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Wiederaufführung: Jean-Luc Godards frühe Filme

"Jean-Luc Godards Filmbilder sind Ikonen des 20. Jahrhunderts, geliebte Bilder, die man so wenig versteht, wie alles, dem man verfallen ist: Momente der Emanzipation und der Erregung, der Zärtlichkeit und des Schocks. Sie sind Kult und Kunst, Pop und Politik, ferne Erinnerung und Nahaufnahme, unverschämt erotisch und doch niemals obszön."

AUSSER ATEM, der zur Initialzündung für die Nouvelle Vague wurde und bis heute Godards einziger kommerziell erfolgreicher Film blieb, ist Teil einer Reihe früher Godard-Filme, die als nagelneue Kopien ins Kommunale Kino kommen. In den nächsten Monaten können wir den mächtigen Wellenschlag der Nouvelle Vague mit Werken Godards noch einmal erleben.

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Jean-Luc Godard
Die Zukunft des Films

Im Mai zeigen wir DIE GESCHICHTE DER NANA S. und im Juni ALPHAVILLE.


 


 

Ausser Atem

(A bout de souffle)

Regie: Jean-Luc Godard; Buch: François Truffaut; Kamera: Raoul Coutard; Schnitt: Cécile de Cougis; Musik : W. A. Mozart, Martial Solal; mit Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo, Henri-Jacques Huet, Van Doude, Daniel Boulanger u.a.
Frankreich 1959 OmU / 88 Min.

 

Michel, ein heimatloser Ganove, der sich auf Autodiebstahl spezialisiert hat, wird bei der Fahrt mit einem gestohlenen Wagen von einem Polizisten erwischt und erschießt diesen. Der Einzelgänger kehrt scheinbar ungerührt nach Paris zurück und flirtet mit der amerikanischen Studentin Patricia, bei der er Unterschlupf findet. Doch die Polizei kommt ihnen auf die Spur...

Jean-Luc Godard schuf einen Meilenstein der Filmgeschichte und den Prototyp der Nouvelle Vague. Ein cooles Pärchen, das ein neuen Lebensgefühl ausdrückt, eine ungewohnte Schnitt-Technik, der Einsatz einer Handkamera und Dialoge, bei denen nur einer der Partner zu sehen ist, sorgten für Furore. Der Film wimmelt von inszenatorischen Regelverstößen, die man damals der Unerfahrenheit des Anfängers zuschrieb und erst später als raffinierte Absicht erkannte: einerseits den Artefakt-Charakter des Films hervorzuheben, andererseits das amerikanische Ideal der "unsichtbaren" Regie zu torpedieren.

Jean-Paul Belmondo als Ganove und Jean Seberg als Zeitungen verkaufende Studentin wurden durch ihre Rollen über Nacht zu Stars.

Do., 25.4., 20:00 / Fr., 26.4., 22:00 / Sa., 27.4., 22:30 / So., 28.4., 20:15 / Di., 30.3., 20:00 / Mi., 1.5., 22:00

 


 

Die Geschichte der Nana S.

(Vivre sa vie)

Regie, Buch & Schnitt: Jean-Luc Godard; Kamera: Raoul Coutard; Musik: Michel Legrand; mit Anna Karina, Sady Rebbot, André S. Labarthe
Frankreich 1962 OmU / 79 Min.

 

"Man ist verantwortlich für das, was man ist und tut" sagt Nana zu Beginn des Films und wird eher zufällig Prostituierte. Als sie nach "zwölf Bildern" sagt, was sie will, nämlich mit dem Geliebten zusammenziehen, zeigt ihr Zuhälter wenig Verständnis. Und wir, die wir zuvor mit ihr in Bressons "Passion de Jeanne d'Arc" waren, wussten es von da an. Verstehen und Leben gleichzeitig, das ist halt schwierig.

In zwölf klassisch gewordenen Kapiteln erzählt Godard die Passion der Nana S. in Paris. Nana arbeitet in einem Schallplattengeschäft. Da sie die Miete nicht mehr bezahlen kann, wird sie allmählich zur Prostituierten; erst gelegentlich, dann aber, nachdem sie einen Zuhälter gefunden hat, professionell. Godard zeigt nicht, was Nana als Prostituierte tut, sondern was mit ihr geschieht. In einer Mischung aus Dokumentation und Fiktion entsteht das Bild einer jungen Frau, die Objekt in einer entfremdeten Welt ist und sich der Fremdbestimmung entziehen will. Der durch Zwischentitel in zwölf Kapitel gegliederte Film ist Godards erster Versuch, die bislang übliche Film-Erzählung durch einen Film-Essay zu ersetzen. Indem Godard quasi Brechts Theorie des epischen Theaters auf den Film anwendet, vollzieht er den bis dahin (1962!) radikalsten Bruch mit dem klassischen Erzählkino.

Do., 9.5., 20:00 / Fr., 10.5., 22:00 / Sa., 11.5., 18:00 / So., 12.5., 22:00 / Di., 14.5., 19:30 ciné club mit Einführung durch Guillaume Bérart & Christoph Herzog / Mi., 15.5., 22:00

 


 

Alphaville - Lemmy Caution gegen Alpha 60

Regie & Buch: Jean-Luc Godard; Kamera: Raoul Coutard; Musik: Paul Misraki; Schnitt: Agnès Guillemot; mit Eddie Constantine, Anna Karina, Akim Tamiroff, Howard Vernon, Laszló Szábo, Michel Delahaye u.a.
Frankreich 1965 OmU / 93 Min.

 

Jean-Luc Godard nahm sich Mitte der sechziger Jahre, ähnlich wie Trauffaut mit FAHRENHEIT 451, des populären amerikanischen Science-Fiction-Films an und übersetzte ihn in die Nouvelle Vague. Natürlich ist ALPHAVILLE etwas ganz anderes geworden.

Ivan Johnson alias Lemmy Caution, Agent der Außenwelt, kommt nach Alphaville. Hier wird jede Regung gesteuert von Alpha 60, einem riesigen Computer. Zahlreiche Angestellte in futuristischen Gebäuden kümmern sich ausschließlich um die Umsetzung seiner Befehle. Wenn der Computer durcheinanderkommt, kann es passieren, dass sich alles in sein Gegenteil verkehrt, selbst das Schwarzweiß des Films wird negativ.

Auf dem Weg durch diese absurde Welt der Zukunft mit ihren Sechziger-Jahre-Schlitten bekommt Lemmy Caution eine Gefährtin: Natascha, die Tochter des Professor von Braun wird auf ihn angesetzt - Anna Karina war nie schöner.

Da es weder Gefühle noch die Worte dafür gibt in Alphaville, kommen sich die beiden in poetischen, hoch symbolischen Dialogen näher. Man könnte sagen, sie flirten philosophisch.

Unter dem Deckmantel eines Science-Fiction-Krimis mit dem ultracoolen Eddie Constantine versteckt sich eine symbolische Komödie über die Liebe, über Eroberung und Verführung.

Fr., 24.5., 20:00 / Sa., 25.5., 18:00 / Di., 28.5., 22:00

 



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Zuletzt bearbeitet am 26.04.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de