Kino | Über uns

Der Verein „Arbeitsgemeinschaft Kommunales Kino Freiburg“ wurde 1972 gegründet. Seit Einzug in den Alten Wiehrebahnhof (1981) mit seinen nahezu idealen Räumlichkeiten bildete sich hier über Jahre ein „anderes Kino“ in Freiburg heraus, das eine große öffentliche und kulturpolitische Akzeptanz erfährt. Sein Einzugsgebiet reicht weit über die Stadt hinaus und das Durchschnittsalter der Besucher ist deutlich höher und insgesamt weiter gestreut als im gewerblichen Kino. Deutlich mehr als 25.000 Zuschauer erreicht das Kommunale Kino jährlich in etwa 750 Vorstellungen mit über 300 verschiedenen Filmprogrammen und anderen Veranstaltungen.

Satzung der “Arbeitsgemeinschaft Kommunales Kino e.V.” in Freiburg

Im Unterschied zum gewerblichen Kino stehen im Kommunalen Kino Unbekanntes und Vernachlässigtes, Wiederzuentdeckendes und Zukunftsweisendes im Vordergrund. Der Spielplan setzt sich zusammen aus Reihen zu Themen, Ländern, Personen der Filmgeschichte, Wieder- und Erstaufführungen und besonderen Einzelveranstaltungen. Es wird darauf Wert gelegt, dass sämtliche Genres des Filmschaffens vertreten sind, der Dokumentarfilm gleichberechtigt neben dem Spielfilm steht und Kurzfilme ihren ständigen Platz haben. Nach Möglichkeit werden die Filme in der Originalfassung (mit Untertiteln) gezeigt. Viele Veranstaltungen finden im Rahmen von Kooperationen statt, pro Jahr mit etwa vierzig Gruppen und Institutionen aus einem breiten gesellschaftlichen Spektrum. Für das interdisziplinäre Arbeiten mit Film ist das Kommunale Kino verlässlicher Ansprechpartner in Freiburg. Ganz besondere Bedeutung hat hierbei die Zusammenarbeit mit dem „Literaturforum Südwest / Literaturbüro Freiburg“, das im Herbst 2003 in den Alten Wiehrebahnhof gezogen ist und diesem Kulturzentrum seitdem in etlichen gemeinsamen Projekten wie z.B. der HörBar für Literatur und Radiokunst und dem gemeinsamen Monatsprogramm ein neues Profil gibt.

Feste Programmbestandteile im Kommunalen Kino Freiburg sind

wöchentlich:
  • „Mittwochskino“ mit Themen aus / über Afrika, Asien, Lateinamerika
  • Kinderkino am Wochenende, davon einmal im Monat im Verbund mit neun Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen (Freiburger Kinderfilmring)
monatlich:
  • Film des Monats (Freiburger Erstaufführung)
  • Stummfilm mit Klavierbegleitung
  • kino avantgarde (Experimentalfilme)
  • ciné club (in Zusammenarbeit mit Centre Culturel Français Freiburg)
  • italienisches Kino (in Zusammenarbeit mit casa di cultura italiano)
  • KINO EXTREM („überschreitet Grenzen...“)
  • Freiburger Fenster: Freiburger Produktionen (immer mit Gästen)
  • PsychoanalytikerInnen stellen Filme vor (1-2monatlich)
  • HörBar für Literatur und Radiokunst
jährlich:
  • Großveranstaltungen (z.B. im Theater Freiburg, E-Werk u.ä.)
  • Begleitprogramm zum Freiburger Ferienpass (in Zusammenarbeit mit dem Sozial- und Jugendamt der Stadt Freiburg)
  • Kinderprogramm zum Lirum-Larum-Lesefest (in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg)
  • Freiburger Lesbenfilmtage (Veranstaltung der „Freiburger Lesbenfilmtage e.V.“)
  • Freiburger SchülerFilmForum (Veranstaltung des Arbeitskreises „SchülerFilmForum“ / Medienwerkstatt Freiburg)
  • Cine Latino – Festival des lateinamerikanischen Films
zweijährlich (ungerade Jahre):
  • freiburger film forum
    eine internationale Filmwoche mit Spiel- und Dokumentarfilmen zu Schwerpunktthemen und aktuellen Filmen aus Afrika, Amerika, Asien, Ozeanien

Bei all dem ist kommunale Filmarbeit mehr als das „Abspielen“ von Filmen. Es werden Zusammenhänge hergestellt, in vielen Präsentationsformen wird über eine übliche Filmvorführung hinausgegangen (z.B. Stummfilm mit Livemusik) und es werden Gelegenheiten geboten zu einer weitergehenden Auseinandersetzung mit dem Medium: Einführungen, häufig Vorstellungen in Anwesenheit der RegisseurInnen oder anderer Beteiligter, Vorträge und Gesprächsrunden, Podiumsdiskussionen, Seminare, Ausstellungen zu Filmreihen, Workshops und Kinderfilmnachbereitungen. Undenkbar wäre diese gesamte Kulturarbeit ohne das Raumensemble des Alten Wiehrebahnhofs. Im technisch und atmosphärisch gut ausgestatteten Kinosaal kann Film intensiv erfahren werden. Die Galerie ist Ort vielfältiger Begleitveranstaltungen, das Café ist verbindendes Element und Kommunikationsort.

Unter der Trägerschaft des Kommunalen Kinos, aber mit eigenem Etat und eigener Leitung, steht das zweijährliche „freiburger film forum“. Was 1985 als Festival des ethnografischen Films begann, hat sich zu einem der bedeutendsten Foren für den interkulturellen Dialog entwickelt und gehört zu den angesehensten Filmveranstaltungen dieser Art in Europa. Der Werkstattcharakter und die überschaubare Größe dieses Festivals mit Dokumentar- und Spielfilmen aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien verleihen ihm seine besondere Intensität und ermöglichen Diskussionen, die es für Regisseure aus aller Welt attraktiv machen.

Das Kommunale Kino ist ein eingetragener Verein, als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zur Hälfte aus Eigenmitteln (Eintrittsgeldern, sonstigen Umsatzerlösen, Spenden, Fördermitgliedern und Kostenbeteiligungen von Kooperationspartnern). Der Rest des Etats besteht aus Zuschüssen der Stadt Freiburg, der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und projektbezogenen Mitteln von anderen öffentlichen Stellen. Über das Programm berät der zweiwöchentlich tagende Programmausschuss. Fünf Festangestellte auf Teilzeitstellen, etliche Honorar- und Aushilfskräfte und viel ehrenamtliches Engagement gewährleisten eine professionelle Organisation.

Über die eigentliche Programmarbeit hinaus hat das Kommunale Kino auch Multiplikator- und Anschubfunktion: Es berät andere Initiativen und stellt seine Archive und Räume zur Verfügung, ist Ansprechpartner für junge Filmemacher und damit oft der Platz für eine erste öffentliche Präsentation von Nachwuchswerken. Das Kommunale Kino arbeitet im Verbund mit anderen Kinos (Bundesverband / Landesverband der Kommunalen Kinos, Bundesverband Jugend und Film) und genießt einen sehr guten überregionalen Ruf als beispielhaftes Kommunales Kino.

Preise
Seit 2005 wurden wir jedes Jahr im Rahmen des Kinopreises des Kinematheksverbunds ausgezeichnet. Den ersten Preis erhielten wir 2005, 2007, 2008 und 2010.