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Mittwochskino: CineLatino

Aktuelle Spielfilme aus Lateinamerika

In diesem Monat zeigen wir eine Reihe neuer Filme aus Lateinamerika, die jeweils die kinematographischen Ausdrucksformen und gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Länder auf kreative und unterhaltsame Weise wiederspiegeln.

Taxi - Eine Nacht in Buenos Aires · Grosse Diebe - kleine Diebe · Durch das Fenster · Domésticas

Zu CineLatino zeigt auch unser Film des Monats Mai SPIEL FÜR MICH (Tocá para mi) vom 22. bis 29. Mai

 


 

Taxi - Eine Nacht in Buenos Aires

(Taxi - un encuentro)

Regie & Buch: Gabriela David; mit Diego Peretti, Josefina Viton, Muguel Guerberof
Argentinien 2001 OmU / 93 Min

 

Esteban ist ein kleiner Gauner in Buenos Aires. Er hat sich auf Taxidiebstähle spezialisiert. Bevor er sie zu seinem Hehler bringt, spielt er gern für ein paar Stunden den Taxifahrer. Das bringt ihm ein paar Pesos ein und hilft ihm über die Einsamkeit hinweg. Doch in dieser einen Nacht kommt alles anders. Eine junge Frau, Laura, bricht in seinem gestohlenen Taxi mit einer schweren Schußwunde zusammen. Esteban ist hin- und hergerissen zwischen dem Impuls zu helfen und Angst vor Scherereien mit der Polizei. So bringt er die Schwerverletzte nicht ins Krankenhaus, sondern in seine Wohnung, wo er gemeinsam mit seinem Vater die Kugel entfernt und ihr so das Leben rettet. Als ihr Zustand sich nicht zu bessern scheint, gerät Esteban in Panik. Er setzt sie an einer einsamen Straßenecke ab und ruft den Notarzt.

Eine scheinbar kleine, intime Geschichte, deren Vielschichtigkeit erst nach und nach sichtbar wird. Auch aufgrund der ungewöhnlichen Erzählstruktur voller Überraschungen und der atmosphärisch dichten Bilder gehört dieser Debüt-Film von Regisseurin Gabriela David zu den schönsten Neuentdeckungen aus Lateinamerika. Freiburger Erstaufführung!

Mi., 1.5., 20:00 / Do., 2.5., 20:00 / Fr., 3.5., 22:00 / So., 5.5., 18:00

 


 

Grosse Diebe - kleine Diebe

(100 años de perdon)

Regie: Alejandro Saderman; mit Orlando Urdaneta, Mariano Alvarez, Daniel Lugo, Elluz Peraza
Venezuela 1999 OmU / 99 Min.

 

Vier Freunde hoffen, sich mit einem Schlag von allen finanziellen Nöten befreien zu können. Nachdem sie selber bei einem Bankencrash ihr gesamtes Vermögen verloren haben, wollen sie sich jetzt durch einen ausgeklügelten Einbruch in der Bank ihre Ersparnisse wieder zurückholen. Doch die kleinen Diebe haben nicht mit noch größeren Dieben gerechnet. Das auserwählte Geldinstitut ist bereits bankrott, und die Freunde finden heraus, dass die Direktoren gemeinsam mit korrupten Regierungsbeamten das ganze schöne Geld auf die eigene Seite geschafft haben. Die Situation im Bankgebäude eskaliert zu einer Kette unvorhersehbarer Ereignisse ...

Eine turbulente Komödie über Freundschaft, Betrug, die Rache des kleinen Mannes und viel, viel Geld. Ernster Hintergrund der Handlung ist der schwerste venezuelanische Bankencrash Mitte der 90er Jahre, bei dem rund zwei Millionen Kontoinhaber ihre gesamten Ersparnisse verloren. "Wer einen Dieb bestiehlt, verdient 100 Jahre Vergebung", sagt ein venezuelanisches Sprichwort, und die Musik spiegelt den südamerikanischen Flair des Films: typische Latino-Rhythmen gewürzt mit einer Prise Melancholie. Der argentinische Regisseur Alejandro Saderman ist einer der prominentesten Vertreter des südamerikanischen Kinos. Für GROSSE DIEBE - KLEINE DIEBE erhielt er nicht weniger als dreizehn nationale Filmpreise und internationale Anerkennung.

Mi., 8.5., 20:00 / Do., 9.5., 22:00

 


Durch das Fenster

(Através da janela)

Regie: Tata Amaral; Buch Jean-Claude Bernadet, Fernando Bonassi, Tata Amaral; Kamera: Hugo Kovensky; Schnitt: Idê Lacreta; Musik: Livio Tragtenberg, Wilson Sukorski; mit Laura Cardoso, Fransérgio Araujo, Ana Lúcia Tore u.a.
Brasilien 2000 OmU / 83 Min.

 

Raimundo lebt mit 24 Jahren immer noch bei seiner Mutter, mit der ihn eine ungewöhnlich zärtliche Beziehung am Rande zur Neurose verbindet. Für Mutter Selma, eine pensionierte Krankenschwester, bricht eine Welt zusammen, als das Verhalten ihres Sohnes ihr verrät, dass er eine Freundin haben muss. Bisher hatte sie ihre Tage mit der Sorgeroutine für Raimundo gefüllt. Eines Tages bringt er einen verletzten Mann an und fordert von Selma, diesen zu versorgen. Die ödipale Beziehung der beiden gerät außer Kontrolle. Die Auseinandersetzungen werden aggressiver bis der Vorhang der Liebe reißt und Selma spürt, dass mehr dahinter steckt, als nur Eifersucht. Plötzlich sieht sie sich verwickelt in kriminelle Machenschaften und muss eine Entscheidung treffen. Das Mutter-Sohn-Melodrama gibt den Blick frei auf die perspektivlose "verlorene Generation" der brasilianischen Jugend dieser Tage.

Mi., 15.5., 20:00 / So., 19.5., 18:00

 


Domésticas

Regie: Fernando Meirelles und Nando Olival; Buch: Renata Melo nach ihrem eigenen Stück; Kamera Lauro Escorel; Schnitt: Deo Teixera; Musik: André Abujamra; mit Claudia Missura, Graziella Moretto, Lena Roque u.a.
Brasilien 2000 OmU / 90 Min.

 

In Brasilien gibt es so etwas wie ein unsichtbares zweites Land, jenes der Domésticas, der Hausangestellten. Sie heißen Cida, Roxanne, Quitéra oder Raimunda und sind tagaus tagein damit beschäftigt, anderen den Haushalt zu besorgen und das Haus sauber zu halten. Alle träumen sie von einer glücklichen Heirat, einem besseren Mann oder einer Karriere als Mannequin. DOMESTICAS ist nun nicht etwa ein dokumentarischer Report über Hausangestellte, es ist vielmehr ein schmissiger Spielfilm voller Witz und Humor, der für einmal ganz einfach Menschen hinter den Kulissen einer lateinamerikanischen Großstadt (in diesem Fall ist es Sao Paulo) zu Hauptfiguren macht.

DOMESTICAS ist auch ein starkes Stück lateinamerikanischer Realität. Die brasilianische Autorin Renata Melo hat sich intensiv mit den Domésticas auseinandergesetzt und schafft es, deren Leben hinter den Kulissen auf amüsante und dennoch vielschichtige Art zu beschreiben. Während die "Herrschaften" gar nicht sichtbar werden, sind wir ganz auf der Seite der Hausangestellten. Ihr Lebensrhythmus prägt den Film. Ihre Statements über Gott und die Welt kommentieren das Geschehen.

Mi., 29.5., 20:00 / Di., 4.6., 22:00 / Do., 6.6., 20:00

 


 

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 31.03.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de