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Mittwochskino: Südlicher Mittelmeerraum: Politische Konflikte in Gegenwart und Geschichte

Land und Meer, Ebenen und Gebirge, fruchtbare Täler und karge Wüste: Die Länder südlich des Mittelmeeres sind nicht nur durch solche geographischen Gegensätze geprägt, sondern auch durch einen zum Teil extremen Gegensatz von arm und reich. Im Unterschied zum industrialisierten, in die Europäische Union integrierten nördlichen Mittelmeerraum ist die Region durch schwere politische und wirtschaftliche Krisen gekennzeichnet. Kriege, ethnische und religiöse Konflikte bilden ebenso wie diktatorische Systeme eher die Regel als die Ausnahme.

Die Filme dieser Reihe nähern sich den komplexen Ursachen dieser Konflikte aus unterschiedlichen Perspektiven an und zeigen im Blick auf verschiedene Länder und Epochen eine Vielschichtigkeit und Vielfältigkeit der islamischen Welt, die in der aktuellen Diskussion nur allzuoft in Vergessenheit gerät.

In Zusammenarbeit mit dem colloquium politicum der Universität Freiburg.

 

La Zerda und die Gesänge des Vergessens · West Beyrouth · Reise zur Sonne · Das Schicksal

 


 

LA ZERDA UND DIE GESÄNGE DES VERGESSENS

(La Zerda et les chants de l'oubli)

Regie: Assia Djebar; Buch: Assia Djebar, Malek Alloula; Schnitt: Nicole Schlemmer; Musik: Ahmed Essyad
Algerien 1980 60 Min. / OmU

 

Die algerische Schriftstellerin und Filmemacherin Assia Djebar, die letztes Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, ebnet in ihrem Film. ein komplexes Bild der Kolonialgeschichte Algeriens, wobei sie sich besonders auf die Rolle der Frauen in dieser schwierigen Epoche konzentriert. Sie montiert Dokumentarmaterial aus der Kolonialzeit und macht diese Bilder des Kolonialismus auf neue Weise lesbar, indem sie ihre Folge unterbricht und durch die Montage ironisch-kritische Kontraste setzt.

Mi., 7.11., 20.00

Im Rahmen der Vortragsreihe des colloquium politicums der Universität Freiburg und in Zusammenarbeit mit dem Frankreich-Zentrum wird Assia Djebar am 5. November persönlich anwesend sein und eine Lesung aus ihrem neuen Roman "Oran, langue morte" (Oran - Algerische Nacht") halten. Ort: "Haus zur Lieben Hand", im Großen Saal, Löwenstr.16 um 20 Uhr c.t.

 


 

WEST BEYROUTH

Regie & Drehbuch: Ziad Doueiri; Kamera: Ricardo Jaques Gale; Schnitt: Dominique Marcombe; Musik: Stewart Copeland; mit Rami Doueiri, Mohamad Chamas, Rola Al Amin u.a.
Libanon / Frankreich 1998 105 Min. / OmU

 

Das grösstenteils autobiographische Debüt von Ziad Doueiri (er war Kameramann von Quentin Tarantino) erzählt die Geschichte dreier ungestümer Jugendlicher, eine bewegende und humorvolle Chronik des Erwachsenwerdens während des libanesischen Bürgerkrieges. Die Muslime Tarek und Omar und die schöne Christin May führen uns durch die geteilte Stadt Beirut. Sie erfahren, wie sorgloses Vergnügen sich an den Realitäten der Gesellschaft zu reiben beginnt. Während Tareks liberale Eltern tief betroffen den wachsenden Fanatismus beobachten, haben die Jugendlichen die Spielregeln und Vorteile der neuen Situation rasch durchschaut. Im Chaos unbegreiflicher Ereignisse entdecken sie mit ungestümer Lust und Neugier die Freuden des Lebens: Ihre erwachende Sexualität, die Liebe, die Freundschaft und ihre gemeinsame Leidenschaft für Super-8.

WEST BEYROUTH, der zahlreiche Auszeichnungen erhielt (darunter den Preis der arabischen Kritik in Cannes), erzählt in seinem zugleich fiebrigen und fragilen Film die Chronik einer vom Krieg gezeichneten Jugend.

Mi., 14.11., 20.00/ Sa., 17.11., 18.00

 


 

REISE ZUR SONNE

(Günese yolculuk)

Buch & Regie: Yesim Ustaoglu; Kamera: Jacek Petrycki; Schnitt: Nicolas Gaster; Musik: Vlatko Stefanovski; mit Newroz Baz, Nazmi Qirix, Mizgin Kapazan, Ara Güler
Türkei 1999 104 Min./ OmU

 

Zwei junge Männer aus entgegengesetzten Regionen der Türkei begegnen sich zufällig in Istanbul. Beide sind mittellos, beide versuchen, in der Großstadt ein Auskommen zu finden. Mehmet ist erst kürzlich von der Westküste in die Metropole gekommen; Berzan, der als fliegender Händler Musikkassetten verkauft, stammt aus einem kurdischen Dorf nahe der irakischen Grenze. Beide werden Freunde.

Bei einer Routinerazzia der Polizei wird Mehmet zu Unrecht festgenommen und in der Haft schwer mißhandelt. Nach seiner Entlassung verliert er seine Wohnung und seine Arbeit. Seine Freundin Arzu, die in Deutschland aufgewachsen ist und in einer Wäscherei arbeitet, unterstützt ihn in dieser schwierigen Lage, und mit Berzans Hilfe findet Mehmet wieder einen Job und eine neue Bleibe. Vor dem Hintergrund seiner alltäglichen Erfahrungen in den Slums von Istanbul zerplatzen seine Träume wie Seifenblasen. Als Berzan bei einer Demonstration getötet wird, bringt er den Sarg seines Freundes in dessen Heimatdorf. Die Fahrt in den Osten, die er in einem gestohlenen Auto antritt, wird zur Odyssee in ein zunehmend leeres, entvölkertes Land.

Der Film der türkischen Regisseurin Ustaoglu legt ein bewegendes und poetisches Zeugnis einer Freundschaft über ethnische Grenzen hinweg ab und erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise sowohl in Deutschland als auch in der Türkei, u.a. den Friedensfilmpreis der Berlinale.

Mi., 21.11., 20.00/ Sa., 24.11., 22.00

 


 

DAS SCHICKSAL

(Al-Massir)

Regie: Youssef Chahine; Buch: Youssef Chahine & Khaled Youssef; Kamera: Mohsen Nasr; Schnitt: Rachida Abdessalam; Musik: Kamal et-Tawil & Yohia el-Mougy; mit Nour el-Cherif, Laila Eloui, Mohamed Mounir u.a.
Ägypten / Frankreich 1997 135 Min. / OmU

 

Am Hof des Kalifen im andalusischen Cordoba des 12. Jahrhunderts blühen Kunst und Lebensfreude. Doch eine fanatische Sekte greift nach der Macht. Sie verführt den lebenslustigen Prinzen zum Hass und stiftet den Kalifen dazu an, die aufklärerischen Schriften seines Freundes Averroes (Ibn Ruschd) zu verbrennen. Die Anhänger des berühmten Philosophen versuchen, dessen Werk und den Prinzen zu retten...

Youssef Chahines Film - historisches Fresko, musikalische Komödie, arabisches Märchen und universales Epos - kämpft mit Leidenschaft für die Freiheit des Denkens und bildet ein Manifest gegen den Fundamentalismus von brennender Aktualität.

Mi., 28.11., 20.00/ Do., 29.11., 22.00



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Zuletzt bearbeitet am 28.10.2001 © aptum1997-2001 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de