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Filmland Georgien

Nach den Stummfilmklassikern in unserem März-Programm setzen wir unsere kleine Reihe mit drei weiteren Werken georgischer Filmkunst fort. 1935 wurde der erste Tonfilm in Georgien gedreht. Nach der auch für den georgischen Film dunklen Zeit des Stalinismus fand in der "Tauwetter-Periode" ein Neuanfang statt. Mitte der fünfziger Jahre debütierte die sogenannte "zweite Generation" der georgischen Filmregisseure. Einer der ersten und bekanntesten Vertreter ist Tengis Abuladse, von dem wir DER BAUM DER WÜNSCHE zeigen. Weiterhin gehören ihr z.B. Lana Gogoberidse, Otar Iosseliani, Sergej Paradshanow und die Brüder Eldar und Georgi Schengelaja (PIROSMANI) an. Hauptanliegen ist ihnen allen das Bewahren der Einzigartigkeiten georgischer Kultur, jener Elemente also, die sie von anderen Völkern unterscheiden und die gleichzeitig ihren Beitrag zur Welt-Kultur bilden. Seit Beginn der achtziger Jahre - im Umfeld von Perestrojka und Glasnost - kann man von einer neuen Generation von Regisseuren sprechen. Zu diesen neuen Talenten gehören zum Beispiel Nana Dshordshadse (ROBINSONADE) und Dito Tsintsadse.

 

DER BAUM DER WÜNSCHE

(Natwris Che)

Regie: Tengis Abuladse; Buch: Rewas Inanischwili, Tengis Abuladse, nach Erzählungen von Georgi Leonidse; Kamera: Lomer Achwedliani; mit Lika Kawtaradse, Sosso Dshatschwliani, Sasa Kolelischwili, Sofiko Tschiaureli
UdSSR / Georgien 1977 OmU / 108 Min.

Aus einem herrlich rot leuchtenden Mohnfeld erhebt sich mühsam ein wunderschöner Schimmel und bricht wieder zusammen. Ein Knabe in weißem Kittel sieht schreckverstummt zu. Auch der herbeigerufene weise Großvater kann das edle Tier nicht retten, es stirbt.

Mit dieser stillen Sequenz setzt der poetisch-realistische Film des Georgiers Tengis Abuladse ein. Er erzählt mit Zärtlichkeit, aber auch mit burlesker Drastik vom kaukasischen Dorfleben vor der Revolution. Vom einfachen Dasein der Menschen, ihren Freuden und Schmerzen, ihrem Glauben und Aberglauben, ihrem Hoffen und Wissen.

Man lernt die Georgier kennen, ihre Eigenwilligkeit, ihre Beharrlichkeit, ihren Stolz und ihre ganz besondere Art im Miteinander und Gegeneinander. Der Film ist ein Gedicht mit tragikomischen Zügen, grüblerisch und versponnen. Ein sehr schöner Film.

Do., 5.4., 22.00 / Fr., 6.4., 20.00 / So., 8.4., 22.00


ROBINSONADE ODER MEIN ENGLISCHER GROSSVATER

(Robinsonada anu chemi ingliseli papa)

Regie: Nana Dshordshadse; Kamera: Lewan Paatasswili; mit Zanri Lolasswili, Ninel Tsankwetadse u.a.
UdSSR / Georgien 1986 OmeU / 80 Min.

Christopher Hughes, ein Ingenieur aus England, kommt 1920 nach Georgien, um hier das Teilstück der Telegraphenlinie London-Delphi zu installieren. Dazu bezieht er in dem kleinen georgischen Dorf Sio Quartier. In Georgien hat die Revolution gesiegt, und auch das Dorf Sio wird von einer roten Kommune verwaltet. Ihr Vorsitzender, Nestor Nioradse, und Christopher Hughes geraten schon nach kurzer Zeit aneinander: Huques entdeckt ein Plakat, auf dem sich eine riesengroße Schlange um einen Bauern windet und ihn zu erwürgen droht. Auf dem Schlangenkopf erblickt er einen Zylinderhut mit der englischen Flagge. Weil er nichts versteht und die Krone Englands angegriffen fühlt, reißt er das Plakat herunter und zerfetzt es ...

Sechzig Jahre später erzählt die uralte Greisin Anna mit naiven blauen Augen die Geschichte des Christopher Hughes. Der letzte Teil der Symphonie "Das Liebesthema von Anna und Christopher" erklingt. Bilder und Fotos huschen vorbei, und das Familienalbum, eine Chronik von Menschenschicksalen, schließt sich.

Do., 19.4., 22.00 / Sa., 21.4., 22.00 / So., 22.4., 20.00


PIROSMANI

Regie: Georgi Schengelaja; Buch: Georgi Schengelaja & Erlom Aschwlediani; Kamera: K. Aprjatin; Musik: W. Kuchianidse; mit David Abaschidse, Surab Kapianidse, Tejmuras Beridse, Awtandil Warasi
UdSSR / Georgien 1969 OmU / 85 Min.

Ein Künstler- als Wanderleben im vorrevolutionären Georgien, eine Existenz am Rand von Erschöpfung, Verzweiflung und Ausbeutung. Die Kunst und das Handwerk des Lebens: Pirosmanaschwili (1862-1918), der unter dem Namen Pirosmani bekannt wurde, ein 'Naiver', zog im Land umher, und was er zum Leben brauchte, bekam er von den Dorfwirten, denen er ihre Schilder malte. Seine Bilder zeigen, was er wandernd sah, Weinlese, Hochzeit, Festtage. In einfachen transparenten Farben und Formen, als Untergrund schwarzes Wachstuch. Dies ist der seltene Fall eines Films, der Geschichte und geistige Statur eines Malers exakt aus der malerischen Struktur seiner Bilder entwickelt. Aus einem Mosaik eigenartig flächiger Tableaus und schöner stilisierter Genrebilder entsteht das atmosphärisch dichte Porträt eines Künstlers und seines georgischen Volkes, so wie es sich ihm auf naive Weise erschloss.

Do., 26.4., 22.15 / Sa., 28.4., 18.00 / So., 29.4., 20.00



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Zuletzt bearbeitet am 28.03.2001 © aptum 1997/98 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de