Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Film & Videotanz Rahmenprogramm innerhalb des
regio tanz festivals mobil(e)

Mit dem wachsenden Interesse an der Kunstform Bühnentanz hat sich seit Beginn der 80er Jahre eine neue Facette des zeitgenössischen Tanzes herausgebildet, die anfangs unter so verschiedenen Namen wie "choréo-cinéma", "television dance", "ciné-danse", "Kamera-Choreographie" aufgetreten ist und nun meist unter der Bezeichnung Videotanz den Tanz bereichert. Insbesondere in Frankreich, den USA, England, Belgien, aber auch Deutschland haben Choreographen und Filmemacher oder Videokünstler sich zusammengetan, um miteinander die Möglichkeiten ihrer beiden Künste neu zu erproben und zu erweitern oder auch in ganz anderen Sparten wie Musik-Clip oder Werbespot zu experimentieren.

Die sehr unterschiedlichen Filme geben Einblicke in die Tanzästhetik verschiedener Kompanien und Choreographen. Gleichzeitig zeigen sie, wie Tanz- und Filmkunst - mit Impulsen aus Musik und Performancekünsten, aus Bildender Kunst und Videokunst sowie aus Musikclip- und Werbeästhetik - zu neuen zeitgenössischen Ausdrucksformen finden.

Im Zusammenhang mit mobil(e) zeigt das Kommunale Kino eine Reihe zu Videotanz, experimentellen Tanzfilmen und Tanz & Ritus.

 

Contrecoup · Velazquez’s little Museum · Enter Achilles · kino avantgarde: Experimentelle Tanzfilme · Ballettdokumentation

 


 

Videotanz

Contrecoup

Regie: Pascal Magnin; Choreographie: Guilhermo Bothelho; Tanz: Alias Compagnie Musik: Francois Wolf, Philippe Héritier
Schweiz 1997 24 Min.

Die Bühnenchoreographie der Alias Compagnie CONTRECOUP setzt sich mit Gewalt, insbesondere männlicher Gewalt, in Beziehungen auseinander. In der filmischen Neuinterpretation werden Sequenzen von der Bühne mit Außenschauplätzen wie der Straße, kombiniert und die heftige Emotionalität durch das Tempo der Schnitte aufgepeitscht.

 


 

Velazquez’s little Museum

Regie: Bernar Hebert; Choreographie: Edouard Locke; Tanz: Lalala human Steps
Musik: Gaetan Gravel, Serge Lafore
Canada 1994 50 Min.

Dem Film VELAZQUEZ´S LITTLE MUSEUM liegen acht kurze Bühnenchoreographien der Gruppe Lalala Human Steps zugrunde. In Räumen, die an die Bilderwelt des Renaissancemalers Diego Velazquez erinnern, sprengen die kraftvollen, schnellen, auch brutalen Tänze die Gesetze von Zeit und Raum und lassen ein Universum aus Traum und Rätsel entstehen.

Di., 17.9. 22.00 / Do., 19.9. 20.00 Uhr

 


 

Videotanz

Men

Regie: Margaret Williams; Choreographie: Victoria Marks
Großbritannien 1997 20 Min.

Der Film MEN lebt von seinen Protagonisten: Sieben männliche Darsteller, alle über 70, aus verschiedene Berufsgruppen und ohne jede Bühnenerfahrung, agieren in der alten Minenstadt Canmore vor der Kamera. Die Männer führen minutiöse Bewegungen aus, die oft von ihnen selbst stammen und ihr Leben spiegeln. Ein Film über Zeit und Alter, Gebrechlichkeit und Charakterstärke. Eine rührende Hommage an das Leben.

 


 

Enter Achilles

Regie: Clara van Gool; Choreographie: Lloyd Newson; Tanz: DV8 Physical Theatre
Großbritannien 1996 50 Min.

Der Gruppenname DV 8 steht für "Dance und Video 8" und assoziiert gleichzeitig "to deviate" (engl. abweichen). Physical Theatre, der Untertitel der Gruppe, ist inzwischen auch Bezeichnung für den von DV 8 Mitte der 80er Jahre begründeten Bewegungsstil der aus der Kontakt Improvisation schöpft und sich durch athletische und risikoreiche Bewegungen auszeichnet. ENTER ACHILLES ist in einem Pub angesiedelt, in dem sich acht Männer begegnen. Aus Annäherung und Aggression, Zärtlichkeit und Drohung entwickeln sich Beziehungen, die spielerisch zwischen Wirklichkeit und Fiktion in der Schwebe bleiben.

Sa., 21.9. 20.00 / So., 22.9. 18.00


 

kino avantgarde: Experimentelle Tanzfilme

A Study in Choreography for Camera

Regie: Maya Deren; mit Talley Beatty
USA 1945 3 Min.

Eine Bewegung beginnt und setzt sich in einen unerwarteten Raum fort. Vielleicht der Klassiker des Tanz- & Avantgardefilms.


SSS

Regie: Henry Hills; Musik: Tom Cora, Christian Marclay & Zeena Parkins; mit Pooh Kaye, Sally Silvers, Lee Katz, Harry Sheppard, Kumiko Kimoto u.a.
USA 1988 7 Min.

Eine Komposition von Bewegungen; improvisiert auf den Straßen des East Village.


Rose Color Dance

Regie: Takahiko Iimura; mit Black Dance Group von Tatsumi Hijikata & Kasuo Ono
Japan 1964 13 Min.

Das Objekt der Performance ist die Geburt einer Jungfrau aus dem Bauch eines Transvestiten. Ein Butoh-Tanzfilm von einem der wichtigsten japanischen Avantgarde Filmemacher der 60er und 70er Jahren.


RHOmbos

Regie: Ester Eva Damen; Choreographie: Angela Köhnlein; Kamera: Tjitte Jan Nieuwkoop; Musik: Yannis Kyriakides
Niederlande 2001 16 Min.

Ein Komponist, eine Filmemacherin und eine Choreographin haben bei diesem Film zusammengearbeitet. Es geht um körperliche Trance, die (Des-)Orientierung einer ständigen, zentrifugalen Kraft. Die Dynamik des Tanzes variiert von träge zu schnell, von elegant zu unbeholfen, von gelassen zu panisch. Die Sichtbarkeit der "Flugbahn" der Tänzer hängt von der Kameraperspektive ab.


La Valse / Waltz

Regie: Kohei Ando; Kamera: Kyoshi Nishiura; mit Irina Pavlova
Japan 1976 17 Min.

Die Drehungen des Walzers sind wie eine Wiedergeburt. Von Zeit zu Zeit setzt sich die Tänzerin (eine Schwester Irina Pavlovas) und trinkt eine Tasse Tee. Doch beginnt die Musik von neuem und die Tänzerin dreht sich wieder zu den Takten des Walzers.


Alone, Life Wastes Andy Hardy

Regie: Martin Arnold
Österreich 1997-98 14 Min.

Nicht unbedingt das, was man unter einem "Ballettfilm" versteht. Der Film basiert auf einem kurzen "found footage" - Ausschnitt aus einem alten Spielfilm. Was Arnold mit Hilfe der Filmmontage und Manipulation daraus macht, dürfte eine der schönsten und aufregendsten visuellen Choreographien der letzten Jahre sein. Ein Tanz der Bilder.

Di., 24.9. 20.00 mit einer Einführung von Wolfgang Lehmann im Rahmen von kino avantgarde

 


 

Ballettdokumentation

Blue/Yellow

Regie: Adam Roberts; Choreographie: Jonathan Burrows; Solistin: Sylvie Guillem
Musik: Kevin Volans
Großbritannien 9 Min.

BLUE/YELLOW: zwei Farben, zwei Räume - Bewegung und Stillstand: Die Kamera: weitgehend unbeweglich, variiert ihre Position nur in geringem Maß. Durch eine Tür, die immer mit im Blickfeld bleibt und nur einen Teil des Zimmers frei gibt, beobachtet die Kamera die derzeit wohl bekannteste Ballerina Sylvie Guillem. Jonathan Burrows hat für sie Sequenzen aus reduzierten, leicht repetitiven Bewegungen entworfen, die durch ihre Klarheit und die unglaubliche Präsenz der Interpretin ihre Wirkung entfalten.

 


 

Histoire d’une Transmission,
So schnell à l’opéra

Regie: Marie-Hélène Rebois; Choreographie: Dominique Bagouet
Frankreich 1998 52 Min.

1998 nahm das Ballett der Pariser Oper die Choreographie So Schnell des 1992 verstorbenen französischen Choreographen Dominique Bagouet, als eines der wenigen zeitgenössischen Stücke, in sein Repertoire auf. Der Film dokumentiert die Probearbeit in dem stilvollen Ballettssaal über den Dächern von Paris als eine herausfordernde Begegnung zwischen zeitgenössischem Tanz und klassischem Ballett.

Do., 26.9. 20.00 / Sa., 28.9. 18.00 Uhr

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 29.08.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de