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Film und Diskussion

 


Der Islam: Meine Identität oder mein Fluchtgrund? · Deutscher Kulturfilm und NS-Ästhetik

 


 

 

Der Islam: Meine Identität oder mein Fluchtgrund?

Regie, Buch & Schnitt: Pantea Bahrami; Kamera & Ton: Mehrdad Bashalnely
D 2001 45 Min.

 

Der Film dokumentiert die Lebensentwürfe von sechs Musliminnen aus verschiedenen islamischen Ländern, die in Deutschland leben. Einige der Protagonistinnen sind mit dem Islam aufgewachsen, andere sind erst später konvertiert. Die Frauen werden nach dem Islam, nach der Identität als Muslimin, nach der realen Situation und den Auswirkungen im Alltag gefragt. Ihre Antworten entsprechen ihren Erfahrungen mit der Religion und ihrem Umgang mit dem Islam. Ein intimer Blick auf die Lebensgeschichten dieser Musliminnen, der eine differenzierte Auseinandersetzung ermöglicht.

Mi., 19.2., 19.30

Nach dem Film: Diskussion mit der Regisseurin Pantea Bahrami und Vertreterinnen einer muslimischen Mädchengruppe aus Freiburg. In Zusammenarbeit mit der AusLÄNDERinitiative Freiburg e.V.

 


 

Deutscher Kulturfilm und NS-Ästhetik

Vom Hirschkäfer zum Hakenkreuz

Ein Filmessay von Oliver Lammert und Madeleine Dewald; mit Lutz Dammbeck, Marie-Christine Kamke, Florian Bruchhäuser, Josef Klumb, Alfred Schobert, Walter Frentz, Peter Herger und Heinrich Meybohm
D 2001 80 Min.

 

VOM HIRSCHKÄFER ZUM HAKENKREUZ erzählt in einer materialreichen, assoziativen Montage von der grenzenlosen Möglichkeit, Bilder zu manipulieren und mit Bildern zu verführen.

"Es gibt Filme, die muss man wie ein Vexierbild drehen und wenden, um immer wieder neue Perspektiven auf ein Thema zu erhalten. Ein solches Bild ist der Film VOM HIRSCHKÄFER ZUM HAKENKREUZ. Der Film springt munter vor sich hin, schafft assoziative Bedeutungsketten und landet doch immer wieder beim eigentlichen Thema: dem deutschen Kulturfilm, der es tatsächlich geschafft hat, eine Brücke zwischen dem Panzerinsekt und den gepanzerten Mythen des Nationalsozialismus herzustellen. Überraschend ist es schon, dass in der deutschen Kunstproduktion in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ausgerechnet der formal anspruchsvolle Kulturfilm der Avantgardisten um die Gruppe "La Sarraz" im Nationalsozialismus zur Blüte gelangen konnte. Anders als in Italien, wo der Futurismus auch das faschistische Kunstverständnis beeinflusste, waren im Dritten Reich Literatur, Malerei, Architektur und Bildhauerei reaktionäre Rückgriffe auf völkisch-romantische oder antike Vorbilder. Leni Riefenstahls Inszenierungen von Muskeln, Masse und Macht fussten hingegen auf dem filmischen Expressionismus der Zwanziger Jahre. Sie sind modern und zugleich gefährlich - und entziehen sich praktisch einer auf Form und Inhalt reduzierten Ideologiekritik.

Madeleine Dewalds und Oliver Lammerts Essay fügt die Fragmente aus konnotativ aufgeladenen Film- und Tonbeispielen zu immer neuen Konstellationen zusammen, springt vom käferbegeisterten Ernst Jünger zum Pseudodarwinismus der NS-Rassetheoretiker, von der Ästhetik Riefenstahls zu ihrer semiotischen Aneignung durch Vertreter der heutigen Popkultur. Und irgendwann zwischen all diesen Kombinationen aus fröhlich ratternden Mythenkränzen wird beinahe so etwas wie ein Code erkennbar, mit dem man das Kreuz mit dem Haken auflösen könnte: die schlüssige Verbindung aus Ästhetik und Barbarei." (TIP 01/03)

Fr., 7.2., 19.30 / Sa., 8.2., 17.30 / So., 9.2., 21.30

 


 

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