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Film des Monats
Januar 2003

Der Pornograph

(Le Pornographe)

Regie & Buch: Bertrand Bonello; Kamera: José Deshaies; Musik: Laurie Markovitch; Schnitt: Fabrice Rouad; mit Jean-Pierre Léaud, Jérémie Rénier, Dominique Blanc, Thibault de Montalembert u.a.
F 2001 OmU / 110 Min.

 

Der Film beginnt im Dunkeln eines Pornokinos und zeigt einen Zuschauer. Anschließend liefert eine Off-Stimme zu einer Montage von Naturaufnahmen eine knappe bio- und filmografische Notiz über Jacques Laurent, einen Pornofilmer, der zwischen 1970 und 1984 40 Filme drehte und sich dann aus dem Gewerbe zurückzog. - Nach Jahren zwingen Schulden Jacques jedoch, einen neuen Film in Angriff zu nehmen, der eine Hommage an seine alten Filme werden soll.

Der erste Teil von DER PORNOGRAPH berichtet von den Dreharbeiten zu diesem Film, wobei die Dreharbeiten zum umfassenden Desaster werden; seine Frau überrascht ihn mit der Nachricht, sein Sohn Joseph habe sein Kommen telefonisch angekündigt: Die beiden haben sich längere Zeit nicht gesehen. Weil Joseph es nicht akzeptieren konnte, dass sein Vater als Pornofilmer und dann auch noch ohne Pseudonym gearbeitet hat. Mittlerweile sympathisiert Joseph mit der politisch radikalen Jugendbewegung, die die Konsequenz der 68-er Libertinage im Bankrott aller Werte zu erkennen meint - und in einer Gegenbewegung mit moralischem Rigorismus nach Orientierung und beständigen Werten sucht.

Bei einem Spaziergang sprechen Vater und Sohn über die prinzipielle Differenz der politischen Bedingungen von "1968" und der Gegenwart: Aus dem emanzipatorisch-utopischen Aufbruch in eine Gegenkultur ist die "ärgerliche" Sehnsucht nach Arbeit, nach gesellschaftlicher Anerkennung geworden. - Die Begegnung verändert Vater und Sohn, ebenfalls in Richtung eines Pragmatismus der bürgerlichen Privatheit. - Bonellos DER PORNOGRAPH ist ein interessanter, vielleicht meisterhafter Film, der sich auf hintergründige Art und Weise den zentralen Fragen (Liebe, Entfremdung, Revolution, Resignation) mit den Mitteln der Kunst im Medium der Kunst zuwendet.

Do., 16.1., 19.30 / Fr., 17.1., 21.45 / Sa., 18.1., 17.30 / So., 19.1., 19.45 / Di., 21.1., 19.30 / Mi., 22.1., 21.30



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