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Mittwochskino Kolonialismus - Postkolonialismus

 

Touki Bouki · Flame · Zan Boko · Wir hatten eine Dora in Südwest

 


 

Touki Bouki

Regie: Djibril Diop Mambéty; Kamera: Georges Bracher, Papa Samba Sow; Schnitt: Siro Asteni; Ton: El Hadji M'Bow; Musik: Joséphine Baker, Mado Robin; mit Al Demba, Dieynaba Dieng, Assane Faya u.a.
Senegal 1973 95 Min. / OmU

 

In Touki Bouki setzt sich Djibril Diop Mambéty mit den europäisch beeinflussten Eliten seines Landes auseinander, mit den neuen politischen Führern des Senegals, die auch nach der Unabhängigkeit die von der Kolonialmacht übernommenen Verwaltungs- und Machtstrukturen unangetastet lassen. Für seine Zeit war dieser Film inhaltlich wie formal revolutionär. Er kritisiert bestehende gesellschaftliche Hierarchien, thematisiert die Suche nach einer neuen, afrikanischen Identität und greift Tabuthemen wie Korruption und Homosexualität auf.

Mambéty entwickelt dabei eine eigene - nicht nur für das afrikanische Kino - innovative Bildersprache und einen eigenwilligen, meisterhaft arrangierten Soundtrack.

Erzählt wird die mystische Ballade von einem jungen Mann, der - motiviert von der politischen Aufbruchsstimmung der frühen siebziger Jahre - mit dem Motorrad vom Land in die Hauptstadt Dakar fährt ...

Mi., 3.10., 20.00

 


 

Flame

Regie & Buch: Ingrid Sinclair; Kamera: Joao Costa; Schnitt: Elisabeth Moulinier; Musik: Philip Roberts, Dick Chingaira; Ton: Faozi Thabet, Mark Philips; mit Marian Kunonga, Ulla Mahaka, Norman Madowo u.a.
Zimbabwe 1996 96 Min. / OmU

 

Im Bürgerkrieg gegen das rassistische Regime in Rhodesien versorgt die junge Florence zusammen mit anderen Dorfbewohnern versteckte Soldaten der Guerilla mit Essen. Als ihr Vater denunziert und verhaftet wird, beschließt Florence, sich mit ihrer Freundin Nyasha der Guerilla anzuschließen. Die beiden Frauen nehmen die Decknamen "Flame" und "Liberty" an und müssen sich in der von Männern dominierten Befreiungsarmee erst durchsetzen. Als der Krieg vorbei ist, stellen sie jedoch fest, dass die hart erkämpfte politische Unabhängigkeit des Landes und die damit einhergehenden Veränderungen vor allem den Männern nützen und nur wenige ihrer eigenen Hoffnungen sich erfüllen. Flame und ihre Freundin müssen den Kampf für ihre persönliche Freiheit und die Rechte der Frauen weiterführen...

Der Spielfilm, der auf Interviews der Regisseurin mit Ex-Kämpferinnen beruht, löste in Zimbabwe große politische Kontroversen aus.

Flame gewann zahlreiche internationale Preise und besticht durch großartige Landschaftsaufnahmen und die faszinierende Mbira-Musik.

Mi., 10.10., 20.00

 


 

Zan Boko

Regie & Drehbuch: Gaston Kaboré; Kamera: Sekou Ouedraogo und Issaka Thiombiano; Musik: Henri Guédon; Ton: Joanny N. Traoré; mit Joseph Nikiema, Colette Kaboré, Célestin Zongo, Hippolyte Wangrawa
Burkina Faso 1988 92 Min. / OmU

 

In faszinierend elliptischer Erzählweise folgt Gaston Kaboré dem Untergang eines Dorfes, das von der wild wuchernden Stadt verschlungen wird. Ein einziger Bauer kämpft um die Erde, in der er, seine Familie und ihre Vorfahren seit Menschengedenken verwurzelt sind: Er lässt sich weder zum Verkauf noch zum Tausch verführen. Die Bauern verschwinden allmählich von der Bildfläche, sie geben sich und eine jahrhundertealte Tradition auf. Mit der ländlichen Gemeinschaft verschwindet aber auch ein Lebensrhythmus, die Identität einer Bevölkerung. Sie weicht nördlich geprägten Mustern einer auf erstandenem Besitz aufbauenden Welt, die sich unter anderem durch neue Hierarchien und Kommunikationsformen am Leben erhalten muss. Zan Boko wirft einen ebenso einfühlsamen wie kritischen Blick auf eine Gesellschaft, die sich in einem schwierigen Wandel befindet.

"Man darf nicht auf nostalgische Weise an eine Vergangenheit gefesselt bleiben, aber man darf sich auch nicht in einem Modernismus selbst verdammen, in dem man seinen lebendigen Mittelpunkt und seine Seele verliert, die erlauben würden, den Weg zu finden" (Gaston Kaboré).

Mi., 17.10., 20.00

 


 

Wir hatten eine Dora in Südwest

Regie: Tink Diaz
BRD 1991 DF / 70 Min.

 

Der Dokumentarfilm greift einen bisher wenig beachteten, aber hochinteressanten Aspekt der deutschen Kolonialgeschichte und ihrer Folgen auf. 1907 wird der 'Deutschkoloniale Frauenbund' gegründet, mit dessen Hilfe u.a. die "Zufuhr" von deutschen Bräuten an die Schutztruppen und Siedler gefördert werden soll, um der vermeintlich drohenden "Verkafferung der Männer in Deutsch Südwest und Deutsch Ostafrika" entgegenzuwirken. Auch noch nach 1918, als Deutschland gar keine Kolonien mehr hatte, vermittelt der Frauenbund noch ausreisewillige junge Frauen als "Trägerinnen deutscher Zucht und Sitte" nach Windhoek, Swakopmund oder Tanga. Der Film kompiliert historisches Archivmaterial, zeitgenössische Fotos, Lieder, Zitate aus Theaterstücken oder Kolonialromanen und er kontrastiert diese collagenartige Zusammenschau mit den aktuellen Aussagen einiger Frauen, die in den dreißiger oder vierziger Jahren mit dem Frauenbund nach Namibia gingen und die noch heute dort leben.

Mi., 24.10., 20.00

 

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 



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Zuletzt bearbeitet am 03.10.2001 © aptum1997-2001 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de