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Mittwochskino: Bollywood - Populäres Hindi-Kino

Die Filmindustrie in Bombay, entweder abschätzig oder liebevoll Bollywood genannt, ist die größte der Welt. Seit Jahrzehnten versorgt sie Asien, weite Teile Afrikas und die Karibik mit opulenten Werken, die hier zum populärkulturellen Alltag gehören. Die stets mit Stars besetzten Bollywood-Filme sind märchenhaft und gefühlsbetont, immer unterhaltsam und mit Song-und Dance-Einlagen gespickt, deren Setting auch schon mal vom blühenden Orchideegarten in die Schweizer Alpen springt. In dem Kurzfilm HAPPYEND IN SWITZERLAND wird Dorothee Wenner dieses Phänomen näher beleuchten.

Seit etwa zwei Jahren hat das Bollywoodfieber auch die westliche Welt erfasst. LAGAAN, das vierstündige Cricket-Melodram, wurde als bester ausländischer Film für den Oscar 2002 nominiert und KABHI KUSHI KHABI GHAM (Sometimes Happy, Sometimes Bad) belegte für Wochen in Großbritannien den ersten Platz. In Großbritannien trug auch der Einfluss einiger berühmter Techno-Musiker und DJs, die ihren Mix um Bollywood-Soundtracks organisierten, zu einem Interesse an den Filmen bei.

Neben den zwei populären Bollywood-Hits LAGAAN und KABHI KUSHI KHABI GHAM zeigen wir MISS FRONTIER MAIL, einen Actionthriller von 1936, mit der unvergleichlichen Heldin Fearless Nadia. Mit dem Dokumentarfilm KUMAR TALKIES begeben wir uns dann an den Ort des Geschehens selbst, in das einzige Kino in einem Viertel in Nordindien.

 


Fearless — The Hunterwali Story · Miss Frontier Mail · Lagaan · Happyend in Switzerland · Kumar Talkies · Kabhi Khushi Kabhie Gham

 


 

Fearless — The Hunterwali Story

Regie & Buch: Riyad Vinci Wadia; Kamera: R.M. Rao; Musik: Shiv Mathur; mit Mary Evans-Wadia; Shobha De, Shyam Benegal, Nanabhai Bhatt, John Cavas u.a.
Indien 1993 OmU / 62 Min.

 

Der Film erzählt die Geschichte von Fearless Nadia, der tollkühnen Action-Heldin des indischen Kinos der dreißiger und vierziger Jahre.

Geboren 1910 in Australien als Tochter eines englischen Vaters und einer griechischen Mutter, aufgewachsen in Indien, kam Mary Evans Anfang der 30er Jahre zum Film. 1934 drehte sie in Bombay unter dem Künstlernamen ,Nadia’ ihren ersten Film. Den Durchbruch schaffte sie bereits ein Jahr später mit dem Film HUNTERWALI, der ein phänomenaler Erfolg wurde und zugleich der erste indischen Stunt-Film war.

Blond und von ungewöhnlicher Körpergröße, war Fearless Nadia in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. Das Action-Kino blieb ihre Domäne: Sie kletterte auf Mauern, bestand Schwertkämpfe, warf Männer durch die Räume, rannte auf fahrende Züge, stürzte sich Wasserfälle hinunter — und das alles ohne Double. Für das Publikum verkörperte sie das Gute schlechthin, sie war die Beschützerin der Unterdrückten und Indiens erste Feministin auf der Leinwand.

FEARLESS... besteht aus Interviews mit Fearless Nadia und anderen Stars, mit Regisseuren und Filmkritikern und wunderbaren Ausschnitten aus ihren Filmen.

Mi., 4.12., 19.30

 


 

Miss Frontier Mail

Regie: Homi Wadia; Buch: Jamshed B.H. Wadia; Kamera: Vasant Jagtap; Musik: Master Mohamad; mit Fearless Nadia, Sardar Mansoor, Sayani ,Atish‘, John Cavas u.a.
Indien 1936 OmeU / 145 Min.

 

Die Heldin schreitet ein, als eine Flugzeuggesellschaft eine Eisenbahnfirma zu sabotieren versucht. Savita (Fearless Nadia) und Sardar Mansoor spüren in diesem abenteuerlichen Eisenbahndrama voller außergewöhnliche Stunts das geheimnisvolle ,Signal X’ auf.

Die eigentliche Attraktion des Filmes ist Fearless Nadia — eine Mischung aus Zorro, Tarzan und Irma Vep - , die ausgedehnte Faustkämpfe zu effektvollen Geräuschen liebt. Sie kann es auch mit einer ganzen Horde Männer auf einmal aufnehmen und prügelt sich schon mal auf dem Dach eines fahrenden Zuges. Trotz ihrer Kampflustigkeit und ihrer Unbesiegbarkeit ist Savita aber durchaus auch eine romantische Heldin.

Mi., 4.12., 21.00 / Fr., 6.12., 21.30

 


 

Lagaan

Regie: Ashutosh Gowariker; Buch: A. Gowariker, Kumardave, S. Dayma; Kamera: Anil Mehta; Musik: A. R. Rahman; mit Aamir Khan, Gracy Singh, Rachel Shelly u.a.
Indien 2001 OmeU / 220 Min.

 

Der Film wendet sich einem kleinen Dorf in Indien Mitte des 19. Jahrhunderts zu, dessen Einwohner ihren Zehnten, den ,Lagaan’ an die britischen Kolonialherren abgeben müssen. Da die Ernte ausgefallen ist, können sie dies nicht und die Briten fordern sie in ihrer Überheblichkeit zu einem ungleichen Kampf heraus — einem Cricketmatch. Nach einigem Zögern nimmt das Dorf, angeführt vom blendend schönen Bhuvan, der von Indiens Mega-Star Aamir Khan verkörpert wird, die Herausforderung an, und bereitet sich auf das spannendste Cricketspiel der Filmgeschichte vor.

Ashutosh Gowarikers Film, der teuerste Bollywood-Film aller Zeiten, bietet alles, was das Genre hergibt: eine märchenhafte Geschichte, Song- und Dance-Einlagen, Liebe, Eifersucht, Verrat und Humor. Das allerdings inszeniert er jenseits der herkömmlichen Standardproduktionen. Der historische Kontext ist ein zentrales Element im Film und dient nicht nur als Hintergrund für eine Gefühlsromanze. Auch haben die dramaturgische Konstruktion und die technische Qualität dazu beigetragen, dass LAGAAN fast alle indischen Filmpreise gewann und für den Auslandsoscar nominiert wurde.

Mi., 11.12. 19.30 / Fr., 13.12., 21.30

 


 

Happyend in Switzerland

Regie: Dorothee Wenner
Deutschland 2001 OmU / 15 Min.

 

Wer weiß schon, dass die Schweizer Berge zu den beliebtesten Schauplätzen des indischen Kino gehören und zu einer Wallfahrtstätte für die indischen Fans dieses gigantischen Starsystems geworden sind?

 


 

Kumar Talkies

Buch, Produktion & Schnitt: Pamkaj Rishi Kumar; Kamera: Avijit Mukul Kishore Indien 1999 OmeU / 76 Min.

 

Vor 30 Jahren erbte der Vater des Filmemachers Pankaj Rishi eine alte Fabrik, die er zum Kino umbaute und ,Kumar Talkies‘ nannte. Heute ist es — etwas heruntergekommen — das einzige Kino in Kalpi. Es liegt in einem der ärmsten Viertel dieser nord-indischen Stadt. Unabhängig vom Programm kommen die Menschen täglich hierher, um sich Filme anzusehen. Es gibt weder Kassenschlager noch Saalfeger, denn das Prinzip von Angebot und Nachfrage kommt gar nicht erst zum Zuge. In dem liebevoll-amüsanten Dokumentarfilm KUMAR TALKIES geht es nicht nur um den Familienbetrieb: Es geht um das Leben in der durch die Wirtschaftskrise erschütterten Stadt, um ihre Bewohner, um die romantischen, rebellischen Bilderwelten auf der Leinwand, um den Status des Kinos in Indien, um die Beziehung zwischen den großen Bollywood-Produktionen und seinen Zuschauern. Ein Film, der das Kino liebt.

Mi., 18.12., 19.30

 


 

Kabhi Khushi Kabhie Gham

(Sometimes Happy, Sometimes Sad)

Regie & Buch Yash Johar; Kamera: Kiran Deohans; Musik: Jatin-Lalit, Sandes Shandilya; mit Amitabh Bachchan, Jaya Bachchan, Shahrukh Khan, Kajol, Hrithik Roshan, Kareena Kapoor u.a. Indien 2001 OmeU / 210 Min.

 

Rahul verliebt sich in die peppige Anjali, was seinem Vater, dem unangefochtenen Familienpatriarchen Yash, gar nicht gefällt, möchte er den Sohn doch mit der standesgemäßen Naina verheiraten. Nach einem heftigen Wortwechsel gehen Vater und Sohn im Streit auseinander, sehr zum Betrüben des Rests der Familie.

Mit seinen stimmungsvollen und ausgefeilten Tanznummern und den hitträchtigen Songs gehört KABHI KHUSHI KABHIE GHAM unbestritten zu Bollywoods Spitzenklasse und wurde dementsprechend mit Kritikerpreisen überhäuft. Zum durchschlagenden Kassenerfolg hat neben der herzzerreißenden Geschichte auch der Umstand beigetragen, dass hier gleich drei der beliebten Leinwand-Liebespaare auftreten.

Mi., 25.12, 19.30 / 27.12., 19.30

Kabhi Khushi Kabhie Gham präsentieren wir als Premiere vor dem regulären deutschen Kinostart!

 


 

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 27.10.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de