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Hommage an Max Ophüls

Am 6. Mai 2002 wäre Max Ophüls (1902-1957) 100 Jahre alt geworden. Das nehmen wir zum Anlass, herausragende Filme aus seinem Werk zu zeigen.

Wir beginnen mit dem Film DER REIGEN, der nach der Vorlage von Schnitzlers Drama gedreht wurde. Sowohl die Inszenierung als auch die fließende Kameraführung zeigen Ophüls, der als einer der visuell bewusstesten Regisseure gilt, auf der Höhe seiner Könnerschaft.

Der Reigen · Die verkaufte Braut · Die verliebte Firma · Lachende Erben · Liebelei

Diese Hommage wird - sobald es die Kopienlage zulässt - mit der Vorführung der rekonstruierten Fassung von LOLA MONTEZ in Kürze komplettiert.

 


 

Der Reigen

(La Ronde)

Regie: Max Ophüls; Buch: Max Ophüls & Jacques Natanson nach dem Bühnenstück von Arthur Schnitzler; Kamera: Christian Matras; Musik: Oskar Straus; mit Adolf Wohlbrück, Simone Signoret, Serge Reggiani, Simone Simon, Daniel Gélin
Frankreich 1950 100 Min.

 

Schnitzlers Bühnenstück (1900), skandalumwittert nicht nur bei der szenischen Uraufführung, wurde von Ophüls zu einem morbid-zynisch-fröhlichen Film geformt. Der Reigen der sich treffenden und sich wieder verlassenden Partner in der Wiener Bourgeoisie um die Jahrhundertwende ist atmosphärisch dicht und überzeugend in einem Bild lächelnder Leichtigkeit und koketten Charmes inszeniert. Die Musik von Oskar Straus unterstreicht den musikalischen Charakter der Dramaturgie. Auch sprachlich ist DER REIGEN ein außergewöhnliches Kunstwerk. Und selten zuvor oder nachher sind so viele herausragende Schauspieler zusammengekommen.

Sa., 27.7., 18.00 / So., 28.7., 20.00 / Sa., 3.8., 22.00 / So., 4.8. 18.00


 


 

Die verkaufte Braut

Regie: Max Ophüls; Buch: Curt Alexander, nach der Oper von Friedrich Smetana; Kamera: Reimar Kuntze & Franz Koch; mit Jarmila Novotna, Willy Domgraf-Fassbaender, Karl Valentin, Liesl Karlstadt
Deutschland 1932 77 Min.

DIE VERKAUFTE BRAUT ist die erste Filmoper der Welt. Die Ophüls’sche Version von Smeta-nas Oper gilt bis heute als eine der besten Filmopern, ein Werk, in dem die ganze tobende ländliche Freude des Originals und seine ganze Durchtriebenheit samt dem in Synkopen übersetzten verliebten Herzflattern total und ganz Film geworden sind.

Ophüls schreibt zur Entstehungsgeschichte: "Meine Experimentiersucht wurde aufs Äußerste angeregt. Wir bauten im Freien ein tschechisches Dorf in der Architektur des vorigen Jahrhunderts auf und wohnten sogar ein halbes Jahr darin. Alle Chöre, Sologesänge, Orchesteruntermalungen wurden im Freien aufgenommen und gaben dem Film frische Luft."

Zu den Berufsgauklern, den echten Landleuten, den Amateuren und den Volksschauspielern Karl Valentin und Liesl Karlstadt holte sich Ophüls echte Opern-Profis. Aus der kunterbunten Mischung dieses Opernensembles bezieht der Film seine stärksten und komischen Effekte.

Di., 6.8., 20:00 / Mi., 7.8., 22:00 / Sa., 10.8., 20:00 / So., 11.8., 18:00

 


 

Die verliebte Firma

Regie: Max Ophüls; Buch: Fritz Zeckendorf, nach einer Idee von Ernst Marischka und Bruno Granichstaedten; Kamera: Karl Puth; mit: Anny Ahlers, Gustav Fröhlich, Lien Dyers, Ernst Verebes, Hubert von Meyerinck
Deutschland 1932 73 Min.

Die Dreharbeiten einer Berliner Filmproduktion im bayerischen Wintersport Wiesendorf werden durch die beiden Hauptdarsteller, ein zanksüchtiges Ehepaar, verzögert. Obendrein verpatzt eine skifahrende blonde Postangestellte zufällig einen Drehtag. Auf der nun einsetzenden Verliebtheitswelle schwimmt sie nach Berlin, um dort beim Film anzukommen. Ophüls’ erster abendfüllender Spielfilm ist ein elegant-witziges Lustspiel, das die Usancen der Filmbranche ironisch belächelt.

Sa., 24.8., 22:15 / So., 25.8., 20:00

 


 

Lachende Erben

Regie: Max Ophüls; Buch Felix Joachimson, Max Ophüls, nach einer Novelle von Trude Herka; Kamera: Eduard Hoesch; Musik: Clemens Schmalstich, Hans-Otto Borgmann; Schnitt: Herbert B. Fredersdorf; mit Heinz Rühmann, Lizzi Waldmüller, Lien Dreyers, Max Adalbert, Julius Falkenstein u.a.
Deutschland 1932 /33 76 Min.

Ein alternder Junggeselle vermacht seine Sektfabrik, zum Verdruss der Familie, seinem trinkfreudigen Neffen — unter der Bedingung, dass er vier Wochen lang keinen Alkohol mehr anrührt. Als der Neffe sich in die Erbin der Konkurrenz verliebt, gerät seine Standfestigkeit ins Wanken. Rheinisches Lokalkolorit und amüsanter Sprachwitz prägen Ophüls’ letzten Film vor seiner Emigration aus Nazi-Deutschland.

Sa., 31.8., 22:00 / So., 1.9., 20:00

 


 

Liebelei

Regie: Max Ophüls; Buch: Hans Wilhelm, Curt Alexander, nach dem Bühnenstück von Arthur Schnitzler; Kamera: Franz Planer; Musik: Theo Mackeben; mit Magda Schneider, Luise Ullrich, Paul Hörbiger, Willi Eichberger u.a.
Deutschland 1933 DF / 87 Min.

Die romantische Geschichte einer kurzen Liebesbeziehung zwischen einem jungen Mädchen und einem jungen Offizier, die durch ein tragisch verlaufendes Duell wegen einer Affäre des Offiziers mit einer verheirateten Frau ein abruptes Ende findet. Dieser Film ist neben DIE VERKAUFTE BRAUT (1932) Ophüls‘ gelungenstes Werk vor seiner Emigration. In zahlreichen bemerkenswerten Passagen verrät der Film das außerordentliche Gefühl seines Regisseurs für Atmosphäre, die er fast ohne Dialoge, allein mit seinen Bildkompositionen und etwas Musik erzeugt. Eine nicht weniger große Meisterschaft bewies Ophüls in der Führung seiner Schauspieler. Mit Ausnahme des schon von der Rolle her sehr klischeehaften Gustav Gründgens waren von den Hauptdarstellern des Films, darunter Wolfgang Liebeneiner, Magda Schneider, Luise Ullrich und Paul Hörbiger, nie wieder ähnlich differenzierte, untheatralische Filmdarstellungen zu sehen.

Fr., 6.9., 20.00 / Sa., 7.9., 20.00 / So., 8.9., 22.00



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Zuletzt bearbeitet am 29.06.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de