Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
Urachstr. 40
79102 Freiburg
Tel. 0761 - 709033

kino@freiburger-medienforum.de

 

Mittwochskino — Iranisches Kino

Der Läufer

(Davandeh)

Regie: Amir Naderi; Buch: A. Naderi, Behrouz Gharibpour; Kamera: Firouz Malekzadeh; mit Majid Noroumand, Musa Torkizadeh, Abbas Nazeri, Ali Reza Gholamzadeh
Iran 1984 OmU / 94 Min.

 

Der Waisenjunge Amiro lebt in einem verrosteten Schiffswrack in einer iranischen Küstenstadt. Amiro muss sich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Er sucht Verwertbares auf Abfalldeponien und Schrottplätzen, verdingt sich am Hafen als Schuhputzer und fischt Flaschen aus dem Meer, in dem es von Haien nur so wimmelt. Seine Freizeit verbringt er mit anderen elternlosen Kindern. Sie spielen Fußball oder rennen um die Wette hinter Zügen her. Amiro tut sich mit seiner Hartnäckigkeit und Schnelligkeit hervor. Er ist besessen von allem, was sich schnell bewegt — Züge, Schiffe und Flugzeuge. Obwohl Amiro weder lesen noch schreiben kann, kauft er sich von seinen kargen Einkünften westliche Zeitschriften mit Hochglanzfotos aus einer für ihn unerreichbaren Welt.

Mi., 2.5., 20.00 / Do., 3.5., 22.00 / So., 6.5., 18.00


Der Geschmack der Kirsche

(The taste of Cherry / Ta´m Guilass)

Regie, Buch, Schnitt: Abbas Kiarostami; Kamera: Homayon Payvar, Jehangir Mirshekari; mit Homayon Ershadi, A. Baghen, Afshin Bakhtiari, Ali Moradi u.a.
Iran 1998 OmU / 98 Min.

 

Suchend fährt ein Mann mittleren Alters mit seinem Auto durch die Teheraner Vorstadt und hält an, um Passanten anzusprechen. Hat er Arbeit anzubieten, ist sein Angebot als sexuelle Anmache zu verstehen? Einem jungen Soldaten, den er auf seiner Fahrt in die ausgedörrte Hügellandschaft am Rande der Stadt mitnimmt, offenbart Herr Badii seinen Wunsch: er sucht einen Totengräber, der ihn nach seinem Selbstmord in der selbst ausgehobenen Grabstelle beerdigen wird. Der junge Soldat lehnt ab und läuft davon. Auf staubigen Wegen des Berghanges entlang fährt Herr Badii im Kreis …

Kiarostamis Film ist eine Parabel über Leben und Tod, die Geduld und hohe Aufmerksamkeit verlangt. In nüchternen Dialogen und alltäglichen Geräuschen findet der Film einen eigenen, undramatischen Ton, der die Konzentration auf elementare Lebenserfahrungen verstärkt.

Mi., 9.5., 20.00 / Do., 10.5., 22.00


Die fünfte Jahreszeit

(Cinquième Saison)

Regie: Rafi Pitts; Buch: Bahram Beyzai, R. Pitts; Kamera: Nehmat Haghighi; Musik: Jamshid Pouratai; mit Roya Nonahali, Ali Sarkhani, Parviz Poorhosseini, G. Nadkafo
Iran / Frankreich 1997 OmU / 80 Min

 

Zu selbstbewußt für die Mullahs: Ein iranisches Debüt, das ein Land zwischen Moderne und Tradition zeigt. Vielleicht sind die Frauen ja die eigentliche Macht in jedem Lande. Sogar im Iran. Die Männer in diesem Film jedenfalls zahlen fürs patriarchale Getue einen hohen Preis. Die Frauen dirigieren. Die Männer repräsentieren. So offen und selbstbewußt wirkte dieser Debütfilm des jungen Rafi Pitts, daß ihn die Fundamentalisten bereits nach einer Woche verbieten ließen. Es ist die Geschichte Mehrbanous, einer jungen Frau, die sich nie so verhält, wie man es von ihr erwartet. Ihren Bräutigam setzt sie noch während der Hochzeitsfeier vor die Tür, weil er allzu vorlaute Reden hält. Die Männer sind sämtlich hilflos gegen diese Form emanzipierter Selbstbestimmung. Mehrbanou arbeitet am meisten, also beschließt sie auch, was zu tun ist. Dieser Film ist ganz iranisch und dabei sehr modern. Die archaischen Rituale der Blutrache zwischen den verfeindeten Familien der Jamalvandi und Kamalvandi in dem abgelegenen Hochlanddorf laufen angesichts der Verlockungen der Moderne immer mehr ins Leere.

Mi., 16.5., 20.00 / Do., 17.5., 22.00


Djomeh

Regie: Hassan Yektapanah; Kamera: Ali Loghmani; Schnitt: H. Yektapanah; Musik: Jalil Nazari, M. Behraznia, Raschid Akbari
Iran 2000 OmU / 94 Min.

 

"'Djomeh' handelt von der Beziehung zwischen drei sehr einsamen Gestalten. Einsamkeit ist für uns so deutlich wahrnehmbar, dass wir alle sagen können, wir seien einsam. Wenn man im Bett darauf wartet einzuschlafen, ist dies ein Moment absoluter Einsamkeit. Alle Menschen sind einsam und suchen folglich nach Beziehungen zu anderen. Es macht keinen Unterschied, ob sie afghanische Flüchtlinge oder Molkereibesitzer im Iran sind. (…) Abbas Kiarostami lehrte mich, die Welt und die Reaktionen der Menschen zu betrachten. Deshalb kann und will ich seinen Einfluss auf 'Djomeh' nicht bestreiten. (…) Ich habe mich sehr darum bemüht, aus 'Djomeh' einen realistischen Film zu machen. Ich versuchte, die Kamera und das Spiel der SchauspielerInnen möglichst wenig wahrnehmbar zu machen, damit die Dialoge und der ganze Rest möglichst dem Alltag gleichen." (Hassan Yektapanah)

Mi., 30.5., 20.00 / Mo., 4.6., 22.00

Weitere iranische Filme siehe Kinderkino



schreib mir mal! e-mail ans Kommunale Kino
kino@freiburger-medienforum.de
Startseite Kommnunales Kino Freiburg

Zurück zur
Startseite


Zuletzt bearbeitet am 28.04.2001 © aptum1997-2000 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de