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Mittwochskino: Afghanistan / Safi Faye

Ghame Afghan - Die Trauer des Afghanen · Mossane · Kaddu Beykat

 


 

Afghanistan - ein Land ohne Bilder

Auf der Suche nach Filmen über Afghanistan mussten wir feststellen, dass es kaum welche gibt: weder aus Afghanistan selbst — dort existiert schon lange keine Filmproduktion mehr — noch im internationalen Kino. Selbst an Fernsehproduktionen existiert weltweit nur eine geringe Zahl von Dokumentarfilmen. Für den iranischen Regisseur Mohsen Makmalbaf, dessen Spielfilm KANDAHAR vor kurzem auch im deutschen Kino zu sehen war, belegt dieser Zustand eine universelle Ignoranz, die Afghanistan zu einem Land ohne Bilder macht.

Wir zeigen jetzt einen Film des afghanischen Filmemachers Zmarei Kasi aus dem Jahr 1986. Er behandelt nicht die Lage in Afghanistan selbst, sondern die Flucht einer Familie nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen; die Greuel des Krieges und das Leben in den pakistanischen Flüchtlingslagern sind heute jedoch wieder für viele Afghaninnen und Afghanen traurige Realität.

 


 

Ghame Afghan - Die Trauer des Afghanen

Regie & Buch: Mark M. Rissi & Zmarei Kasi; Kamera: Werner Schneider; mit A. Farid, A. Chang, J. Baber, L. Gul u.a.
Afghanistan / CH 1986 OmU / 86 Min.

 

Djumas Vater war - wohl zur Zeit der Republik unter dem Präsidenten Daud, also noch vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen - von der Geheimpolizei eingekerkert worden. Sein Bruder Hakeem wird jetzt deren Opfer, weil er einem Widerstandskämpfer gegen das kommunistische Regime das Leben zu retten versuchte. Daraufhin beschließt die Familie, nach Pakistan zu fliehen. Die nun mittellose und entwurzelte Familie findet sich in der neuen Situation des Flüchtlingslagers nicht mehr zurecht. Die jüngere Schwester Mina wird auf offener Straße entführt, an einen reichen Händler verschachert und zwangsweise mit ihm verheiratet. Die Männer werden von Werbern aufgefordert, mit den Mudschaheddin in den Heiligen Krieg zu ziehen. Der Film zeigt ein Land im Bürgerkrieg, aber er zeigt auch ein Afghanistan, das mehr ist als nur Kriegsschauplatz - die karge schöne Landschaft, Kinder bei ihren Spielen, das alltägliche Leben im Dorf.

Mi., 13.3., 20:00 / Do., 14.3., 22:00 / Sa., 16.3., 18:00

 


 

 

Safi Faye - eine afrikanische Frau hinter der Kamera

Safi Faye, geb. 1943 in Dakar, war die erste Frau Senegals, wenn nicht die erste schwarze Afrikanerin überhaupt, die Filme gedreht hat. Ihr Erstlingswerk KADDU BEYKAT (1975) hat wegen der Unerbittlichkeit, mit der es sich afrikanischen Problemen stellt, und wegen der authentischen und sensiblen Art, mit der es dies tut, große internationale Beachtung gefunden. Bei ihrem dritten Film MOSSANE (1996) hatte Faye erhebliche Schwierigkeiten bei der Produktion zu überwinden, um ihr Anliegen, die Emanzipation der afrikanischen Frau, zu einem poetischen Bild zusammenzufügen.

 


 

Mossane

Regie & Buch: Safi Faye; Kamera: Jürgen Jürgens; Musik: Yandé Codou Scène; mit Magou Seck, Isseu Niang, Moustapha Yade, Abou Camara
Senegal 1996 OmU / 105 Min.

 

An einem Meeresarm in der Nähe der senegalesischen Atlantikküste lebt Mossane in dem kleinen Dorf Mbissel. Der Respekt vor den Sitten und die Verehrung der Geister bestimmen das Leben der Familien. Alle zwei Jahrhunderte, so besagt die Legende, soll ein Mädchen geboren werden, dessen Schönheit zum Verhängnis führt und unerfüllt bleibt. Mossane bedeutet in der Sprache der Serer ‘Schönheit‘. Weil sie von vielen Männern im Dorf begehrt wird, rät der Heiler und Hellseher Baak den Eltern, die Tochter schleunigst zu verheiraten. Bei der Suche nach einem Ehemann stehen Tradition und wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Und so fällt die Wahl auf Diogoye, einen in Frankreich lebenden wohlhabenden Emigranten. Doch Mossane liebt den mittellosen Studenten Fara und ist keinesfalls bereit, sich dem Beschluss der Eltern einfach zu unterwerfen.

Mi., 20.3., 20:00 / Sa., 23.3., 22:00 / So., 24.3., 18:00

 


 

Kaddu Beykat

(Nachrichten aus dem Dorf)

Buch & Regie: Safi Faye; Kamera: Patrick Fabry; Schnitt: Andrée Davanture; mit Maguette Gueye, Assane Faye
Senegal 1975 OmU

 

Safi Faye zeigt in ihrem dokumentarischen Spielfilm in ruhigen Bildern den Rhythmus der Feldarbeit und den Alltag in ihrem Heimatdorf im Senegal.

Kaddu beykat (das Wort des Bauern) thematisiert aber auch auf sehr direkte Weise die Probleme, die durch (Erdnuss-)Monokultur, Kreditwirtschaft und Landflucht entstehen: Der junge Dorfbewohner Ngor geht nach einer schlechten Ernte in die Stadt, um Arbeit zu suchen, macht dort jedoch enttäuschende Erfahrungen.

"Die Landwirtschaft spielt in der Ökonomie unseres Landes eine entscheidende Rolle. Der Teufelskreis von Trockenheit, Hunger und Landflucht ist durch das Prinzip der Monokulturen verursacht, einem Restbestand aus der kolonialen Vergangenheit" (S. Faye)

Wegen seiner Thematik, der dafür gewählten Form der Selbstdarstellung und der poetischen Sensibilität darf der Film als Musterbeispiel des engagierten afrikanischen Filmschaffens angesehen werden.

Mi., 27.3., 20:00 / Sa., 30.3.,18:00

 


 

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 30.01.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de