Italienisches Kino

GOLDEN DOOR - NUOVOMONDO

Reihe: Italienisches Kino
Regie: Emanuele Crialese | Buch: Emanuele Crialese | mit: Charlotte Gainsbourg, Vincenzo Amato, Aurora Quattrocchi, Francesco Casisa u.a.
Italien/Frankreich 2006 | OmU | 118 Min.
Sizilien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Bauernfamilie Mancuso bestellt seit Generationen dasselbe karge Land. Der Alltag ist hart, sie träumen von der Neuen Welt, Amerika, wo es Kartoffeln so groß wie Kutschen, Karotten so lang wie Kanus und Bäume, auf denen Goldmünzen wachsen, geben soll. Eines Tagestrifft die Familie die Entscheidung, ein neues Leben in Amerika zu beginnen.
„Golden Door“ spiegelt ein wichtiges Geschichtskapitel, das gerade angesichts der vielen Bootsflüchtlinge aus Afrika, die übers Mittelmeer nach Italien wollen, oder der Migranten aus Lateinamerika, die in die USA streben, pikante Parallelen zu gegenwärtigen Phänomenen aufzeigt. Allein zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg wanderten fünf Millionen Süditaliener, meist arme Bauern, nach Amerika aus, was einem Drittel der damaligen Bevölkerung entsprach. Die Hoffnungen auf ein besseres Leben kollidierten allerdings mit der restriktiven Einwanderungspolitik der USA: Kranke, Analphabeten, geistig Behinderte, politisch Radikale und Vorbestrafte wurden abgewiesen und in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt.
Crialese, der auch das Buch schrieb, verzichtet trotz dieser eindeutigen politischen Implikationen auf vordergründige Polemik, sondern entfaltet mit eindrucksvollen Bildern ein unsentimentales, aber durchaus bewegendes Emigrantendrama, das den harten Kontrast zwischen der sizilianischen Archaik und der amerikanischen Modernität prägnant herausarbeitet.
In Kooperation mit Centro Culturale Italiano Freiburg.