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April 2002

Missa Solemnis & und der europäische Kolonialismus

Verlassen; Verloren; Einsam, Kalt · Tod und Teufel

 


 

Verlassen; Verloren; Einsam, Kalt (Missa Solemnis)

Regie, Buch, Kamera & Schnitt: Klaus Wyborny; Musik: Ludwig van Beethoven (Missa Solemnis) mit Einsprengseln von Klaus Wyborny
Deutschland 1984 - 1991 85 Min.

Der Film versucht die europäische Kolonialisierung der Welt zwischen 1550 und 1914 zu beschreiben. Ort der "Handlung" ist das englische Empire in Afrika. Dabei wird Beethovens "Missa Solemnis" als eine Art Metapher für den europäischen Willen zum Beherrschen der Welt verwendet. So wie es das kreative Genie Beethovens schafft, die Masse an Solisten, Chor und Orchester durch Noten und Strukturen zu koordinieren und zu organisieren, so kommt die Fähigkeit zur Koordination im wirtschaftlich und politischen "Beherrschen der Welt" auf anderer Ebene zum Tragen.

Der Film ist in fünf Teile gegliedert. Die Messe von Beethoven wird nicht komplett durchgespielt, sie wird im zweiten Teil des Filmes sogar komplett ausgelassen. Der zweite Teil des Filmes ist ein "Intermezzo" mit Bildern aus Kairo. In diesem Teil des Filmes wird der einzige Konkurrent Europas in diesem Bereich beschrieben, die arabische Kultur, die sich christlichem Einfühlungsvermögen weiterhin verschließen wird. Die übrigen Teile des Filmes gliedern sich folgendermaßen: Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei. Zu sehen sind Bilder aus englischen Industrieanlagen und Aufnahmen aus verschiedenen afrikanischen Ländern des englischen Einflussbereiches.

Di., 02.04. 20:00

 


 

Franz Wedekind: Ein Totentanz von Stephen Dwoskin

Tod und Teufel

Regie: Stephen Dwoskin; Buch: St. Dwoskin, Charles Regnier, Ross Spain, Volker Elis Pilgrim nach dem Theaterstück von Frank Wedekind; Musik: Gavin Bryars; mit Charles Regnier, Carola Regnier, Brigitte Rau, Matthias von Spallart, Ulla Larsson
GB 1973 DF / 92 Min.

TOD UND TEUFEL ist die höchst ungewöhnliche Verfilmung eines 1905 entstandenen Bühnenstücks von Franz Wedekind (vom Autor als "Totentanz" bezeichnet), in dem es um die Auseinandersetzung zwischen einem pessimistischen Sensualismus und der Frauenbewegung geht. Dwoskin nimmt das Stück jedoch nur zum Ausgangspunkt einer Forschungsreise in den Mikrokosmos menschlicher Gesten und Reaktionen. Der Film wurde in England produziert aber in Deutsch gedreht und ist ein ungewöhnliches und faszinierendes Experiment, die Sprache und den Ausdruck des Theaters in eine eigenständige filmische Sprache zu überführen. Stephen Dwoskin war vor allem in den 70er Jahren einer der wichtigsten Vertreter eines neuen und eigenständigen Films in England. Besonders die Auseinandersetzung mit Körper und Sexualität spielt in seinen Filmen eine große Rolle. Auch für Wedekind war die Gesellschaftskritik vor allem Moralkritik. Er bricht in eines der am hartnäckigsten verteidigten gesellschaftlichen Tabus ein, in das der Sexualität. In der Bloßstellung einer verlogenen und scheinhaften bürgerlichen Moral übertrifft Wedekind an schockierender Aggressivität alle seine Vorgänger.

Di., 16.04., 20:00

 


 

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