Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Morton Feldman als Filmmusikkomponist

Photo  Roberto MassottiMorton Feldman (1926—1987) zählt zu den wichtigsten Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit John Cage dürfte er der berühmteste Vertreter der sogenannten New Yorker Schule sein.
Weniger bekannt ist, daß Feldman auch einige Filmmusiken geschrieben hat; nicht für das kommerzielle Kino, sondern zu Arbeiten von Künstlerkollegen und Freunden mit Themen, denen er sich verbunden fühlte.
Nachdem in den letzten Jahren das Interesse an Feldmans Musik immer größer wurde, lag es nahe, das ein Ensemble wie das Freiburger ENSEMBLE RECHERCHE, das sich schon immer für die Musik von Feldman einsetzte, nun an die Detektivarbeit machte und nach den Filmkopien suchte. Bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik 2001 werden nun erstmals in Deutschland durch das Ensemble Recherche die Kompositionen vorgestellt und die Filme gezeigt.

 

The sins of Jesus

Regie: Robert Frank, USA 1961 OF / 40 Min.

Christus schenkt einer armen, schwangeren, von ihrem Liebhaber verlassenen Frau an dessen Statt einen jungen Engel, aber die Heftigkeit ihrer Umarmungen bringt ihn in der Hochzeitsnacht um. Christus lehnt es ab, ein zweites Mal zu helfen, und sündigt so gegen ihr vom Schicksal gegebenes Menschsein. Sie weigert sich, ihm zu vergeben.
Dieses umstrittene Werk, in dem sich ungeschminkter Realismus mit lyrischer Phantasie paaren, beruht auf einer Kurzgeschichte von Isaac Babel.

Jackson Pollock

Regie: Hans Namuth & Paul Falkenberg, USA 1951 OF / 10 Min.

Ein absoluter Klassiker des Künstlerportraits; Namuth setzt hier bereits vier Jahre vor Henri-Georges Clouzots berühmtem PICASSO Film (1955) viele Techniken ein, die den Prozeß des Malens verdeutlichen und für den Zuschauer spürbar machen.

De Kooning - The Painter

Regie: Hans Namuth, USA 1963 OF / 10 Min.

Ein weiterer Künstlerportrait-Film von Namuth über eine zentrale Person der U. S. amerikanischen Szene. Morton Feldman stand übrigens mit Willem de Kooning wie auch mit Jackson Pollock in ständigem künstlerischen Kontakt und Austausch.

Time of the locust

Regie: Peter Gessner, USA 1967 OF / 12 Min.

Ist eine Mischung aus Collage und dokumentarischem Vietnam-Film und enthält Bilder dieses Krieges, die sonst eher weggelassen werden.

Di., 8.5., 20.00

Wir danken für das Zustandekommen des Programms den Wittener Tagen für Neue Kammermusik (WDR Köln), dem Ensemble Recherche und der Paul Sacher-Stiftung / Basel.

Die Freiburger Aufführung der Filmmusiken durch das Ensemble Recherche findet am Mittwoch, dem 9. Mai, um 20 Uhr im Morat-Institut statt.

 

Peter Tscherkassky - Ausgewählte Filme

Der Wiener Filmemacher und Theoretiker Peter Tscherkassky gehört mit Sicherheit zu den ungewöhnlichsten und atemberaubensten Filmemacher der Gegenwart.
Angefangen hat es bei ihm in den 70er und frühen 80er Jahren mit Super 8, Heute dreht er Filme auf 35mm und CinemaScope, die ganz große Leinwand für wilde Bilder voller eigenem leben. Doch bevor Tscherkassky vorbehaltlos die Bilder feiern konnte muste er eine Reihe von spätmoderener Problemstellungen und Vorgänger durcharbeiten, die ihn vor dem gefürchteten "anything goes", vor der Simpel-Postmoderne bewahren sollten. Die Kunstwelt der 80er erklärt die "Immateriealien" Video und Computerbilder zur zentralen Angelegenheit und hat sich so richtig davon bis Heute nicht losgelöst. Tscherkassky, und zum Glück nicht nur er, gehen auf Gegenreaktion betonen das "manufakturhafte" das Handgreifliche ihrer Arbeiten und setzen ganz auf das Zelluloid. Blicklust trifft Material-Lust. In TABULA RASA dringt das voyeuristische Begehren der Kamera, des Autors und natürlich auch des Betrachters ganz auf einen ein. Ein Spiel aus Abstrakten zum Figurativen dargestellt anhand eines weiblichen Aktes in Pin-up-Pose. Sexualität und Begehren eines der Themen von Tscherkassky, ein anderes Thema die "wild" gewordene Leinwand. Kratzer und Perforationslöcher tanzen auf der Leinwand, kämpfen an gegen das Weiß, versuchen die Leinwand zu verschmutzen um endlich das Bild erscheinen zu lassen, einfahrende Züge deren Bilder erst einfahren müssen bevor der Zug kommen kann. Horrorfilme nach allen Regeln mit einer überwältigende sensuelle Wirkung, wo nicht Menschliche Körper zerissen werden, sondern die Tonspur, das Bild und die Kinoleinwand, die immer der zentrale Ort des Geschehens bei Tscherkassky ist.

 

Erotique

Österreich 1982 2 Min.

Liebesfilm

Österreich 1982 8 Min.

Freeze Frame

Österreich 1983 10 Min.

Urlaubsfilm

Österreich 1983 9 Min.

tabula rasa

Österreich 1987/89 17 Min.

Parallel Space: Inter-View

Österreich 1992 18 Min.

Outer Space

Österreich 1999 10 Min.

Di., 29.5., 20.00

Outer Space


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Zuletzt bearbeitet am 07.05.2001 © aptum1997-2000 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de