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Volker Anding

Volker Anding aus Wuppertal ist Cineasten, die in den 80ern die deutsche Produktion verfolgten, ein Begriff. Mit seinem ersten halblangen FALL DES ELEFANTEN schrieb er Kleine Fernsehspiel-Geschichte. In der Düsseldorfer Kunstszene verwurzelt, beteiligte er sich an dem neuen Medium Kunstvideo. Anfang der 90er bestückte er ein mitternächtliches Videokunstmagazin auf Sat1/RTL.

Seine Dokumentarrecherchen richten sich zielstrebig auf leicht abseitige, dennoch alltägliche Phänomene statt auf Brennpunkte oder globale Desaster. Er bleibt nah am Menschen/Tier ohne einen fernen Blick zu verlieren. Drei Grimme-Preise hat er mit seinem ganz speziellen Humor inzwischen erworben. Endlich erfährt innerhalb unserer kleinen Werkschau sein vor zwei Jahren in Freiburg gedrehter GEISTER SIND AUCH NUR MENSCHEN eine hiesige Premiere.

Am 28.3. ist Volker Anding bei uns zu Gast.

Geister sind auch nur Menschen · Der Fall des Elefanten · Auf der Suche nach Streuf · Ratten

 


 

Geister sind auch nur Menschen

D 2000 79 Min.

 

Was tun, wenn wir dem Unerklärlichen begegnen, wenn einem etwas passiert, das man lieber selbst nicht glauben möchte?

Volker Anding geht dem Thema paranormaler Erlebnisse mit unvoreingenommer Neugier nach und heftet sich an die Fersen des Physikers, Psychologen und Spuk-Spezialisten Dr.Dr. Walter von Lucadou aus Freiburg. Sein Motto: "Nichts glauben, aber alles für möglich halten".

Die Beweislage ist schwierig. Wie kann man Spuk mit der Kamera festhalten? Hilft vielleicht Unschärfe oder indirektes Filmen durch einen Spiegel? Immerhin, im berühmten "Fall Rosenheim" von 1967 drehte sich ein Bild an der Wand vor laufender Videokamera.

Die Betroffenen: Menschen wie du und ich, die bis heute keine rationalen Erklärungen für ihre Spuk-Erlebnisse haben. Es geht um Grenzerfahrungen zwischen der mentalen und materiellen Welt. Dr.Dr. von Lucadou analysiert zuallererst die psychologischen Faktoren. Eine unbequeme Einsicht: "Geister sind auch nur Menschen".

Do., 28.3., 20:00 in Anwesenheit des Regisseurs / Mo., 1.4., 18:00

 


 

Der Fall des Elefanten

BRD 1986 45 Min.

Adolph Grimme-Preis 1986

 

Die Märchen unserer Tage sind fast so unglaublich wie der Alltag, der sie hervorbringt. Volker Andings Film DER FALL DES ELEFANTEN greift auf ein spektakuläres Ereignis zurück - den Sprung des Elefanten "Tuffi" aus der Wuppertaler Schwebebahn im Jahre 1950.

Die amerikanische Illustrierte "Life" bot seinerzeit 10000 Mark für ein Originalfoto von diesem Ereignis. Doch vor seinem Sturz demolierte Tuffi die Kamera eines mitreisenden Fotografen; das Ereignis ist der Nachwelt nur durch eine Fotomontage und durch eine Vielzahl von Augenzeugen überliefert, deren Schilderungen sich in fast allen Details widersprechen oder wechselseitig in Frage stellen.

Eine Computersimulation erbringt das Ergebnis, dass der Elefant den Fall unmöglich überlebt haben könnte. Selbstverständlich findet auch Ursachenforschung statt. Warum ist Tuffi gesprungen, lebt er gar heute noch in einem Pariser Zirkus? Doch je mehr Quellen, Dokumente, Augenzeugen und Experten Anding präsentiert, desto krauser wird das Ganze. Je treuherziger der Bericht, desto absurder die Perspektive. Das Geheimnis dieses geistreichen Essays liegt in der scheinbar logischen Behauptung, wer möglichst viel recherchiere, bringe automatisch die Wahrheit ans Licht.

 


 

Auf der Suche nach Streuf

Das etwas andere Künstlerportrait.

D 1990 45 Min.

 

Wer ist Streuf? Was verbirgt sich hinter der "Kapelle der ungeborenen Hühnchen?" Wer ist dieser Künstler, der sich in beinahe allen künstlerischen Medien tummelt? Ist er Erfinder - immerhin erfand er den Mozartkugelrevolver!

Seine Erfindungen sind sinnlos, aber von umwerfendem Charme. Ist er Zeichner, Philosoph, Musiker, Performer, Koch, Bildhauer, Architekt oder wie er sich selbst bezeichnet: ein Genie und Gelegenheitsarbeiter?

Wie kann man ihn fassen oder gar portraitieren? Der Film macht sich auf die Suche nach Streuf.

Do., 28.3., 22:00 in Anwesenheit des Regisseurs / So., 31.3., 22:00

 


 

Ratten

Buch und Regie: Volker Anding & Enno Hungerland
Adolph Grimme-Preis 1999
Deutschland 1998 90 Min.

 

Die Pest im Pelz und die Gier im Gesicht - die Ratte ist der Intimfeind des Menschen. Kein anderes Tier verbinden wir mit soviel Hass, Ekel und Angst. Der Film folgt dem unermüdlichen Nager in seine Unterwelt und stößt auf einen ganzen Rattenschwanz von Mythen, Märchen und Moritaten. Seit Jahrhunderten tüftelt der Mensch an Mitteln gegen die Anhänglichkeit des Parasiten. Mit Hartnäckigkeit, List und rapider Vermehrung hat der Nacktschwänzler diesen Kampf noch immer für sich entschieden. Vom einst provokanten Punker-Attribut mausert sich die Ratte in manch guter Stube längst zum Kuscheltier. In den Labors der Pharmaindustrie schließt sich die einst unerwünschte Koexistenz zur Symbiose. Unempfindlich gegen radioaktive Verseuchung und immun gegen viele Umweltgifte erscheint der findige Kolonist als Anpassungsgenie. Vielleicht müssen wir unser Verhältnis zu dem Erzfeind neu überdenken.

Do., 4.4., 20:00 / So., 7.4., 22:00

 



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Zuletzt bearbeitet am 24.02.2002 © aptum1997-2002 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de