

Regie: Wang Quan’an; Buch: Wang Quan’an; Kamera: Gao Fei; Musik & Ton: Zhang Yang; Schnitt: Dayyan Eng; mit Yu Nan, Wu Chao, Hu Xiaoguang u.a.
China 1999 OmeU / 94 Min.

 

Während einer Autotour lernen die frisch verheiratete Ya Nan und ihr Mann Guohao den jungen Fotografen Xiaobin kennen, der behauptet, eine Bekannte zu haben, die genau wie Ya Nan aussieht. Tage später ruft Xiaobin Ya Nan an und fragt sie, ob er ihr Fotos geben dürfe, die er heimlich von ihr aufgenommen hat. Sie fragt ihn nach dem Mädchen, das ihr angeblich so ähnlich ist, und er beginnt, ihr die Geschichte von Jia Niang zu erzählen. Eine Woche lang treffen die beiden sich regelmäßig, und Ya Nans Neugier wächst mit jedem Tag. Xiaobin erzählt davon, wie er Jia Niang begegnete, einer viel versprechenden jungen Schauspielerin, die seelisch erkrankt war, und die er rettete...

Wang Quan’an: "MONDFINSTERNIS ist kein Film, der den traditionellen Ansprüchen an Vollkommenheit entspricht. Solche Filme gibt es in China und im Ausland schon zur Genüge. Ich hoffe vielmehr, dass mir ein Film geglückt ist, der voll von Intuition ist und der sich vor allem sehr darum bemüht, seiner eigenen Individualität gegenüber loyal zu sein. Die chinesische Gesellschaft erfuhr in den letzten zwanzig Jahren einen drastischen Wandel... Sie ging durch Zorn, Widerstand und Kompromisse hindurch, bis ihre letzte Lebenskraft nur noch ein zersplittertes Fragment war. Der Körper jubelte beim Genuss materieller Güter, die Seele aber litt unter dieser Zersplitterung. So würde ich den Zustand der Lebensenergie der Chinesen beschreiben, und zugleich sind dies auch die Lebensumstände, die der Film zeigt."

Mi., 26.2., 19.30 / So., 2.3., 21.30

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 01.02.2003 © aptum1997-2003 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de