Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
Urachstr. 40
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Screening Gender

Die Vortragsreihe Freiburger Frauenforschung macht es sich einmal mehr zur Aufgabe, zwischen dem 24. April und 5. Juli Vorträge und Filmveranstaltungen zu einem in Freiburg noch wenig etablierten Forschungsbereich anzubieten. Die Themenstellung 'Screening Gender' führt dabei zwei innovative Fachbereiche zusammen, eine Zusammenführung, die sich, wie die Reihe zeigen wird, ganz besonders anbietet. Geschlechterkonstruktionen, die im Kinofilm auf die Leinwand gebracht werden (to screen) sollen 'gescreent', d.h. analysiert und durchleuchtet werden.

Gefragt wird des Weiteren nach einem geschlechtstypischen, z.B. 'weiblichen' Blick, nach einer Filmsprache, 'jenseits von Hollywood', und auch das Thema cross-dressing wird erneut aufgegriffen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Anthropologie und Gender Studies ( ZAG) der Uni Freiburg.

 

Eine heisskalte Frau · Glen or Glenda · Boys Don't Cry · Oi! Warning · Die Sieger · Blue Steel · Liane, das Mädchen aus dem Urwald · Buster's Bedroom

 


 

Eine heisskalte Frau

(Body Heat)

Regie & Buch: Lawrence Kasdan; Kamera: Richard H. Kline; Musik: John Barry; mit William Hurt, Kathleen Turner, Richard Crenna, Ted Danson u.a.
USA 1981 DF / 113 Min.

 

Ein junger Anwalt gerät in sexuelle Abhängigkeit von einer schönen verheirateten Frau und erkennt zu spät, daß sie ihn als Werkzeug einer kaltblütigen Mordintrige mißbraucht. Kriminalfilm im Stil der schwarzen Serie der 40er Jahre, der diesen Stil mit Erfolg auf die moderne Zeit überträgt. Ein Anwalt, der sich im Umgang mit Frauen für den größten Charmeur hält, wird von der Frau kaltblütig ausgenützt, die er heißblütig in sich verliebt wähnt.

Di., 1.5., 22.00 / Do., 3.5. 20.00 / Sa., 5.5., 18.00


Glen or Glenda

(I Changed My Sex)

Regie & Buch: Edward D. Wood, Jr.; Kamera: William C. Thompson; mit Bela Lugosi, Ed Wood, Dolores Fuller, Evelyn Wood u.a.
USA 1953 OF / 67 Min.

 

Ed Wood breitet sein dramatisches Leben vor uns aus, glücklicherweise in einer Ernsthaftigkeit, die unfreiwillig zur Komik gerät.

Die 'authentische' Geschichte wird von seltsamen medizinischen Experimenten und Bela Lugosis philosophischen Reflexionen ergänzt. Wir erleben den Überlebenskampf eines Transvestiten in einer Gesellschaft, die das offene Bekenntnis eines Mannes zu seiner femininen Seite nicht tolerierte. Ein Angora — Pullover spielt eine Schlüsselrolle und richtig schön ist, daß Glen, bzw. Glenda, sein Problem lösen darf und nicht den Gashahn aufdrehen muß. Die Musik unterstreicht sehr geschickt die dramatischen Momente, besonders in den sehr "dezenten" Tanzszenen in denen das Gute und das Böse um das Schicksal von Glen kämpfen.

So., 6.6., 20.00 / Di., 8.6., 22.00 mit einer Einführung von Sven Brandenburg


Boys Don't Cry

Regie: Kimberly Peirce; Buch: K. Peirce, Andy Bienen; Kamera: Jim Denault; Schnitt: Lee Percy, Tracy Granger; Musik: Nathan Larsen; mit Hilary Swank, Chloë Sevigny, Peter Sarsgaard, Brendan Sexton III u.a.
USA 1999 DF / 116 Min.

Boys Don't Cry

 

Brandon Teena heißt eigentlich Teena Brandon, ist hübsch, lebenslustig, manchmal ein wenig übermütig und findet schnell Freunde; verkörpert wird sie von Hilary Swank, einer echten Entdeckung. Zunächst scheint Teenas Versuch, sich als Junge auszugeben, eher ein Spiel zu sein. Sie schneidet ihre Haare, stopft sich ein paar Socken in den Slip, zieht Jeans und ein groß kariertes Hemd an und reißt in der örtlichen Rollerdisco ein Mädchen auf. Aber spätestens, als sie wegen ihres "Rollenspiels" von ein paar aufgebrachten Halbstarken verfolgt wird und sich entschließt, ihren Heimatort Lincoln/Nebraska zu verlassen, wird klar, dass es Teena ernst ist mit ihrer Idee, durch eine Geschlechtsumwandlung ein Mann zu werden.

Fr., 11.5., 20.00 / Sa., 12.5., 22.00 / So., 13.5. 18.00


Oi! Warning

Regie, Buch & Produktion : Dominik Reding, Benjamin Reding; Kamera: Axel Henschel; Schnitt: Margot Neubert-Maric; mit Sascha Backhaus, Somon Goerts, Sandra Borgman, Jens Veith, Britta Dirks
BRD 1999 89 Min.

Oi! Warning

 

Der 17-jährige Janosch kommt mit der Schule und mit seiner Mutter nicht mehr zurecht und verlässt sein Zuhause. Bei seinem alten Kumpel Koma, der eine führende Rolle in der lokalen Skinheadszene spielt, lernt Janosch das Lebensgefühl der Skins und ihre Riten kennen: Pogo tanzen, unliebsamen Zeitgenossen aufs Maul hauen, saufen und jede Menge Spaß haben. Körperkult und die Demonstration von Stärke faszinieren Janosch; er wird selber ein Skin, der bewundert und gefürchtet werden will. Unzufrieden mit sich und sauer auf seine Freundin Sandra, die von ihm mehr Verantwortung für ihre neugeborenen Zwillinge fordert, wird Koma immer aggressiver. Bei einem Tätowierer ist Janosch dem Punk Zottel begegnet, der als Feuerspucker und Jongleur über Land zieht. Verdreckt und bekifft haust er mit seinem Hund in einem Bauwagen. Bei ihm findet Janosch Phantasie und menschliche Nähe. OI! WARNING ist vor allem ein Film über die Suche nach männlicher Identität und erst dann auch ein Film über Skins und Punks. Visuell hebt der in Schwarzweiß gedreht Film die Körperlichkeit der Akteure hervor, über die sie zugleich ihre Empfindungen mitteilen: die Glatze und das Tatoo, die Verletzung durch körperliche Gewalt, ungefilterte Sexualität, Nacktheit, Schweiß und Schmutz.

Fr., 18.5., 20.00 mit einer Einführung von Joachim Pfeiffer / Sa., 19.5., 22.00 / So., 20.5., 18.00


Die Sieger

Regie: Dominik Graf; Buch: Günter Schütter; Kamera: Diethard Prengel; Musik: Loy Wesselburg, Dominik Graf, Helmut Spanner; mit Herbert Knaup, Hasa Czypionka, Katja Flint, Heinz Hoenig, Hannes Jaenicke u.a.
BRD 1993 137 Min.

 

Polizeihauptmeister Karl Simon vom Sondereinsatzkommando jagt einem Phantom hinterher. Sein ehemaliger Freund und SEK-Kollege Schaefer ist unter neuer Identität im Dienst verbrecherischer Machenschaften tätig. Beweisen kann Simon seine Beobachtungen allerdings nicht, denn offiziell ist Schaefer schon seit vier Jahren tot.

DIE Sieger - kein Mainstream-Kino nach dem Muster amerikanischer Cop-Filme - ist ein Männer-Ensemble-Film mit atemberaubender Spannung und politischer Brisanz - vergleichbar mit französischen Politthrillern wie "Adieu Bulle" oder den amerikanischen Polizeifilmen nach Joseph-Wambough-Vorlagen.

Da DIE SIEGER von Männerrollen dominiert wird - hervorragend aufeinander eingestellt die beiden direkten Gegenspieler Herbert Knaup und Hannes Jaenicke ---, sind die Frauen beinahe die Verlierer -

Di., 12.6., 19.30
mit einer Einführung von Rita Morrien


Blue Steel

Regie: Kathryn Bigelow; Buch: Eric Reed & Kathryn Bigelow; Kamera: Amir Mokri; Musik: Brad Fiedel; mit Jamie Lee Curtis, Ron Silver, Clancy Brown, Elizabeth Pena, Louise Fletcher
USA 1989 DF/ 102 Min.

 

Eine junge Polizistin, stolz auf ihren Abschluß an der Polizeischule, tötet bei ihrem ersten Einsatz in Notwehr einen Räuber. Da dessen Pistole verschwindet, wird sie wegen Verdacht des Waffenmißbrauchs suspendiert. Zusätzlich muß sie mit der Arroganz ihrer Kollegen und ihrer Isolation in der Großstadt New York kämpfen. In dieser Situation verliebt sie sich in einen Börsenmakler, der sich als psychopathischer Killer entpuppt und sie zu einem mörderischen Katz-und-Maus-Spiel zwingt.

Atmosphärisch dichter, optisch eindrucksvoller Thriller mit ungewöhnlicher Figurenanordnung; eine im Genregewand versteckte, ebenso spannende wie zynische Reflexion über Krieg und Liebe der Geschlechter, die konsequent in eine Abfolge heftiger, reißerischer Showdowns mündet.

Di., 26.6., 20.00 mit einer Einführung von Franziska Lange / Sa., 30.6., 18.00 / So., 1.7., 22.00


Liane, das Mädchen aus dem Urwald

Regie: Eduard von Borsody; Buch: Ernst von Salomon, nach dem Roman von Anne Day-Helveg; Kamera: Bruno Timm; Musik: Erwin Halletz; mit Marion Michael, Hardy Krüger, Irene Galter, Peter Mosbacher, Rudolf Forster
BRD 1956 DF / 88 Min.

Dschungelheld Tarzan bekam in den 50er Jahren ausgerechnet im bundesdeutschen Unterhaltungsfilm eine Konkurrentin. Benannt nach der Schlingpflanze, mit der sie sich durch die Vegetation des Urwalds bewegt, schwebte Marion Michael als Liane von Baum zu Baum.

Auf der Suche nach einer seltenen Orchidee entdeckt ein Forscherteam aus Hamburg das Mädchen Liane, die als Überlebende eines Schiffsuntergangs von Eingeborenen entdeckt wurde und wild im Dschungel aufwuchs. Ausgiebige Recherchen ergeben, dass auf Liane in Hamburg ein beachtliches Vermögen wartet. Unter Obhut des Expeditionsmitglieds Thoren macht sich die Drew auf den Heimweg in die Hafenstadt, wo Liane bald mit den Schattenseiten des zivilisierten Lebens konfrontiert wird. Dieser Unterhaltungsfilm erfreute sich an den Kinokassen einer großen Beliebtheit. Der Seltenheitswert der 50er Jahre, die nackten Beine und Brüste eines pubertierenden Mädchens begaffen zu können, lockte vor allem das männliche Publikum zuhauf in die Lichtspieltheater.

Fr., 6.7., 20.00/ Sa., 7.7., 22.00/ So., 8.7., 18.00


Buster's Bedroom

Regie: Rebecca Horn; Buch: Horn & Martin Mosebach; Kamera: Kevin Jewinson; Musik: Sergey Kuryokhin; mit Donald Sutherland, Geraldine Chaplin, Valentina Cortese, Armanda Ooms, David Warrilow
BRD / Can / P 1990 DF / 104 Min.

Micha, eine junge Filmstudentin, ist auf den Spuren von Buster Keaton, über den sie eine Arbeit schreibt. In den dreißiger Jahren soll sich Keaton einer Entziehungskur in einem Sanatorium in der Wüste Kaliforniens unterzogen haben. Micha sucht Nirvana House auf. Die ehemals respektable Klinik ist inzwischen aber völlig heruntergekommen. Der Film beginnt, als der letzte Arzt das Zeitliche segnet, weil ihm Schlangengift statt Morphium injiziert wurde. Die wenigen verbliebenen PatientInnen, die das Sanatorium nicht verlassen wollen, halten den Schein aufrecht und wählen einen der ihren zum Oberarzt 'Doctor' O'Connor ist nicht so harmlos wie er scheint, aber Micha hält ihn für den einzig geistig gesunden Bewohner von Nirvana House...

BUSTER'S BEDROOM ist eine Geschichte aus der Tradition der absurden Reiseerzählungen wie ALICE IM WUNDERLAND. In ihr verläßt die Reisende ihre Alltagswelt um in das seltsame Reich des Sanatoriums einzutreten. Buster Keaton ist in diesem Film unsichtbar gegenwärtig. Er verkörpert sich in Situationen und Tieren, in Bewegungen und Beschwörungen, vor allem aber im Tanz belebter Gegenstände. Keaton ist das befreiende, spielerische Gesicht der Verrücktheit, die ihre anmutige Heimat in Nirvana House gefunden hat.

Di., 10.7., 20.00
Mit einem einführenden Vortrag von Gabriele Brandstetter (Uni Basel).



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Zuletzt bearbeitet am 27.06.2001 © aptum1997-2000 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de