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Rainer Werner Fassbinder - Kino oder Leben

Vierter und letzter Teil unserer umfangreichen Fassbinder-Retrospektive

 

Mutter Küsters fährt zum Himmel · Satansbraten · Chinesisches Roulette · Angst vor der Angst · Die Ehe der Maria Braun

 


 

MUTTER KÜSTERS FAHRT ZUM HIMMEL

Regie & Buch: R. W. Fassbinder; Kamera: Michael Ballhaus; Schnitt: Thea Eymèsz; Musik: Peer Raben; mit Brigitte Mira, Ingrid Caven, Karlheinz Böhm, Margit Carstensen, Irm Hermann u.a.
BRD 1975 120 Min.

 

Ein Arbeiter erschießt wegen der Ankündigung von Massenentlassungen seinen Vorgesetzten, dann sich selbst. Seine Frau, "Mutter Küsters", steht der Katastrophe hilflos gegenüber. Ihr Sohn und dessen Frau wollen in der Öffentlichkeit nicht mit dem "Fabrikmörder" in Verbindung gebracht werden. Ihre Tochter Corinna, eine Nachtclubsängerin, nutzt die unerwartete Publizität für ihre Karriere aus. Ein Reporter schreibt einen verleumderischen Antikel. Zuspruch findet Mutter Küsters nur bei dem Salon- und Parteikommunisten Karl und seiner Frau Marianne. Mutter Küsters fühlt sich ernst genommen, aber sie erhofft sich vergeblich eine Rehabilitierung ihres Mannes in der Öffentlichkeit. So wendet sie sich schließlich hilfesuchend einem "Anarchisten" zu. Der besetzt mit Freunden die Redaktion der Zeitung, in welcher der verleumderische Artikel erschienen ist. Eine Geiselnahme endet im Desaster.

Do., 3.1., 22.00 / Fr., 4.1., 20.00 / So., 6.1. 22.00

 


 

SATANSBRATEN

Regie & Buch: R. W. Fassbinder; Kamera: Jürgen Jürges, Michael Ballhaus; Schnitt: Thea Eymèsz; Musik: Peer Raben; mit Kurt Raab, Margit Carstensen, Helene Vita, Volker Spengler, Ulli Lommel u.a.
BRD 1975/76 112 Min.

 

 

Der Dichter Walter Kranz befindet sich in einer totalen Schaffenskrise: Ihm fällt nichts mehr ein. Geblieben sind Schulden, eine keifende Ehefrau und ein debiler Bruder, der tote Fliegen sammelt. Doch nachdem Kranz seine reiche Geliebte hingemeuchelt hat, fließt die dichterische Ader wieder, nur erweist sich sein Werk als Plagiat eines Stefan-George-Gedichtes. Da steigert sich Kranz in den Wahn, selber George zu sein. Die Ersparnisse einer glühenden Verehrerin erlauben es ihm, junge Schauspieler zu engagieren, die gegen Bezahlung den bewundernden Kreis von Jüngern abgeben. Auch ein Versuch, als Homosexueller zu reussieren, gehört zu Kranz‘ Kreativ-Übungen. Aber dann ist das Geld ausgegeben, auch das, welches er seinen Eltern geklaut und einer Prostituierten abgepreßt hat. Die "Jünger" machen sich davon. Kranz wird nun völlig größenwahnsinnig. Faschistische Ideen überkommen ihn. Das Chaos im Tollhaus ist nicht mehr zu bändigen. Kranz fertigt einen großartigen Roman, wird verprügelt, dann auch noch erschossen, aber schließlich erstehen alle Leichen fröhlich wieder auf.

Di., 8.1., 20.00 / Mi., 9.1., 22.00 / Do., 10.1., 22.00 / So., 13.1., 22.00

 


 

CHINESISCHES ROULETTE

Regie & Buch: R. W. Fassbinder; Kamera: Michael Ballhaus; Schnitt: Ila von Hasperg, Juliane Lorenz; Musik: Peer Raben; mit Margit Carstensen, Anna Karina, Alexander Allerson, Ulli Lommel, Andrea Schober u.a.
BRD 1976 86 Min.

 

Die Geschichte eines langen Wochenendes in der Abgeschiedenheit eines fränkischen Schlosses: Auf dem gemeinsamen Besitztum treffen sich überraschend die Ehepartner Ariane und Gerhard in Begleitung ihrer jeweiligen Geliebten, nachdem sich beide angeblich auf Geschäftsreise in verschiedene Himmelsrichtungen begeben hatten. Anwesend sind ferner eine intrigante Haushälterin und deren schriftstellernder Sohn. Völlig unerwartet kommt auch noch die gehbehinderte Tochter des Paares mit ihrer Erzieherin. Eine von Eifersucht, Mißtrauen, Egoismus und Haß zerfressene Gesellschaft, in der das verkrüppelte Kind aus verletzter Liebe die Konflikte auf die Spitze treibt: Es läßt alle das CHINESISCHE ROULETTE spielen, ein Wahrheitsspiel. Verdrängte Affekte und jahrelang aufgestaute Unzufriedenheit kommen gewaltsam zum Ausbruch. Ein Schuß fällt.

Do., 17.1., 22.00 / Sa., 19.1. 20.00 / So., 20.1., 18.00

 


 

ANGST VOR DER ANGST

Regie & Buch: R. W. Fassbinder (nach einer Idee von Asta Scheib); Kamera: Jürgen Jürges; Schnitt: Liesgret Schmitt-Klink; Musik: Peer Raben; mit Margit Carstensen; Ulrich Faulhaber, Brigitte Mira, Irm Hermann, Armin Meier u.a.
BRD 1975 88 Min.

 

Ein liebes Kind, ein freundlicher Ehemann, eine schöne, sensible Frau: eine Familie wie aus dem Bilderbuch. Als bei der Frau die Krankheit ausbricht, geschieht das scheinbar grundlos. Unbekanntes läßt diese Frau erkranken. Als Unerklärliches wird es zum Unheimlichen. Plötzlich ist das Ich in Frage gestellt, das Bild der Welt fängt an zu schwimmen. In der Ordnung, die bisher Schutz gewährte, ist kein Halt mehr, die Ordnung selber wird zum Albtraum. Fassbinder zeigt, wie gewalttätig gutbürgerliche Eigenschaften — Strebsamkeit, familiäre Hilfsbereitschaft, erotische Zuneigung — werden und wie terroristisch sie die kranke Frau in die Isolation treiben. Das Spiel der Darsteller, die Inszenierung, die Montage von Bildern und Tönen zerbrechen den schönen Schein des Alltags und lassen dahinter einsame, verlorene Menschen erkennen, die ihrer Angst nicht entfliehen können.

Mit unseren Freiburger Aufführungen kommt dieser Film erstmals regulär ins Kino!

Do., 24.1., 22.00 / Fr., 25.1., 20.00 / Di., 29.1. 22.00

 


 

DIE EHE DER MARIA BRAUN

Regie: R. W. Fassbinder; Buch: Peter Märthesheimer/Pea Fröhlich nach einer Idee von R. W. Fassbinder; Schnitt: Juliane Lorenz; Musik: Peer Raben; mit Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny, Gisela Uhlen, Gottfried John u.a.
BRD 1978 120 Min.

 

Während im Zweiten Weltkrieg ringsum die Bomben fallen, heiraten Hermann Braun und Maria. Eine einzige Nacht bleibt ihnen, dann muss der Ehemann wieder an die Front. Nach Kriegsende — ihr Mann, heißt es, sei gefallen — hat Maria ein Verhältnis mit dem schwarzen G.I. Bill. Doch Hermann kommt unerwartet aus der Gefangenschaft nach Hause. In der Konfrontation mit Mann und Liebhaber erschlägt Maria Bill mit einer Flasche. Hermann nimmt die Schuld auf sich und muss ins Zuchthaus. Maria lernt den Fabrikanten Oswald kennen und macht sich in dessen Leben und Firma unentbehrlich, während sie auf Hermanns Entlassung wartet. Als es aber soweit ist, verschwindet der spurlos. Erst nach Oswalds Tod taucht er wieder auf. Maria erfährt von einem Vertrag zwischen beiden Männern, demzufolge Hermann zu Lebzeiten Oswalds auf Maria verzichtete, der Fabrikant dafür aber das Ehepaar zu seinen Erben eingesetzt hat. Statt der erwarteten Wiedersehensfeier kommt es zur Katastrophe.

Do., 31.1., 20.00 / Fr., 1.2., 22.00 / Sa., 2.2., 20.00 / So., 3.2., 18.00

 


 

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Zuletzt bearbeitet am 03.10.2001 © aptum1997-2000 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de