Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Mittwochskino: EAST IS EAST AND WEST IS WILD

Britische KünstlerInnen asiatischer und afrikanischer Herkunft prägen seit geraumer Zeit nicht nur die urbanen Zentren Großbritanniens. Die Musik von Asian Dub Foundation, die Werke des Bildhauers Anish Kapoor oder die Romane und Drehbücher Hanif Kureishis genießen internationale Anerkennung. Gerade auch im zeitgenössischen Kino zeigt sich eine besondere Präsenz von MigranntInnen, die ein aktuelles Bild interkulturellen Lebens sowohl in der Metropole London als auch in den englischen Provinzen zeigt. Mit Ironie und Humor thematisieren ihre Filme Verwebungen von Rassismus, Gender und Sexualität und überzeichnen das Bild der jeweiligen Kultur. Das facettenreiche MigrantInnenkino Großbritanniens stellen wir im Januar und Februar vor.

,There Ain't no Black in the Union Jack': Das Black British Film Festival, das vom 31.1. bis 6.2.02 in Tübingen stattfinden wird, beläßt es nicht bei dieser bekannten Kritik am Selbstverständnis des ,weißen' Großbritannien. Unter dem Titel ,Black in the Union Jack' demonstriert es das Gegenteil. Das Adjektiv ,black' steht dabei nicht nur für Menschen afrikanischer Abstammung, sondern auch für die Einwanderer aus anderen Ländern des ehemaligen Commonwealth. Wir nutzen die außergewöhnliche Gelegenheit, um in Zusammenarbeit mit dem Tübinger Festival auch in Freiburg einen Ausschnitt aus dem vielseitigen Filmschaffen der ,Black Britons' in den letzten 20 Jahren zu präsentieren. Als prominenter Vertreter ist der pakistanisch-britische Autor und Filmemacher Hanif Kureishi mit dem Klassiker "Mein wunderbarer Waschsalon" und "My Son the Fanatic" zu sehen. Für das Zustandekommen dieses einmaligen Programms danken wir den OrganisatorInnen der Tübinger Filmtage e.V. und dem British Council in London.

 

East is East · Young Soul Rebels · Picknick am Strand · Wild West · Mein wunderbarer Waschsalon · Playing Away · My Son the Fanatic · Britisches Kurzfilmprogramm: ,Black Britons' engl. OF

 


 

EAST IS EAST

Regie: Damien O’Donnell; Drehbuch: Ayub Khan-Din; Kamera: Brian Tufano; Schnitt: Michael Parker; Musik: Deborah Mollison; mit Om Puri, Linda Bassett, Archie Panjabi, Jordan Routledge, Emil Marwa, Raji James u.a.
Großbritannien 1999 OmU / 96 Min.

 

Drunter und drüber geht es in der britisch-pakistanischen Familie von George und Ella Kahn. Sechs Söhne zwischen 12 und 20 und die Fußball spielende Meenah suchen ihren eigenen Weg im nordenglischen Provinzstädtchen Salford. Der aus Pakistan eingewanderter George Khan ist stolzer Besitzer eines Fish’n Chips-Ladens und noch stolzerer Pakistani. Seine sieben Kinder nennen ihn "Dschingis", was durchaus nicht immer liebevoll gemeint ist. Denn George stellt sich hilflos und aggressiv gegen den selbstgewählten Lebensstil seiner Kinder. Der Konflikt kulminiert in den Versuchen des Vaters, seine Söhne nach traditionellem Ritus zu verheiraten. Der älteste Sohn Nadir ist bereits im Zorn von zu Hause ausgezogen, die Doppelhochzeit für Tariq und Abdul platzt und Sajid, der Jüngste, verkriecht sich in seinem Parka, den er nie auszieht. Lediglich bei Maneer scheint die väterliche Immigrantenreligiosität und seine Traditionsverliebtheit auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Ruhender Pol in diesem interkulturellen Schlagabtausch ist Georges englische Ehefrau.

Der britische Erfolgsfilm des Jahres 1999, der mit viel Humor und Wärme das konfliktreiche Dasein der zweiten Generation von MigrantInnen anschaulich macht, basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Ayub Khan-Din.

Mi, 2.1., 20.00 / Sa, 5.1., 22.00

 


 

 

YOUNG SOUL REBELS

Regie: Isaac Julien; Drehbuch: Isaac Julien, Paul Hallam; Kamera: Nina Kellgren; Musik: Simon Boswell und Bootsy Collins; mit Frances Barber, Shyro Chung, Jason Durr, Debra Gillett, Nigel Harrison, Sophie Okonedo u.a.
Großbritannien 1991 engl.OF / 105 Min.

 

Der Film spielt im Sommer 1977, dem Jahr der Feierlichkeiten zum silbernen Jubiläum der Queen. Während die ‚weiße Nation‘ ihre Monarchie feiert, entwickeln die schwarzen Briten ihren eigenen Stil und definieren ihre eigene Kultur. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei afrobritische DJs, einer von ihnen ist schwul. Mit Hilfe ihres Piratensenders verbreiten sie ihre soul message quer durch London um die Feierlichkeiten zu sprengen. Ihr Erfolg und ihre Freundschaft werden jedoch durch die Umstände eines unaufgeklärten Mordfalls im nahegelegenen Park bedroht.

Der vielbeachtete Film des afrobritischen Filmemachers Issac Julien wurde auf dem Cannes Film Festival von 1991 ausgezeichnet. Juliens Filme sind von einer sinnlichen und gleichzeitig subversiven Ästhetik. Er nützt deren visuelle Potentiale, um die Rolle von Queer Culture und deren Codes, die sich unter anderem in den Choreografien zeitgenössischer Popmusik und Dance-Kultur verdichten, zu beleuchten.

Mi, 9.1., 20.00

 


 

PICKNICK AM STRAND

(Bhaji on the beach)

Regie: Gurinder Chadha; Drehbuch: Meera Syal; Kamera: John Kenway; Schnitt: Oral Norie Ottley; Musik: John Altman, Craig Pruess & Kuljit Bhamra; mit Kim Vithana, Jimmi Harkiskin, Sarita Khajuria, Mo Sesay, Lalita Ahmed u.a.
Großbritannien 1993 DF / 101 Min.

 

Im ersten Spielfilm der britisch-indischen Regisseurin Gurinder Chadha, ziehen neun Frauen unterschiedlichen Alters und indischer Herkunft per Reisebus nach Blackpool los, in Richtung Meeresfrische. Sie sind im ‚Saheli Frauenzentrum‘ in Birmingham engagiert, wollen nun aber das Korsett des Alltäglichen sprengen, sich einen anderen, frischeren Wind um die Ohren pfeifen lassen. Doch die Reise beginnt problematisch. Hashida hat gerade erfahren, dass sie schwanger ist. Ihr Freund Oliver ist ein farbiger Jamaikaner, der von ihren traditionsbewussten Eltern nicht akzeptiert wird. Die Frauengruppe reagiert gespalten; die älteren Frauen beschimpfen Hashida als Hure, während die Jüngeren zu ihr halten. Simi versucht, die Gruppe zusammenzuhalten, doch ihre feministische Einstellung stößt zusehends auf die Kritik der älteren Frauen. Als Ranjit in Blackpool eintrifft, um seine Ehefrau Ginder zu holen, überschlagen sich die Ereignisse.

Mi, 16.1., 20.00 / So, 20.1.20.00

 


 

Wild West

Regie: David Attwood; Drehbuch: Harwant Bains; Kamera: Nic Knowland; Schnitt: Martin Walsh; Musik: Dominic Miller; mit Naveen Andrews, Sarita Choudbury, Ravi Kapoor, Ronny Jhutti, Ameet Ghana u.a.
Großbritannien 1992 OmU / 85 Min.

 

Southhall West London. Eine etwas heruntergekommene Gegend voller Spinner, die vom großen Geld träumen: Außenseiter, die durch die Straßen stromern, und Kids, die sich damit eine schnelle Mark verdienen, dass sie an heißen Sommertagen normale Autos in Cabriolets verwandeln.

Hier leben die drei Ayub-Brüder Zaf, Ali und Kay mit ihrer Mutter. Nachdem Zaf es geschafft hat, auch den letzten seiner drittklassigen Jobs zu verlieren, sind die Aussichten für die Brüder alles andere als rosig. Und die Tatsache, dass Mama Ayub genug hat vom schönen England, das Haus verkauft und sich mit einem One-Way-Ticket nach Pakistan absetzt, sorgt auch nicht gerade für Euphorie.

Alles, was den Jungs bleibt, ist ihre Musik. Zusammen mit Sikh Gurdeep, ihrem Drummer, gründen sie die "Honky Tonk Cowboys" und träumen vom großen Durchbruch. Doch ein Problem ist, dass sie Country Musik machen, aus Pakistan kommen und mit dieser Kombination in London keine Chance haben ("this city ist too small for us"). Als sie auf die pakistanische Sängerin Rifat treffen und ihre Democassette bei einem Major Label landet, scheint sich alles zum Guten zu wenden...

Mi., 30.1. 20.00

 


 

Mein wunderbarer Waschsalon

(My beautiful Laundrette)

Regie: Stephen Frears; Buch: Hanif Kureishi; Kamera: Oliver Stepleton; Musik: Ludus Tonalis; mit Godon Warnecke, Daniel Day Lewis, Saeed Jaffrey, Shirley Anne Field, Charu Bala Choksi u.a.
GB 1985 engl.OF und DF / 93 Min.

 

MEIN WUNDERBARER WASCHSALON beschreibt in einfühlsamen Bildern den Kampf des pakistanischen Jugendlichen Omar gegen Diskriminierung und Armut, der sich seinen Weg zum Erfolg bahnt, indem er eine abgetakelte Reinigung zusammen mit seinem alten Schulfreund Johny, der zwischenzeitlich arbeitslos war und ausländerfeindliche Parolen skandiert hatte, zu einem wahren Palast aufmöbelt. Dabei verlieben sich die beiden Männer, allen Anfeindungen von außen zum Trotz, ineinander.

Hanif Kureishi und Stephen Frears gelang mit ihrem Werk, das eine eindrucksvolle Reihe von Tabus und Ungereimtheiten im England unter Thatcher - Fremdenhass, soziales Elend, Homosexualität - schonungslos aufzeigt und hinterfragt, ein internationaler Überraschungserfolg.

Mi., 6.2., 20.00 engl. OF / Do., 7.2., 22.00 DF

 


 

Playing Away

Regie: Horace Ové; Buch: Carly Philips, Vijay Amarnani; Kamera: Nicholas D. Knowland; Schnitt: Graham Whitlock; mit Norman Beaton, Brian Bovell, Nicholas Farrell, Helen Lindsay u.a.
Großbritannien 1986 engl. OF / 100 Min.

 

In einem idyllischen Dorf in Suffolk wird ein Cricketspiel zwischen dem ortsansässigen Team und einer karibischen Gastmannschaft aus dem schwarzen London Stadtteil Brixton ausgetragen. Dieses ungewöhnliche sportliche wie persönliche Aufeinandertreffen führt zu neuen Freundschaften, aber auch zu unerwarteten Feindseligkeiten und komischen Situationen. In der Hauptrolle ist der bekannte schwarze Schauspieler Norman Beaton zu sehen.

Der Regisseur Horace Ové wuchs in Trinidad auf und kam 1960 nach London. Ové gilt als Pionier des 'schwarzen Films' in Britannien, der sich in den 1970er und 80er Jahren etablierte, und thematisiert in seinen Film- und Fernsehproduktionen die Erfahrungen schwarzer Minderheiten. Im Laufe seiner Karriere erhielt Ové mehrere Filmpreise und Anerkennungen, u.a. wurde er 1996 vom British Film Institute als bester Regisseur auf dem unabhängigen Film- und Fernsehsektor ausgezeichnet.

Mi., 13.2., 20.00

 


 

My Son the Fanatic

Regie: Udayan Prassed; Buch: Hanif Kureishi; Kamera: Alan Almond; Schnitt: David Gamble; Musik: Stephen Warbeck; mit Om Puri, Rachel Griffith, Stellan Skarsgard, Akbar Kurtha, Gopie Desai u.a.

 

Großbritannien 1997 engl. OF / 86 Min.

Das Familienleben des pakistanischen Taxifahrers Parvez droht auseinanderzubrechen. Sein Sohn Farid lehnt die Werte seines assimilierten Vaters ab und wendet sich dem islamischen Fundamentalismus zu; gleichzeitig rebelliert Parvez' Frau gegen die ihr auferlegte traditionelle Rolle angesichts der Freiheiten, die sich Parvez durch seine berufliche Mobilität und in einer sich intensivierenden Freundschaft mit der Prostituierten Bettina herausnimmt. Als Farid und seine Gruppe sich dazu entschließen, die Stadt von ihren korrupten Einflüssen zu befreien, eskaliert die Situation. Parvez muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht.

Mi., 20.2., 20.00 / Do., 21.2., 22.00

 


 

Britisches Kurzfilmprogramm: ,Black Britons' engl. OF

HOW I BECAME INDIAN

Regie & Buch: Sarah Weatherhall, GB 1995, 12 Min.

Das kurze Musical spielt im kolonialen Indien, wurde aber in einem Garten in Hampshire gedreht. Der Film handelt von Identität, Zugehörigkeit und elterlicher Liebe.

THE DROP

Regie: Hardeep Singh Kohli, GB 2000, 7 Min.

Vier junge asiatische Männer diskutieren auf einer Autofahrt durch die Großstadt über Macht, Blackness und Männlichkeit.

Blues

FLIGHT OF THE SVAN

Regie & Buch: Ngozi Onwurah, GB 1994, 11 Min.

Der Film kontrastiert afrikanische und europäische Musik. Im Mittelpunkt steht ein junges schwarzes Mädchen und dessen Erfahrungen in einer Ballettklasse mit ausschließlich weißen Kindern.

 

BLUES IS MY MIDDLE NAME

Regie & Buch: Winta Yohannes, GB 1999, 14 Min.

London 1961. Der Jazzmusiker Alex und die Sängerin Faith führen eine Beziehung, die auf der Kippe steht.

Blues

A NICE ARRANGEMENT

Regie: Gurinder Chadha, GB 1990, 11 Min.

Eine arrangierte Hochzeit in einer asiatischen Familie im Norden Londons.

MOHAMMED'S DAUGHTER

Regie: Suri Krishnamma, GB 1986, 34 Min.

Erzählt wird die Geschichte eines asiatischen Mannes in einem Altenheim, der nicht in der Lage zu sein scheint, zu essen oder zu sprechen. Eine junge Krankenschwester bringt ihn ohne Erlaubnis in ein indisches Restaurant...

Mi., 27. 2., 20.00 / Fr., 1.3., 22.00

 


 

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 

 


 

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