Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Werkschau Klaus Wildenhahn im Kommunalen Kino
November 2001 · Dezember 2001 · Januar 2002: Kinoauge Arbeit · Februar 2002: Kinoauge Geschichte · März 2002

 


 

Klaus Wildenhahn - Dokumentarist

 

Reise nach Mostar · Klaus Wildenhahns Hamburg: Heiligabend auf St. Pauli / Mr. Evans Geht durch Hamburg. Über die Cholera 1892 · Doppelprogramm: Parteitag 64 / Harburg bis Ostern

 

 

 

Reise nach Mostar

Regie & Filmerzählung: Klaus Wildenhahn; Kamera: Frank Groth; Ton: Klaus Wildenhahn; Schnitt: Inge Bohmann BRD 1994 DF / 105 Min.

REISE NACH MOSTAR - ein Film eine geteilte Stadt. Westlich des Flusses ist kroatisches Gebiet, östlich das Muslimische. Nun soll eine Brücke gebaut werden: die dritte. Die erste ging 1992 zu Bruch, als die Serben gegen Kroaten und Muslime kämpften, die zweite 1993, als die Kroaten die Muslime vertreiben wollten. Wildenhahn läßt sich die Lage von einem britischen Soldaten beschreiben: beschreiben, nicht erklären. Drei muslimische Frauen sollen über diese Brücke zu ihren Familien zurückkehren; denn dort, auf der Ostseite, gibt es eine muslimische Enklave. Weil die Brücke muslimisches Terrain verbindet, misstrauen die Kroaten dem Bau.

Die Geschichte der heimkehrenden Frauen ist die erzählerische Klammer des Films; dazwischen konzentriert sich der Blick auf Koschnick und die UNO-Soldaten.

Do., 6.12., 20.00 / So., 9.12., 18.00

 


 

 

Klaus Wildenhahns Hamburg

Wildenhahns langjähriger Wohnort, Hamburg und ganz besonders Sankt Pauli, war mehrfach Thema seiner Filme. Der zweite Teil unserer Werkschau ist ein ganz eigenes Städteportrait: Offizielles und Nichtoffizielles aus Hamburg, um Weihnachten herum mehrere Filme im Hauptprogramm, und auch die über den Monat verstreuten Kurzfilme im Vorprogramm sind Versatzstücke aus der Hafenstadt.

 

Heiligabend auf St. Pauli

Regie, Idee, Exposé: Klaus Wildenhahn; Kamera: Hans-Joachim Theuerkauf; Ton: Helmut Herbst, K. Wildenhahn; Schnitt: Gisela Quicker BRD 1967/68 51 Min.

Der Film beginnt am 24. Dezember um 6 Uhr abends und endet am 25. Dezember um 4 Uhr morgens. 10 Stunden in einer ganz normalen Hafenkneipe auf St. Pauli. Aber in einer nicht ganz normalen Nacht.

Personen: Ille, die Wirtin; Günter, ihr Freund; die Gäste: Anna, Jutta, ein Mädchen, zwei Fernfahrer, der Amateurboxer Peter, ein Fußballtrainer, ein Seemann, Bernie, Horst, Gunthram, Tigerhans, ein alter Mann, ein Gast mit Brille, ein junger Gast, ein buckliger Gast, ein verwahrloster Junge; ferner: zwei Polizisten.

Bilder von widersprüchlichen Gemütsbewegungen. Da gibt es nichts Lächerliches zu sehen, nichts Verruchtes, nichts Rührendes. Ein bedrückender Film.

 

 

Mr. Evans Geht durch Hamburg
Über die Cholera 1892

Regie: Klaus Wildenhahn; Kamera: Wolfgang Jost; Musik: Günter Westerhoff; Schnitt: Inge Bohmann BRD 1989 46 Min.

Er könnte nicht glauben, dass er sich in Europa befinde, sagte Robert Koch. Der Entdecker des Cholerabazillus kam im August 1892 von Berlin nach Hamburg, wo die Cholera ausgebrochen war. Koch sah sich in den Slum- und Gängevierteln um und bemerkte die heruntergekommenen Wohn- und Hygieneverhältnisse in den Arbeitervierteln der Hansestadt. Er sah den Zusammenhang zwischen Abwässern, die in die Elbe geleitet wurden, und der Entnahme von unfiltriertem Trinkwasser aus demselben Fluss. Er bemerkte darin die Ursache der letzten großen Epidemien in Europa. Hamburg war die angeblich englischste Stadt in Deutschland, liberal und nur auf den günstigen Fortgang seiner Handelsgeschäfte bedacht. Richard Evans, ein junger englischer Historiker, hat alle vorhandenen Quellen erforscht und ein realistisches Buch über Hamburg im 19. Jahrhundert geschrieben.

So., 23.12., 20.00 / Di., 25.12., 18.00

 


 

 

Doppelprogramm:

 

Parteitag 64

Regie: Klaus Wildenhahn; Kamera: Rudolf Körösi, Christian Widuch; Ton: Herbert Selk; Schnitt: Frauke Hansen
BRD 1964 DF / 18 Min.

Zunächst: eine Reportage. SPD-Parteitag, Diskussionen in Arbeitskreisen, Reden im Plenum, Wahl des Vorstands.

Aber: im offiziellen Ereignis wird das Nichtoffizielle beobachtet. Max Brauer, Hamburgs Altbürgermeister, kämpft auf dem Parteitag gegen die SPD-Mehrheit in der Frage der potentiellen Ausrüstung der deutschen Nato-Flotte mit Atomraketen. Brauers Gegenspieler ist Fritz Erler. Ihre Reden konfrontiert der Film in einer Montage...

 

 

Harburg bis Ostern

Regie: Klaus Wildenhahn; Kamera: Stephan van Ballaer; Ton: K. Wildenhahn; Schnitt: Gisela Tuchtenhagen
BRD 1971/72 DF / 78 Min.

Was tut ein Pastor? Was verdient ein Pastor? Was erwartet die Gemeinde von ihm? Was erhofft sich ein Vikar? Was ist ein Kirchenvorsteher? Wie verhalten sich Konfirmanden heute? Alltägliches, Banales vom Arbeitsplatz Seelsorge.

Auch: das Soziogramm einer Gemeinde (14.000 Mitglieder, die meisten Arbeiter und Angestellte sind), denn gezeigt werden nicht nur geistliche Amtshandlungen (Taufe, Konfirmation, Trauung), sondern vor allem auch soziale Bedingungen der Kirchenarbeit. Also: wie ist die Lage der Arbeiter, deren Arbeitsplätze am Ort gefährdet sind?

"Man kann heute als Pfarrei nicht links genug stehen", sagt ein Pfarrer. Das aber bringt Konflikte mit der Kirchenleitung.

Do., 27.12., 20.00 / So., 30.12., 18.00

 


 

Alle Filmtexte zu Klaus Wildenhahn — Dokumentarist stammen von Eva Orbanz/Hans Helmut Prinzler aus dem Kinemathekheft Nr. 92: Klaus Wildenhahn, Dokumentarist welches an der Kinokasse erhältlich ist.

 


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