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(Über)Leben im Alltag der Intifada

Die Siedler · Asurot

 


 

 

Die Siedler

(The Settlers)

Regie: Ruth Walk; Kamera: Ruth Walk; Schnitt: Yael Perlow
Israel 2002 OmeU / 60 Min.

 

Die israelische Regisseurin Ruth Walk begleitet das tägliche Leben der Einwohner von Tel Rumeidah: sieben Familien mit insgesamt 43 Kindern. In ihren unnachgiebigen Bemühungen, ‘Normalität‘ zu bewahren, ignorieren sie nicht nur das politische und militärische Chaos um sich herum, sondern auch die Existenz ihrer arabischen Nachbarn. Ihre alltägliche Routine wird einzig von religiösen Feierlichkeiten und der Aufregung um die zaghafte Erlaubnis der israelischen Regierung, feste Behausungen in Tel Rumeidah zu bauen, unterbrochen. Der Film gipfelt in der umstrittenen Errichtung des ersten festen Gebäudes. In den darauf folgenden Monaten ruht der Blick der Welt auf dieser winzigen Siedlung, einem der am weitesten entfernten israelischen Außenposten. Die Bedeutung dieser Siedlung übertrifft ihre Größe bei weitem. Ihr Fortbestand ist nur durch die massive und überproportionierte Militärpräsenz möglich.

Der Film zeigt, wie surreal die unerschütterliche Überzeugung der Siedler ist, dorthin zu gehören, mitten in palästinensisches Autonomiegebiet und in die unmittelbare Nachbarschaft eines Volkes, das für sie nicht existiert. Der Regisseurin war es möglich, eine auf Vertrauen basierende Beziehung zu den Familien aufzubauen, die ihr einen absolut einmaligen Einblick in die Welt der extremistischen, äußerst fanatischen jüdischen Siedler gewährte.

Do., 4.7., 22.00 / Fr., 5.7.20.00 / Sa., 6.7., 18.00

 


 

 

Asurot

Regie & Buch: Anat Even & Ada Ushpiz Israel 2001 OmeU / 73 Min.

 

Najwa, Nawal und Shiam, drei palästinensische Witwen, leben mit ihren 11 Kindern in der Shuhada Straße in Hebron. Seit 1997 befindet sich ihr Haus exakt auf der Grenze — die Vorderseite steht unter israelischem Kommando, die Palästinenser überwachen die Rückseite. Am Hauseingang befindet sich ein Militärposten und auf dem Dach hat die Armee einen Beobachtungsposten über den palästinensischen Teil Hebrons aufgebaut. Drei Frauen, in der Mitte gefangen und immer von israelischen Soldaten umgeben, bestreiten ihre schwierigen Leben in einer perversen Situation: die Besatzung wird zu Routine, das Absurde eine Gegebenheit.

Dies ist die Geschichte einer Besatzung, die bis zum Treppenabsatz und zum Dachstuhl reicht, wo sie auf Armut, Einsamkeit, Schmerz, aber auch die kleinen Freuden des Alltags trifft. Dies ist ein inneres Gefängnis, das äußere ist die andauernde Besatzung.

"Als israelische Regisseurinnen, die die zunehmenden Folgen der Unterdrückung in den besetzten Gebieten und in unserer eigenen Gesellschaft leid sind, wollten wir die Willkür der Besatzung schildern, wie sie sich durch die vergitterten Fenster eines besetzten Hauses darstellt, um den schmalen Grad zwischen einem Lächeln und einem Schuss zu zeigen. Die Intimität und Zuneigung, die sich während der einjährigen Dreharbeiten zwischen uns und Najwa, Nawal und Shiam entwickelt hat, machte es uns möglich, sie in ihrer ganzen Menschlichkeit, als echte Frauen, weit entfernt von dem stereotypen Bild, das unsere Gesellschaft von palästinensischen Frauen hat, zu zeigen."

Do., 11.7., 20.00 / Fr., 12.7., 22.30

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 29.06.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de