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Mittwochskino: Kurdische Welten

In diesem Monat zeigen wir Filme, die sich mit den schwierigen Lebensbedingungen der Kurden und Kurdinnen auseinandersetzen.

Wir beginnen mit Werken des bekannten Regisseurs Yilmaz Güney. Als Vorreiter des sozialen und engagierten Kinos hat Güney als erster zentrale Themen der Kurden und Kurdinnen wie politische Repression, Entwurzelung und Landflucht in emotional bewegender Weise und auf höchstem ästhetischen Niveau auf die Leinwand gebracht. Seine Filme erlangten große internationale Anerkennung und erhielten mehrere Preise.

Zwei neuere Filme ergänzen Güneys Klassiker YOL und SÜRÜ. DAS FOTO des kurdischen Regisseurs Kazim Öz und ESCAPE TO PARADISE von Nino Jacusso sind erstmals in Freiburg zu sehen. Während DAS FOTO die Geschichte eines Kurden in der Türkei erzählt, geht es in ESCAPE TO PARADISE um die Flucht einer kurdischen Familie in die Schweiz und um ihren Kampf um Asyl. Die Geschichte von ESCAPE TO PARADISE beruht auf wahren Begebenheiten, die Jacusso in Zusammenarbeit mit den Betroffenen geschrieben und zu einer Tragikomödie entwickelt hat. Zur Filmvorführung am 25.9. sind Nino Jacusso und die Schauspielerin Firdan Firat angefragt.

Die Herde · Yol - Der Weg · Das Foto · Escape to Paradise

 


 

Die Herde

(Sürü)

Regie: Zeki Ökten; Buch: Yilmaz Güney; Kamera: Izzet Akay; Musik: Zülfü Livaneli; Schnitt: Özdemir Aritan; mit Melike Demirak, Tarik Akan, Tuncel Kurtiz; Levent Inanir
Türkei 1978/79 OmU / 121 Min.

 

Der Film spielt im Milieu einer südanatolischen Nomadenfamilie, die von der Schafzucht lebt. Der tyrannische Vater Hamo regiert durch die Prügelstrafe. Er hat drei Söhne, deren einer, Sirvan, mit der Tochter eines feindlichen Stammes verheiratet ist; diese fühlt sich insbesondere von ihrem Schwiegervater unterdrückt und leidet an tiefen Depressionen.

Die Familie will ihre Schafe verkaufen und muss den Transport der Herde nach Ankara organisieren. Auf dem Weg nach Ankara stellen sich zahlreiche Missgeschicke ein: Überall muss mit Bestechung gearbeitet werden, ein Teil der Schafe wird gestohlen, andere sterben an Vergiftung; die Großhändler weigern sich, auf die vorher gemachten Kaufbedingungen einzugehen. Im Kontakt mit der Großstadtzivilisation zerfällt schließlich die Familie.

Mi., 4.9., 20.00 / So., 8.9., 18.00

 


 

Yol - Der Weg

Regie: Serif Gören; Buch: Yilmaz Güney; Kamera: Erdogan Engin; Musik: Sebastian Argol, Kendan; mit Tarik Arkan, Serif Sezer, Halil Ergün, Meral Orhonsoy u.a.
Tükei/CH/BRD/F 1981/82 OmU / 114 Min.

 

Die Schicksale von fünf türkischen Häftlingen, die während eines einwöchigen Urlaubs ihr Land als universelles Gefängnis erleben, in dem die Menschen von politischer Repression, sozialen Zwängen und religiösem Traditionalismus an ihrer individuellen Entfaltung gehindert und in fatale Abhängigkeiten getrieben werden. Der teilweise heimlich in der Türkei gedrehte Film wurde im Schweizer Exil fertiggestellt und fesselt durch die Wucht seiner Bilder, die nahezu naive Einfachheit seiner allegorischen Filmsprache und sein profundes Einfühlungsvermögen in Personen, Landschaften und Milieus. Ein politisch wie menschlich aufrüttelndes Epos, frei von falschem Pathos und ohne die Absicht billiger Denunziation.

Mi., 11.9., 20.00 / Sa., 14.9., 18.00

 


 

Das Foto

Regie: Kazim Öz; mit Feyyaz Duman; Nazmi Quirik; Mizgin Kapazan, Zülfiye Dolu
Türkei 2000 türk. u. kurd. OmU / 65 Min.

 

Zwei junge Männer lernen sich in einem Bus kennen, der von Istanbul aus Richtung Osten fährt. Während der eintönigen Reise reden sie eintönig bis verbittert von Liebe und Gerechtigkeit. Beide verbergen den wahren Grund ihrer Reise voneinander. Wer sind sie? Wohin gehen sie? Und warum? Eine eigentümliche Art von Nähe und Wärme entsteht zwischen ihnen. Die gemeinsamen Erlebnisse der unbequemen Reise schweißen sie zusammen und hinterlassen Eindrücke, deren Spuren bleiben, auch lange nachdem sie sich getrennt haben. Doch eines Tages kreuzen sich ihre Wege...

DAS FOTO lief auf mehreren internationalen Festivals und wurde mehrfach ausgezeichnet. In der Begründung für die Auszeichnung zum "Besten Film" auf dem 6. Internationalen Filmfestival von Mailand heißt es: "Die Jury war besonders von der ,Reinheit‘ der Geschichte beeindruckt. Der radikale kinematographische Stil wird nicht auf Kosten des dramatischen Themas entwickelt."

Mi., 18.9., 20.00 / Sa., 21.9., 18.00

 


 

Escape to Paradise

Regie: Nino Jacusso, unter Beteiligung von: Mona de la Rey, Fidan Firat, Düzgün Ayhan, Ivo Kummer; Kamera: Daniel Leippert; Musik: Pedro Haldemann; mit Fidan Firat, Düzgün Ayhan, Yildiz Nurrettin u.a.
Schweiz 2001 OmU / 90 Min.

 

Sehmuz, seine Frau Delal und ihre drei Kinder haben sich aus der Türkei in die Schweiz gerettet. Vorübergehend kommen sie im Asylzentrum unter, mit Flüchtlingen aus Afrika und Osteuropa, die trotz ihrer Narben und Alpträume dem gemeinsamen Alltag komische Seiten abgewinnen können. Doch ihre Schicksale klingen nicht echt genug für die Asylbehörden, behauptet Sehmuz‘ kurdischer Landsmann Aziz. Er schickt Sehmuz zu einem Schweizer, der ihnen eine glaubwürdige, mit Dokumenten belegte Geschichte erfindet. Sehmuz überredet Delal, ihren Familienschmuck zu versetzen, und kauft eine neue Lebensgeschichte, die er mühsam, mit Hilfe seiner Kinder auswendig lernt. Bei der alles entscheidenden Befragung kann er sich dann aber nicht an das Wetter in Izmir erinnern...

Die Geschichte des Films beruht auf wahren Begebenheiten, die mit direkt Betroffenen gemeinsam geschrieben und zu einer Tragikkomödie entwickelt worden ist. Menschen aus acht verschiedenen Kulturen waren bei dieser Arbeit vertreten. Einige davon wirken im Film mit.

Mi., 25.9., 20.00 zu Gast der Regisseur Nino Jacusso und die Darstellerin Fidan Firat
Fr., 27.9., 22.00 / So., 29.9., 18.00 Als Beitrag des Kommunalen Kinos zur "Interkulturellen Woche - Deutschland ein Einwanderungsland?" des Ausländerbeirats vom 23.September bis 4.Oktober.

 


 

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 30.08.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de