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Mittwochskino: Kolonialismus und Postkolonialismus in Afrika

Diese Reihe widmet sich Filmen, die in verschiedener Weise koloniale und postkoloniale Erfahrungen in Afrika thematisieren. Wie werden Geschichte, Rassismus und Unabhängigkeitsbewegungen in der vielschichtigen Filmproduktion Afrikas dargestellt? Welche Entwürfe kultureller und nationaler Identität werden vor dem Hintergrund schmerzhafter kolonialer Erfahrungen in den Filmen entwickelt? Es geht in diesen Filmen nicht nur um Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sondern auch um Träume von einem anderen Leben, hoffnungsvolle Perspektiven und Utopien.

Im Oktober wird die Filmreihe fortgesetzt.

 

Fragmente des Lebens · Jom oder die Geschichte eines Volkes · Lumumba - Tod des Propheten

 


 

FRAGMENTE DES LEBENS

(Fragments de vie)

Regie: François L. Woukoache; Kamera: Bonaventure Takoukam; Ton: Issa Traoré; Schnitt: Jean Thomé
Kamerun/ Belgien 1999/2000 OmU / 85 Min.

 

Der Film spielt in den Elendsvierteln einer Stadt in Äquatorialafrika, einer Art ,Grauzone', wo nach Einbruch der Nacht die Menschen zum Leben erwachen und sich in Bars und Diskotheken zum Rhythmus der neuesten Musikstücke austoben, wo aber auch andere Dinge passieren.

Der erste Langspielfilm von François L. Woukoache, einem 1966 geborenen Kameruner, der in Brüssel lebt, variiert in drei Episoden auf eine sehr persönliche Art das Selbstverständnis junger Afrikaner vor dem Hintergrund des Kolonialismus.

,Ein Tag wie jeder andere': Petit-Jean hat zwar ein Diplom, aber keine Arbeit und irrt durch die Stadt auf der Suche nach einer Anstellung. Das Schicksal wird den jungen Mann an diesem Tag auf tragische Weise aus der Bahn werfen.

,Ein Murmeln in der Nacht': Ein junges Mädchen verwandelt sich in einen Todesengel, um sich von einer traumatisierenden Vergangenheit zu lösen. Eine Geschichte, die von Gewalt erzählt und von Rache handelt und von Toten spricht.

,Der Schatten eines Kusses': Eine Frau trifft einen Mann. Eine Begegnung, wie sie zu Dutzenden jeden Abend an einem solchen Ort geschieht. Doch diesmal holt die Vergangenheit, die bereits verschwunden schien, sie ein.

Mi., 5.9., 20.00

 


 

JOM ODER DIE GESCHICHTE EINES VOLKES

(Jom ou l'histoire d'un peuple)

Regie & Buch: Ababacar Samb Makharam; Kamera: P. Chappel & 0. Lopez; Montage: Alix Régis; Ton: Jules Diagne.
Senegal / Deutschland 1981 OmU / 80 Min.

 

In drei Zeitabschnitten wird die Geschichte Senegals entwickelt: Die Kolonialzeit um 1900, die Dürreperiode zwischen 1935 und 1945 und das Jahr 1980.

Der Film setzt in der Gegenwart an, betrachtet zuerst die Stimmung in einem städtischen Viertel, wo Frauen mit ihren Männern alles andere als zufrieden sind. Sie weisen sie zurecht und pochen darauf, dass sie ihre Würde nicht so leicht aufs Spiel setzen sollen. "Jom" ein kaum zu übersetzendes Wort der Wolofsprache, bezeichnet die Würde, den Mut zu einem respektvollen Verhalten, die Quelle der Kraft.

Samb Makharams Film, ein sprühendes Feuerwerk voller Witz und Ironie, blendet im Verlauf des Geschehens immer wieder zurück auf Ereignisse in früheren Jahren, die allesamt vom Bewusstsein des Volkes um die Notwendigkeit des Kampfes für die eigene Würde handeln. Der letzte Film des Regisseurs (er starb 1987) gilt bereits als Klassiker des afrikanischen Kinos.

Mi., 12.9., 20.00

 


 

LUMUMBA - TOD DES PROPHETEN

( Lumumba - La mort du prophète )

Regie & Drehbuch: Raoul Peck; Kamera: Matthias Kälin & Philippe Ros; Schnitt: Eva Schlensag, Ailo Auguste & R. Peck
Haiti / D / Schweiz 1991 DF / 69 Min.

 

Der vielfach prämierte Dokumentarfilm ist eine essayistische Auseinandersetzung mit der Figur und dem Mythos Patrice Lumumba, des ersten Premierministers des gerade unabhängig gewordenen Kongo, des heutigen Zaire. Er wurde im Januar 1961 nach nur zweimonatiger Amtszeit ermordet. Lumumba wurde Opfer eines politischen Komplotts zwischen dem einstigen Mitstreiter Mobutu, der ehemaligen Kolonialmacht Belgien, CIA-Agenten und den Führern verfeindeter kongolesischer Provinzen.

Pecks Film verbindet private Bilder mit Erinnerungen von Journalisten, die damals aus dem Kongo berichteten. Dabei entsteht nicht nur eine kritische Reflexion über Lumumba, sondern auch eine komplexe und poetische Studie über die Versklavung eines Großteils der Menschheit durch Bilder, die sich der andere Teil davon macht.

Mi. 19.9., 20.00/ Do., 20.9., 22.00

Zum gleichen Thema läuft als Film des Monats September der Spielfilm von Raoul Peck: Lumumba

Das Mittwochskino ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Aktion Dritte Welt e.V. und wird vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland durch den ABP gefördert.

 



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Zuletzt bearbeitet am 28.06.2001 © aptum1997-2001 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de