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Mittwochskino: Metropolitanes Leben in Argentinien

Seit Anfang der Neunziger erlebt die argentinische Filmszene einen regelrechten Boom mit Werken junger RegisseurInnen. Sie greifen neue Stoffe auf, die völlig aus dem Rahmen des Gewohnten fallen und gestalten sie mit ungewöhnlichen ästhetischen Mitteln. Es geht in ihren Filmen weniger um die Bewahrung bewährter Traditionen oder um politische Gesamtentwürfe, vielmehr wird der Blick auf den Alltag, auf das Detail gerichtet - insbesondere auf die Lebensmöglichkeiten und die neuen Realitäten in den Städten. Viele Filme betrachten die Dinge aus der Perspektive jugendlicher Protagonisten in Metropolen wie Buenos Aires. Die jungen Menschen schwanken zwischen Jobben und Träumen, disparaten Familienverhältnissen und verfahrenen Liebesbeziehungen, Experimenten mit Drogen und dem Druck, Verantwortung zu übernehmen.

Der Trend geht zu persönlichen Geschichten, die jedoch oft auf sehr subtile und lebendige Weise gesellschaftliche Verhältnisse reflektieren.

Kranenwelt · Feines Pulver · Martín · Taxi - Eine Nacht in Buenos Aires

 


 

Kranenwelt

(Mundo Grúa)

Regie & Buch: Pablo Trapero; mit Luis Margani, Adriana Aizemberg, Daniel Valenzela, Roly Serrano
Argentinien 1999 OmU / 90 Min.

 

In MUNDO GRÚA wird ein filmisch weitgehend ignoriertes Thema aufgegriffen: die Arbeitslosigkeit in der Metropole Buenos Aires. Mit fast dokumentarischen Mitteln beschreibt Trapero in seinem erstaunlichen, mehrfach ausgezeichneten Debüt unaufdringlich die Folgen einer Entlassung, den täglichen Kleinkrieg um das Nötigste und den Versuch etwas Würde zu bewahren. Rulo ist um die fünfzig, gutmütig, und hat einen runden Bauch. Früher war er Bassist in einer bekannten Rockband, doch das ist lange her. Nun schlägt er sich mit Gelegenheitsarbeiten auf Baustellen durch. Mit Hilfe seines Freundes Torres bereitet er sich auf die Prüfungen als Kranführer vor. Voller Zuversicht geht er eine Beziehung mit Adriana ein, die eine Sandwichbude betreibt. Als es mit dem Traumjob nicht klappt ist Rulo gezwungen, eine Stelle in Südargentinien anzunehmen, tausende Kilometer von Buenos Aires entfernt.

Mi., 3.4., 20:00 / Fr., 5.4., 22:00 / So., 7.4., 18:00

 


 

Feines Pulver

(Picado Fino)

Regie, Buch, Kamera: Esteban Sapir; Kamera: Víctor 'Kino' González; Schnitt: Marcelo Dujo, Miguel Marín; Ton: Gaby Kerpel; Musik: Francisco Sicilia; mit Facundo Juengo, Belén Blanco, Marcela Guerty, Fanny Robman, Nora Zinski u.a.
Argentinien 1996 OmU / 79 Min.

 

"Du bist kalt wie ein Kühlschrank", wirft die schwangere Anna ihrem Freund Tomás vor. Nach außen hin wirkt der Achtzehnjährige hermetisch. Rast- und schlaflos zirkuliert er durch die abgewrackten, von Verkehrszeichen und Reklametafeln dominierten Straßen einer argentinischen Industriestadt, verschlingt "Ulysses" von James Joyce und träumt davon, in den Norden abzuhauen. Als er sich in Alma verknallt, die ihn mit einem Kokaindealer bekannt macht, nimmt diese fixe Idee konkrete Züge an. PICADO FINO ist ein von Chiffren und Symbolen gesäumter Trip, eine mit kühler Brillianz fotografierte Schwarzweiß-Collage zwischen surrealem Witz und bedeutungsschwangere Überfrachtung.

Mi., 10.4., 20:00 / Fr., 12.4., 22:00 / So., 14.4., 18:00

 


Martín

(Hache)

Regie: Adolfo Aristarain; Buch: Adolfo Aristarain, Kathy Saavedra; Kamera: Porfirio Enriquez; Musik: Fito Paéz; mit Federico Luppi, Martin Juan Diego Botto u.a.
Agentinien 1997 OmU / 134 Min.

 

Der junge Martin ist 19 Jahre und lebt bei seiner Mutter in Buenos Aires. Als er bei einem Experiment mit Drogen beinahe stirbt, holt ihn sein Vater aus Argentinien zu sich nach Madrid, wo er sich erholen sollte und Ferien verbringen kann. Martins Vater, seine junge Geliebte Alicia und sein bester Freund Dante, ein Abenteurer und Seiltänzer, bemühen sich alle auf ihre Art leidenschaftlich um Martin junior. Doch der bleibt abweisend. Er verbirgt lieber seine Gefühle, denn er weiss: Wer liebt, ist verletztlich.

"Es ist mein persönlichster und gewagtester Film, und ich komme in allen Figuren vor. Mich beschäftigt, was wirklich im Innern der Figuren vorgeht. Ich spreche von Loyalität, von Freundschaft und von Respekt gegenüber sich selbst." (Adolfo Aristarain)

Mi., 24.4., 20:00 / Do., 22:00 / So., 28.4., 18:00

 


Taxi - Eine Nacht in Buenos Aires

(Taxi - un encuentro)

Regie & Buch: Gabriela David; mit Diego Peretti, Josefina Viton, Muguel Guerberof
Argentinien 2001 OmU / 93 Min

 

Esteban ist ein kleiner Gauner in Buenos Aires. Er hat sich auf Taxidiebstähle spezialisiert. Bevor er sie zu seinem Hehler bringt, spielt er gern für ein paar Stunden den Taxifahrer. Das bringt ihm ein paar Pesos ein und hilft ihm über die Einsamkeit hinweg. Doch in dieser einen Nacht kommt alles anders. Eine junge Frau, Laura, bricht in seinem gestohlenen Taxi mit einer schweren Schußwunde zusammen. Esteban ist hin- und hergerissen zwischen dem Impuls zu helfen und Angst vor Scherereien mit der Polizei. So bringt er die Schwerverletzte nicht ins Krankenhaus, sondern in seine Wohnung, wo er gemeinsam mit seinem Vater die Kugel entfernt und ihr so das Leben rettet. Als ihr Zustand sich nicht zu bessern scheint, gerät Esteban in Panik. Er setzt sie an einer einsamen Straßenecke ab und ruft den Notarzt.

Eine scheinbar kleine, intime Geschichte, deren Vielschichtigkeit erst nach und nach sichtbar wird. Auch aufgrund der ungewöhnlichen Erzählstruktur voller Überraschungen und der atmosphärisch dichten Bilder gehört dieser Debüt-Film von Regisseurin Gabriela David zu den schönsten Neuentdeckungen aus Lateinamerika. Freiburger Erstaufführung!

Mi., 1.5., 20:00 / Do., 2.5., 20:00 / Fr., 3.5., 22:00 / Sa., 5.5., 18:00

 


 

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 31.03.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de