Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
Urachstr. 40
79102 Freiburg
Tel. 0761 - 709033

kino@freiburger-medienforum.de

 

Frischluftkino am Waldsee: Jazz

Seit 1984 ist der Saal der Waldsee-Gaststätte ein ausgesprochener Ort für Jazzkonzerte in Freiburg und seit 1985 ist die Terrasse mit Blick über den See der schönste Ort für unser Frischluftkino. Es liegt nahe, beides sinnvoll zusammenzubringen: Jazz im Film ist das Thema unseres Frischluftkinos 2002 am Waldsee.

Bis zum 23. August werden wir jeweils donnerstags und freitags historische wie zeitgenössische Höhepunkte des Genres vorstellen. Freiburger Erstaufführungen, Raritäten und ausgesprochene Kultfilme werden auf dem Spielplan stehen, den Kick off dazu gibt der legendäre Film über das größte Jazz-Festival der Welt. Und sein Titel gibt Programm und Stimmung unseres Frischluftkinos 2002 wieder:

Jazz an einem Sommerabend

Die Reihe mit Filmdokumenten über Jazzmusiker und Jazzmusikerinnen und deren Leben und Wirken hat der renommierte Film- und Jazzhistoriker Helmut Weihsmann (Wien) für uns zusammengestellt. Die Auswahl folgt klaren Kriterien: Die Faszination dieser Musik soll auf der Leinwand erlebt werden, Jazz als authentisches Lebensgefühl vermittelt werden. Andererseits sollen historische wie zeitgenössische Höhepunkte des Jazz-Films vorgestellt, die Entwicklung des Genres dokumentiert werden. Auf dem Spielplan stehen Freiburger Erstaufführungen, Raritäten in der unverfälschten Originalfassung und ausgesprochene Kultfilme mit den berühmtesten Jazzstars. Ergänzt wird das Waldsee-Programm mit ERIC DOLPHY: LAST DATE, der aus technischen Gründen nur bei uns im Saal gezeigt werden kann, dort, wo auch die Veranstaltungen bei Regen stattfinden werden. Gleich wo, wir wünschen viel Spaß bei Jazz an einem Sommerabend.

Veranstaltungsort: Gaststätte Waldsee, Waldseestraße 84 (Bei Regen im Kommunalen Kino)

25./26. Juli 2002:
Jazz on a Summer´s Day

1./2. August 2002:
LESTER YOUNG: Jammin' The Blues
TEXAS TENOR: Iillinois Jacquet Story

10./11. August 2002:
ERIC DOLPHY: Eric Dolphy: Last Date

8./9. August 2002:
CHET BAKER: Let's Get Lost

15./16. August 2002:
DIZZY GILLESPIE: a Night in Havanna

22./23. August 2002:
Latino-Jazz: Calle 54

 


 

Jazz on a Summer´s Day

Regie: Bert Stern; Kamera: Bert Stern, C. Hafela, Albert d'Aniable; mit Louis Armstrong, Jack Teagarden, Mahalia Jackson, Chuck Berry, Jimmy Hamilton, Don Ewell, Jo Jones, Jimmy Jones, Emil Richards, Toots Thielemanns, Armando Peraza, Sal Salvador, Jimmy Pisano, Gildo Mahones, Ray Bryant & Newport Allstars, Shahib Shihab, Cal Tjader, Anita OODay, Dinah Washington, George Shearing, Max Roach, Chico Hamilton, Eric Dolphy, Sonny Stitt, Gerry Mulligan, Art Farmer, TheloniousMonk , das Jimmie Giuffre-Trio mit Bob Brookmeyer und Jim Hall. USA 1960 OF / 81 Min.

 

Die umfassende und sinnliche Dokumentation des Newport Jazz Festival von 1958 mit den großen Legenden des Jazz. Das Zeit- und Musikdokument vermittelt Eindrücke von der Lebenskraft des Jazz und von der ausgelassenen Stimmung des Festivals, setzt zudem Maßstäbe im Sinne des cinéma vérité, indem es durch seinen erfrischenden Zugang zum Publikum und zu den Künstlern eine Befreiung der Bilder und Stereotypen vom Hollywood-Jazz bewirkte. Eine Dokumentation des Jazz überhaupt, die wir in der unverfälschten amerikanischen Originalfassung zeigen.

Do., 25.Juli, 22.00 / Fr., 26. Juli, 22.00
bei der Gaststätte Waldsee, Waldseestraße 84 (Bei Regen im Kommunalen Kino)


 

Jammin' The Blues

Regie: Gjon Mili
USA 1944 OF / 10 Min.

Ein Klassiker des Genres Jazzfilm mit sieben vorzüglichen Solisten aus dem Swingorchester von Count Basie in ihrer Glanzzeit in einem Filmstudio von Hollywood. JAMMIN' THE BLUES gilt als das bislang gelungenste Beispiel ernstzunehmender Jazzinterpretation mit den Mitteln der Filmgestaltung, denn sowohl die Qualität der Musik als auch die außergewöhnlich hohe filmästhetische Gestaltung sind bislang unerreicht geblieben.

 

Texas Tenor: Iillinois Jacquet Story

Regie: Arthur Elgort
USA 1992 OmU / 81 Min.

Dem großen Tenoristen Illinois Jacquet, jenem creolischen Heißsporn der als Teenager bei Lionel Hampton anfing und neben "Hawk" und "Big Ben" bei den legendären "Tenor Battles" der JATP-Sessions aufspielte, ist diese Hommage an ihn als schöne Filmballade gewidmet. Es ist ein Verdienst des Films ein Gefühl für die Wichtigkeit und Originalität dieses Mannes für die Jazzentwicklung zu vermitteln, ohne ihn gleich zur Kult- bzw.Kunstfigur zu stilisieren. Auf dieser filmischen Odyssee verfolgt man sowohl seinen Lebensweg zurück in die Sümpfe von Louisiana und damit zu den Wurzeln des Delta-Blues und New-Orleans-Jazz, als auch durch die Geschichte des schwarzen Swings. Beginnend mit "Flying Home" der Film den Zuschauer in den berühmten Savoy Ballroom in Harlem, zu den Konzerten von Jazz-at-the-Philharmonic (JATP) und in den legendären Club "Blue Note_ in Greenwich Village; außerdem zeigt er einige Auftritte seiner jungen Big Band bei europäischen Prestigefestivals.Neben Altmeister Jacquet spielen u.a. Hugh Brodie (ts), Cecil Payne (bs), Larry Ham (as), Dick Griffin (tb), Frank Gordon, John Gordon (tps), Pat O'Leary und Richard Wyands (p), Bob Cunningham (b) und Bernard Purdie (dm).

Do., 1.8., 22:00 / Fr., 2. 8. 22:00


 

Chet Baker: Let's Get Lost

Regie: Bruce Weber
USA 1988 OF / 119 Min.

Eine schöne, wenn auch wehmütige Erinnerung an einen Musiker, der den traurigsten Ton seiner Zeit besaß. Die halb-inszenierte, halb-dokumentarische Filmballade vom unsterblichen Jazz-Hipster bringt auch seine ganze Familie sowie die letzten Spiel- und Lebensgefährten mit ins Bild. Der Film läßt auch seine alten Begleiter Jack Sheldon, Hirsh Hamel sowie den renommierten Jazzphotographen William Calxton und Plattenproduzenten Dick Bock (Pacific Jazz Records) und Bakers Leibfotografen William Claxton zu Wort kommen. Dazu reichlich Musikmitschnitte: Angefangen von einer swingenden Haussession mit Bud Powell, Barney Wilen, Andy Bey & His Sisters ("Scoubidou_) in Paris zu Beginn der 60er Jahre, dann ein rarer Fernsehenmitschnitt vom San Remo Jazz Festival (1956) mit den europäischen Allstars - Jean-Louis Chautemps, Francy Boland, Eddie de Haas und Charles Saudrais - ferner seltene Spielfilmausschnitte mit Adriano Celtano, kombiniert mit zeitgenössichen Aufnahmen mit genialen Begleitern Frank Strazzeri, John Leftwich, Ralph Penland und Nicola Stilo im Studio. Mit elegantem Schwarzweiß-Einstellungen kreist der renommierte Modephotograph Bruce Weber um zwei Bereiche, die durch eine merkwürdige Distanz voneinander getrennt sind, einerseits das unstete Leben, andererseits die ebenso fragile wie melancholische Musik von jenem gutaussehenden Hipsteridol der 50er Jahre, dessen tragisch-schönes Schicksal und verschwenderischer Lebensstil zu einem Markenzeichen Chet Bakers wurden.

Do., 8.8., 22:00 / Fr., 9.8., 22:00


 

Dizzy Gillespie: a Night in Havanna

Regie: John Holland
USA 1988 OmU / 85 Min.

Der Anlass zu diesem aufregenden Musikfilm ergab sich eher zufällig, als der leutselige, humorvolle und exzentrische Bebop-Trompeter Gillespie überraschend eine Einladung zum Jazzfestival 1985 in Havanna bekam, trotz Bedenken der amerikanischen Diplomatie unter Reagan. Auf Schritt und Tritt verfolgte nicht die CIA ihn,sondern das kleine amerikanische TV-Team bei seiner denkwürdigen Erkundigungen und Begegnungen mit den Naturreligionen, Folklore und Musikkultur Kubas. Dieser Film ist nicht nur voll mit herausragender Jazz- und Mambo-Musik ausgestattet, er ist auch ein Dokument besonderer kultureller, ethnografischer Art.

Der "König" der seltsam umgebogenen Trompete ist sowohl auf der Bühne mit seiner Gruppe, bestehend aus Sayyd Abdul Al-Khabyyr, Walter Davis Jr., John Lee, Nayr Abdul Al-Khabyyr, Big Black sowie seinem "Schüler" Arturo Sandoval mit Band, Gonzalo Rubalcaba und dem Ensemble El Conjunto Folklorico Nacional de Cuba zu sehen, als auch im Gespräch mit dem Publikum, allen voran seinen begeisterten Fans auf der Zuckerinsel, zu denen überraschender Weise auch Commandante Fidel Castro zählte. Im Finale spielt sein Sextett mit einigen Alt- und Jungstars der kubanischen Jazz-Szene so allseits bekannte Arrangements von "A Night in Tunesia", "Um - Um Manteca!", "Con Alma" etc.

Do., 15.8., 22:00 / Fr., 16.8., 22:00


 

Calle 54

Regie: Fernando Trueba
Spanien/Frankreich 2001 OF / 105 Min.

Der neuste Dokumentarfilm über die Latin-Szene aus Neuva Yorka stammt vom spanischen Star-Regisseur Fernando Trueba und ist ein abendfüllender Film voll exzellenter Jung- und Altstars der afro-kabrischen Musikszene in Manhattan. Er ist von der ersten bis zur letzten Sekunde ein wahres visuelles und akustisches Kino-Erlebnis. Bei dieser Dokumentation lassen die Musikbeispiele die Kunst eines kubanischen Kammerjazzes aufblühen Um die fesselnde Energie bzw. magische Anziehungskraft der Mambo-, Rhumba- und Cuban-Bop-Rhythmen in exzellenten Momentaufnahmen zu zeigen, hat Trueba mit seinen besten Mitarbeitern vor Ort recherchiert und dreizehn außergewöhnliche Persönlichkeiten und Protagonisten des Genres ins New Yorker Sony-Studio gebeten und auf Zelluloid dokumentiert. So etwa sind die beiden Altmeister Chico OOFarrill und Tito Puente, der großartige Bassist Isreal "Cachao" López, der mitreißende Paquito dORivera (Ikarere), die Pianistin Eliane Elias aus Sao Paolo sowie der aus Santo Domingo stammende Pianist Michel Camillo zu erleben. Am beeindruckendsten sind vielleicht die Begegnungen von Chuco Valdés mit seinem Vater Bebo Valdés Quivicán, der im Spiel mit dem legendären Bassisten Isreal "Cachao" López die Kunst eines kubanischen Kammerjazz aufblühen läßt und der Auftritt des legendären Altmeisters Leandro "Gato" Barbieri aus Rosario (Argentinien) mit seinem sonoren, leicht wehmütigen Ton am Tenorsaxophon ("Viva Bolivia").

Do., 22.8., 22:00 / Fr., 23.8., 22:00


 

Eric Dolphy: Last Date

Regie: Hans Hylkema
Niederlande 1991 engl.OF / 91 Min.

Der vielschichtige Dokumentarfilm des niederländischen Fernsehens über den frühverstorbenen Eric Dolphy erinnert an die letzte Europa-Tournee des Exil-Amerikaners. Der Film ist gleichsam in eine doppelte Rahmenhandlung gepackt: Einerseits ist der französische Musiker und Buchautor Thierry Bruneau auf Spurensuche für seine Untersuchung, zu dem er Kollegen, Verwandte, Bekannte von Dolphy vor Ort in Los Angeles besucht und befragt hatte, um etwas über ihn in Erfahrung zu bringen, wobei allerlei Wissenwertes vor allem von Dolphys Karrierestart im Orchester von Roy Porter und in diversen R&B- Bands zu Tage kommt. Andererseits bilden ausgerechnet Dolphys famosen Rundfunk-Aufnahmen (Album: Last Date) mit Misha Mengelberg, Jacques Schols und Han Bennink den zweiten Teil des Films. Zu Wort kommen auch der Produzent Aad Bos, der inzwischen verstorbene Kritiker Michel De Ruyter, der Komponist Theo Loevendie und ehemaligen Mitglieder der Boy Edgar Big Band. Jahrzehnte nach dem denkwürdigen Ereignis wurden sie in dem selben Rundfunkstudio in Hilversum wieder vereint, in dem damals die denkwürdige Session stattfand, die zufälligerweise aufgenommen worden ist.

Sa., 10.8., 22:00 / So., 11.8., 20:00 aus technischen Gründen nur im Kommunalen Kino

 



schreib mir mal! e-mail ans Kommunale Kino
kino@freiburger-medienforum.de
Startseite Kommnunales Kino Freiburg

Zurück zur
Startseite


Zuletzt bearbeitet am 27.06.2001 © aptum1997-2000 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de