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Mittwochskino: Argentinien

Angesichts der schweren Wirtschaftskrise Argentiniens und der um sich greifenden Not und Armut der dort lebenden Menschen wenden wir uns diesen Monat der Geschichte und Gegenwart dieses gebeutelten Landes zu. Mit phantastischen, wenn nicht surrealen Bildern und in epischer Breite beschwört der wohl bekannteste argentinische Regisseur Fernando Solanas in seinen Filmen SUR und EL VIAJE die Melancholie, aber auch die utopischen Potentiale seines Landes herauf. Ganz anders Sandra Gugliotta in ihrem aktuellen Debütfilm UN DÍA DE SUERTE: Ihr dokumentarischer Blick folgt dem Krisenalltag einer jungen Frau im heutigen Buenos Aires und zeigt dabei eine soziale Realität, die in ihrer Härte keinen Raum mehr für ideelle Werte oder politische Utopien lässt. UN DÍA DE SUERTE wurde dieses Jahr mit dem Caligari-Preis der Berlinale ausgezeichnet.

 

El Viaje · Sur · Un día de suerte

 


 

El Viaje

(Die Reise)

Regie & Buch: Fernando E. Solanas; Kamera: Felix Monti; Musik: Egberto Gismonti, Astor Piazzolla & F. E. Solanas
Argentinien / F 1991 OmU / 139 Min.

 

Der 17-jährige Martin Nunca lebt mit seiner Mutter und dem Stiefvater in Ushuaia, am südlichsten Zipfel Argentiniens. Er macht sich nach Abschluss der Schulausbildung auf eine lange Reise der Entdeckungen, die ihn kreuz und quer durch den lateinamerikanischen Kontinent führt. Mit dem Fahrrad bricht er auf, um seinen Vater zu suchen. Unterwegs sammelt er Erfahrungen, lernt die Facetten verschiedener Orte und Länder seines Kontinents kennen; sieht etwa, wie die argentinische Hauptstadt Buenos Aires unter Wasser steht. Martin entdeckt die reichen Mythen des Kontinents, die Geschichte der Azteken und der Indios in den Anden genauso wie die katastrophalen sozialen und ökologischen Zustände der Gegenwart. "Conocer l'America latina", hat Martin seiner Freundin zum Abschied gesagt, er wolle Lateinamerika im wörtlichen Sinne erfahren. EL VIAJE ist eine Entdeckungsreise auch für uns, eingebettet in die traumhaften Bandoneonklänge von Astor Piazolla.

Mi., 6.11., 20.00 / Do., 7.11., 22.15

 


 

Sur

(Süden)

Regie & Buch: Fernando E. Solanas; Kamera: Felix Monti; Musik: Astor Piazzolla
Argentinien / F 1988 OmU / 127 Min.

 

Nach seiner Rückkehr aus dem französischen Exil hat Fernando Solanas den Spielfilm SUR realisiert. Ein Schlüsselwerk des politischen Kinos genauso sehr wie ein melancholischer Liebesfilm. In SUR wird noch einmal die Zeit der Finsternis der argentinischen Militärdiktatur durchquert und damit auch ein Stückweit bewältigt. Nacht und Leere, Nebelschwaden und Tangoklänge: Sie dominieren schon die ersten Einstellungen. Die Kamera gleitet durch den Raum der leergefegten Straßen, das Bandoneon erklingt, man hört es atmen. Floréal, die Hauptfigur in diesem Film, ist einer, der im Land geblieben war, der verschleppt wurde und die fünf Jahre Gefangenschaft in Patagonien überlebt hat. Er kehrt nach dem Ende der Diktatur heim zu Rosi, seiner Frau, und zu seinem sechsjährigen Sohn, den er erst noch kennenlernen muss.

Mi., 20.11., 19.30 / Sa., 23.11., 22.00

 


 

Un día de suerte

(Ein Glückstag)

Regie: Sandra Gugliotta; Buch: S. Gugliotta, Marcello Schapces, Juli Cardozo; Kamera: Alberto Iannuzzi; Musik: Diego Frenkel, Sebastián Schachtel; mit Valentina Bassi, Lola Berthet u.a.
Argentinien / Spanien 2002 OmU / 94 Min.

 

Buenos Aires heute, inmitten sozialer Proteste gegen Arbeitslosigkeit, Verarmung und die Korruption der politischen Klasse. Die 25-jährige Elsa hält sich mit Gelegenheitsjobs mühsam über Wasser. Aber eigentlich will sie weg, will - wie Zehntausende von Argentiniern - vor der Hoffnungslosigkeit fliehen, möglichst weit weg, am liebsten nach Italien. Dort lebt der Typ, in den sie sich vor Jahren verliebte. Außerdem ist dies das Land ihrer Vorfahren: Der Großvater, ein italienischer Anarchist, der einst von Sizilien nach Argentinien auswanderte, weil er sich hier ein besseres Leben versprach, erzählt ihr viel davon. Walter, mit dem sie eine Art Liebesbeziehung unterhält, findet schließlich den Weg, der ihr die Reise nach Europa ermöglicht.

Sandra Gugliotta ist mit ihrem Spielfilm-Debüt ein Werk von hoher Realitätsdichte und unmittelbarem Bezug zur politischen und ökonomischen Katastrophe, die das Land zur Zeit durchlebt, gelungen. Freiburger Erstaufführung!

Mi., 27.11., 19.30 / Fr., 29.11., 21.30

 


 

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 27.10.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de