Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
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Von wegen gefühlsecht! - Kanak-Kultur in Deutschland

Filme - Lesung - Diskussion - Show - Party

Eine Veranstaltungsreihe von


Kanak Attack im deutschen Kino? Deutschtürkische AutorInnen der zweiten und dritten Generation erobern mit ihren Werken die Filmszene in `Almanya'. Coole Protagonisten und locker erzählte Geschichten in HipHop-Manier, die auf die üblichen Opferklischees, blumigen Träume vom Morgenland und die Sozi-Leier vom Leben zwischen den Stühlen verzichten. Im Gegensatz zum MigrantInnenkino der 70er und 80er Jahre, in der Anklage und Mitleid erheischende Erzählstrategien dominierten, setzt sich in den letzten Jahren eine ironisch distanzierte, oft auch straighte Form des Erzählens durch, die urbane Kanakstas in Großstädten zum Thema macht, ohne ihre Probleme und Konflikte zu vergessen.

Präsentiert werden schwule türkische Subkultur in Berlin (Lola und Bilidikid), das Gangstermilieu in Hamburg-Altona (Kurz und Schmerzlos), Inbetween-Familiengeschichten (Aprilkinder) und die Verfilmung von Feridun Zaimoglus Kultbuch "Abschaum" (Kanak Attack). Ein vielseitiges deutschtürkisches Kurzfilmprogramm ergänzt die Attacke.

Die Filme sind Teil einer interkulturellen Veranstaltungsreihe mit Darbietungen und Diskussionen von und mit KünstlerInnen aus der deutschtürkischen Subkultur.


Do. 22.3.

20.00 "Ali rennt":
Kulturschau der Berliner Republik.
Vortrag und Diskussion mit VertreterInnen des antirassistischen Netzwerkes Kanak Attak aus Berlin und Frankfurt
(Kunstraum Alter Wiehrebahnhof)

22.15 Deutschtürkisches Kurzfilmprogramm
(Kommunales Kino)

Fr. 23.3.

20.00 LOLA UND BILIDIKID
Zu Gast: Die Schauspielerin Fatma Souad
(Kommunales Kino)

ab 22.00 Show "Bauchtanz woher, wohin, warum ???" mit der deutschtürkischen Transengruppe Salon Oriental/ Berlin - anschl.: Oriental Night House Party mit der Rapperin Aziza A. als DJane und DJ Ceto
(Kunstraum und gesamter Alter Wiehrebahnhof)

Sa. 24.3.

18.00 KANAK ATTACK
(Kommunales Kino)

21.00 vip: kanak sound & text mit Feridun Zaimoglu und Imran Ayata
(Jos Fritz Cafe)

So. 25.3.

20.00 Deutschtürkisches Kurzfilmprogamm
zu Gast: Hatice Ayten
(Kommunales Kino)


Kurz und schmerzlosKurz und schmerzlos

Regie & Buch: Fatih Akin; Kamera: Frank Barbian; Musik: Ulrich Kodjo Wendt; mit Mehmet Kurtulus, Akeksander Jovanovic, Adam Bousdoukos , Regula Grauwiller u.v.a.
Deutschland 1998 100 Min.

Zu dritt fühlen sie sich stark: eine tiefe Freundschaft verbindet den Türken Gabriel, den Serben Bobby und den Griechen Costa, die sich mit Gelegenheitsverbrechen durchs Leben schlagen.

"Fast wie in alten Zeiten", freuen sich die drei über das Wiedersehen nach Gabriels Rückkehr aus dem Knast. Doch als Gabriel ankündigt, erwachsen werden zu wollen und künftig keine krummen Dinger mehr zu drehen, sind Konflikte vorprogrammiert.

Spielort des ergreifenden Action-Melodramas sind die dunklen Straßen des multikulturellen Hamburger Stadtteils Altona, die zugleich Heimat des damals 24 Jahre alten deutschtürkischen Regisseurs Fatih Akin sind.

Erzählt wird in schnellgeschnittenen Bildern, die Dialoge hämmern im HipHop-Rhythmus und die Kamera geht stets nah an die Figuren.

Fr., 9.3., 20.00 / Sa., 10.3., 22.00


Lola und BilidikidLola und Bilidikid

Regie & Buch: Kutlug Ataman; Kamera: Chris Squires; Musik: Arpad Bondy; mit Baki Davrak, Gandi Mukli, Erdal Yildiz, Inge Keller, Michael Gerber u.v.a.
Deutschland 1998 91 Min.

Der türkische Macho Bili liebt den Transvestiten Lola - schade nur, dass Lola keine richtige Frau ist.

Kutlug Atamans führt uns in die deutschtürkische Schwulenszene von Kreuzberg. Während gerade das Transvestitenensemble "Die Gastarbeiterinnen" mit Bauchtanzdarbietungen glänzt, hat der junge Murat sein Coming Out. Murat genießt die freizügige Atmosphäre der türkischen Transvestitenbars, und immer öfter wagt er sich an die Orte der sexuellen Übertretungen. Als er seine geheimen Wünsche in die Taten umsetzen will, stößt er auf den erbitterten Widerstand seines Bruders und in Gestalt des Transvestitenstars Lola auf die verdrängte Geschichte seiner Familie.

Lola und Bilidikid ist eine zugleich tragische und hoffnungsvolle Geschichte, in der sich deutschtürkischer Underground und schwule Subkultur berühren.

Fr., 17.3., 22.00 / Mi., 21.3., 20.00
Fr., 23.3., 20.00 Zu Gast: Die Schauspielerin Fatma Souad


Kanak Attack

Regie: Lars Becker; Buch: L. Becker, Feridun Zaimoglu, Bernhard Wutka nach dem Roman "Abschaum" von F. Zaimoglu; Kamera: Hannes Hubach; Musik: Frank Wulff, Hinrich Dageför, Stefan Wulff; mit Luk Piyes, David Scheller, Tyron Ricketts, Oezlem Cetin, Nadeshda Brennicke u.a.
Deutschland 1999 84 Min.

KANAK ATTACK erzählt die Geschichte des 25jährigen Ertan Ongun, geboren und aufgewachsen in Kiel, seines Zeichens Deutschländer und Kanake. Es ist eine Geschichte, die der Autor Feridun Zaimoglu in seinem Buch "Abschaum" protokolliert hat: was passiert, wenn man die Grenzen übertritt, die falsche Frau am falschen Ort besucht, den Spielsalon neben der eigenen Wohnung ausräumt oder eine florierende Heroin-Connection nach Istanbul herstellt.

Wie die kriminellen Aktionen der Jungs zwischen Slapstick und ernsthafter Verbrecherlaufbahn schwanken, so wechselt der Film von absurder Komik zu Momenten voll Lebensüberdruss und Ratlosigkeit. Im Tonfall überwiegend locker erzählt wie ein Videoclip mit hiphopartig gescratchten Bildern zeigt KANAK ATTACK was man zum Überleben im urban wasteland braucht: ein bisschen Zynismus, ein bisschen Verzweiflung, ein bisschen Humor und vor allem ein loses Mundwerk.

Sa., 24.3., 18.00 / Di., 27.3., 22.00 / Fr., 30.3., 22.30


Deutschtürkisches Kurzfilmprogamm

Getürkt

Regie: Fatih Akin, Deutschland 1997 12 Min.
Musa, ein junger Türke aus Hamburg, verbringt die Ferien in seiner Heimat.

Unberührt

Regie: Seyhan Cecilya Derin, Deutschland 1993, 15 Min.
Eine Zwanzigjährige in Deutschland soll verheiratet werden...

Die letzten Bilder (The Last Images)

Regie & Buch: Bülent Akinci, Deutschland 1998, 12 Min.
Es ist die Zeit der Sucht nach Bildern.

Sensin — du bist es!
(Sensin — you’re the one!)

Regie: Fatih Akin, Deutschland 1995 11 Min.
Der junge Türke Kubilei lernt überraschend seine Traumfrau kennen...

Ausbruch

Regie: Züli Aladag, Deutschland 1999 19 Min.
Ein junger Berliner verleugnet seine türkische Abstammung und spielt ein gefährliches Spiel.

OhneLand

Regie & Kamera: Hatice Ayten, Deutschland 1994 5 Min.
Leere, Kälte und Unwirtlichkeit in Deutschland. Stolz, Wut und Reflexion türkischer Frauen angesichts andauernder Brandanschläge und fortwährender Entheimatung.

Do., 22.3., 22.15 / So., 25.3., 20.00 zu Gast: Hatice Ayten


Aprilkinder

Regie: Yüksel Yavuz; Buch: Y. Yavuz, Britta Ohm, Henner Winckler; Kamera: Ciro Cappellari; mit Erdal Yildiz, Inga Busch, Bülent Esrüngün, Senem Tepe, Serif Sezer u.a.
BRD 1998 85 Min.

Sie nennen sich selbstironisch Aprilkinder - die Kinder kurdischer ImmigrantInnen, die ihr Dasein dem Heimaturlaub des Vaters während der Sommermonate verdanken: Cem, der älteste Sohn, verdient sein Geld mit einem Knochenjob in der Fabrik; der jüngere Bruder Mehmet will ins Drogengeschäft einsteigen; Dilan, die Jüngste der Familie, verliebt sich in Mehmets schüchternen Kumpel Arif und bringt sich damit in Schwierigkeiten.

Der Alltag der kurdischen Familie in Hamburg ist geprägt durch die Kluft sich zweier deutlich auseinander lebenden Generationen. Während die Eltern die Traditionen ihrer alten Heimat aufrechterhalten, schlagen die Kinder andere Wege ein, die sie jedoch bald die Grenzen eines selbstbestimmten Lebens erkennen lassen. Als Cem sich in die deutsche Prostituierte Kim verliebt, steht die Familie endgültig vor einer Zerreißprobe.

Yüksel Yavuz' Spielfilmdebüt ist das einfühlsam gezeichnete Portrait einer bikulturellen Familie, eine großartige Beschreibung deutschtürkischen Sprachgebrauchs und die Geschichte einer vorsichtigen Liebe.

Sa., 31.3., 18.00 / So., 1.4., 20.00 / 4.4., 22.00



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Zuletzt bearbeitet am 25.02.2001 © aptum 1997/98 Schreib mal wieder webmaster@aptum.de