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Juni 2002

Schwarzer Garten · Klassiker der französischen Avantgarde

 


 

Schwarzer Garten

von Dietmar Brehm
Österreich 1987-1999 108 Min.

Der Film SCHWARZER GARTEN besteht aus 6 unabhängigen Kurzfilmen, die auf dem selben Hintergrund aufbauen und insgesamt einen geschlossenen Zyklus ergeben. Die einzelnen Teile: 1. THE MURDER MYSTERY (1987/92); 2. BLICKLUST (1992); 3. PARTY (1995); 4. MACUMBA (1995); 5. KORRIDOR (1998); 6. ORGANICS (1998/99).

"Die Inspirationsquelle war das viele Lesen historisch-römischer Literatur. Aus dieser Motivation entstanden die düster-sexuellen Behandlungen der Körperdarstellungen. Letztlich sind wir alle lebende Leichen und schnell wieder tot." (Dietmar Brehm).

Von der visuellen Qualität sind die einzelnen Teile des Zyklus von eigenwilliger und einzigartiger Gestaltung. Dietmar Brehm entwickelte in seinem Studio eine Technik die er selber "pumping screen" nennt und die bei diesen Filmen zur ausgreifter Form gelangt. Die Filme verwenden Found Footage Bildmaterial aus Dokumentarfilmen, Pornos und anderen Quellen sowie zum Teil selbstgedrehtes Material.

SCHWARZER GARTEN sind sechs dunkle düstere Filmtraumgedichte von einem der wichtigsten und produktivsten Filmkünstler Österreichs.

Di., 4.6., 20.00

 


 

Klassiker der französischen Avantgarde

 

Jeux des reflets et de la vitesse

von Henri Chomette
Frankreich 1923-25 7 Min.

Dieser Film beginnt mit Bildern fast abstrakter fotografierter Lichteffekte und Objekte: Spiegelreflexe, verschiedene Kreise und sich bewegender Kugeln.

Cinq minutes de cinéma pur

von Henri Chomette
Frankreich 1925 5 Min.

Der Film entstand durch das Überblenden von einer Folge von sich drehender, glitzender Glas- und Kristallformen, die abwechseln mit Negativaufnahmen von Bäumen und Wasserspieglelungen.

Die beiden Filme von Henri Chomette zählen zu den Meisterwerken des französischen Cinéma pur (reines Kino) und sind Gegenstücke zu dem deutschen absoluten Film wie Eggeling und Richter ihn gestaltet haben. Chomette schuf diese beiden Glanzstücke des frühen künstlerischen Filmes bevor er kommerziell orientierte, weitgehend bedeutungslose Filme herstellte.

Le sang d´un poète

Regie & Buch: Jean Cocteau; Produktion: Vicomte de Noailles; Kamera: Georges Périnal; Musik: Georges Auric; mit Lee Miller, Enrique Rivero, Pauline Carton
Frankreich 1930-32 55 Min.

Von LE SANG D`UN POÈTE bis zu Cocteaus letztem Film, 30 Jahre später, war der Surrealismus für den Stil seiner Filme bestimmend. Es ist allerdings ein Surrealismus, den Cocteau für sich adaptierte, der zum Ausdrucksmittel für Poesie wurde.

LE SANG... entspricht noch am stärksten dem surrealen Stil jener Zeit, obgleich auch hier eine Art Handlung unschwer wahrzunehmen ist. Der im Titel apostrophierte Dichter ist Maler. Er malt einen Frauenkopf, dessen Lippen sich plötzlich bewegen. Erschrocken versucht der Dichter, mit der Hand den Mund zuzuhalten; die Lippen übertragen sich auf seine Handfläche und bewegen sich dort fort. Er schläft ein und findet nach dem Erwachen den Torso einer Frauenstatue in seinem Zimmer. Auf dem Weg in sein Unbewusstes gelangt die Figur zuletzt zu seiner Kindheit zurück.

Peter Weiss interpretiert den Film als Cocteaus eigene Entwicklungsgeschichte: die Kunst des Dichters entsteht als Sublimierung einer nicht erfüllten Liebe und der Unfähigkeit, eine Beziehung zur Frau aufzunehmen.

Do., 20.6., 20.00 / Fr., 21.6., 22.00

 


 

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