TABU
Am 29.11.98 um 22.00 Uhr
Im Kommunalen Kino

Das Mädchen Reri auf der Südseeinsel Tahiti wird unvermittelt aus ihren Jugendträumen gerissen und für das Amt der Priesterin bestimmt. Das ihr auferlegte Tabu wird ihr zum Verhängnis, als sich ein junger Mann in sie verliebt... Das Regiegespann Murnau und Flaherty waren vom Zauber der Südsee mehr als angetan. Sie schufen mit unvergleichlichen Bildern eine melodramatische Parabel vom verlorenen Paradies.
Violeta Dinescus Musik schafft einen adäquaten Ausdruck für die innerliche Poesie der Filmerzählung: "Murnaus Film TABU wirkte auf mich wie ein Musikstück. Als ich ihn stumm anschaute, entdeckte ich Leitmotive und melodische Stränge, die man verfolgen kann. Mich faszinierte diese hörbare Wirkung des Films. Meiner Aufgabe, eine Begleitkomposition zu schreiben, suchte ich insofern gerecht zu werden, daß ich für den innerlich-poetischen, ja schmerzvollen Klang der Filmerzählung einen adäquaten Ausdruck schaffte. Um der differenzierten Struktur des Films Kontur zu geben, galt es zunächst, ein Netz von Synchronpunkten zu knüpfen, das Bild und Klang zur idealen Einheit bindet.
Die Form der Komposition erwuchs aus dem Handlungsschema. Das musikalische Material, nach diversen Parametern kontrolliert und geordnet, wird durch verschiedene Prozesse im Sinne der Erzählung verwandelt oder entwickelt. Dabei wird die Handlung mal paraphrasiert, mal kontrapunktiert. Schließlich kann man Korrespondenzen der Klangelemente entdecken, die den musikalischen Kommentar dieses fast mythologischen Stoffes beleben." (Violeta Dinescu)
USA 1929/30, 84 Min. Regie: Friedrich Wilhelm Murnau; Buch: F. W. Murnau und Robert J. Flaherty; Kamera: Floyd Crosby; Musik: Violeta Dinescu; mit Anne Chevalier, Matahi, Hitu, Jean, Jules, Kong; Aufzeichnung ZDF/arte 7.4.1995; ensemble KONTRASTE unter der musikalischen Leitung von Frank Strobel
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