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Internationale Filmfestspiele Berlin / Internationales Forum des Jungen Films

20 Jahre Caligari-Preis des Bundesverbandes Kommunale Filmarbeit

Während der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2005 vom 10. bis 20. Februar vergibt der Bundesverband kommunale Filmarbeit zum 20. Mal den »Caligari Filmpreis«. Er ist für einen stilistisch und thematisch innovativen Film aus dem Programm des »Internationalen Forum des Jungen Films« bestimmt. Der Bundesverband kommunale Filmarbeit als Dachorganisation der Kommunalen Kinos will damit auch die Bedeutung dieser Sektion der Filmfestspiele für die kulturelle Kinoarbeit würdigen. Während wir als Kinomacher großteils in Berlin sind, wollen wir unserem Freiburger Publikum einige der Preisträger der vergangenen Jahre (noch einmal) präsentieren. Es fügt sich dabei, dass Béla Tarr (SÁTÁNTÁNGÓ) in diesen Tagen der »Andrzej Wajda Freedom Preis 2005« der American Cinema Foundation überreicht wird. Er gehört zu jenen Regisseuren des europäischen Kinos, die den Horizont der Kinematographie entscheidend erweitert und ein neues Repertoire der filmischen Ausdrucksmittel entwickelt haben. Der lange Abend mit SÁTÁNTÁNGÓ am Samstag, 12. Februar, ist mit Sicherheit ein Ereignis in diesem Monatsprogramm.

Complaints of a Dutiful Daugther · Madagascar · Satanstango · Ein Glückstag

 


 

 

Preisträger 1995:

Complaints of a Dutiful Daugther

| Regie: Deborah Hoffmann | Kamera: F. Reid | Musik: M. Watkins

| USA 1994 | OmU | 44 Min. |

Complaints of a Dutiful Daugther

 

COMPLAINTS OF A DUTIFUL DAUGHTER handelt von den Problemen, Frustrationen und Widersprüchlichkeiten einer Tochter, deren Mutter die Alzheimer-Krankheit hat. Der Film verfolgt zwei simultane Entwicklungen: die verschiedenen Stadien der immer verwirrter wirkenden Mutter und die Versuche der Tochter, sie zu verstehen und ihr zu helfen – oft erfolglos. Der Film dokumentiert die Suche nach einer neuen Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die schließlich zu einer für beide befreienden Annahme der Situation führt. Und er erkundet auf schmerzliche und doch humorvolle Weise Familienstrukturen, Älterwerden und Veränderungen, die Bedeutung der Erinnerung und die Beharrlichkeit der Liebe.

| Do 10.02., 19.30 | Fr 11.02., 21.30 | So 13.02., 17.30 | Di 15.02., 19.30 |

 


 

 

Preisträger 1995:

Madagascar

| Regie: Fernando Pérez | Buch: M.A. Rodríguez | Kamera: R. Pérez Ureta

| Kuba 1994 | 50 Min. |

 

Ein Beziehungsproblem als Generationenkonflikt bildet den Angelpunkt in MADAGASCAR. Mutter und Tochter verstehen sich und die Welt nicht mehr – ein Desorientierung, die die Physikdozentin bis in die Träume verfolgt und die junge Frau in eine Traumwelt fliehen lässt: nur weit weg, eben nach Madagaskar. Sie befinden sich ständig im Aufbruch, aber die äußere Mobilität ist nur Flucht vor der inneren Verkrampfung.

| Do 10.02., 19.30 | Fr 11.02., 21.30 | So 13.02., 17.30 | Di 15.02., 19.30 |

 


 

 

Preisträger 1994:

Satanstango
Sátántángó

Regie: Béla Tarr | Buch: B. Tarr, L. Krasnahorkai | Kamera: G. Medvigy | mit M. Vig, I. Horvàth, E. Bók, P. Berling u.a.

| Ungarn 1991-93 | OmU | 450 Min. |

Satanstango

 

In dieser grandiosen Untergangsvision agieren die Ehepaare Schmidt, Kráner und Halics, der Doktor und der rebellische Futaki. Ihre Siedlung wurde aufgelöst, sie sind allein zurückgeblieben. Gefangen in ihrem Alltag, wissen sie nicht mehr weiter und verzehren sich nach einem neuen Leben, in das sie mit blinder Verzweiflung aufbrechen wollen. Doch dieser Aufbruch endet katastrophal. In einer düsteren Kaschemme, wo Spinnen ihr Unwesen treiben, warten sie auf ihren Retter, ihren Erlöser Irimiás. Er soll den Exodus aus ihrer Sklavenexistenz anführen, Irimiás, ein ehemaliger Dorfbewohner, ist aber nur ein kleiner Betrüger, der gerissen aus den Sehnsüchten dieser Leute Kapital schlägt...
Béla Tarrs SATANSTANGO zeichnet das düstere Bild eines irreparablen Verfalls. Sein opus magnum entwirft eine nicht nur ungarische Apokalypse. Die Hauptfiguren sind Untergeher. Ihr Leben ist aus allen Fugen geraten, der Schwung der Jugend einem monströsen Stumpfsinn gewichen. Der Aufbruch ist kein Exodus, er führt nur noch tiefer in die Sklaverei hinein. In regenverhangenen Schwarz-Weiss-Bildern entwirft Tarr den inneren Stillstand. Das Leben erstarrt zu einer endlosen Monotonie. Jeder ist sich selbst überlassen und der Trostlosigkeit, sich am Leben zu fühlen.

| Sa 12.02., 18.00 | In der Pause um 21.00 bieten wir gegen Aufpreis einen Imbiss oder ein Abendessen an.

 


 

 

Preisträger 2002:

Ein Glückstag
Un Día de Suerte

Regie: Sandra Gugliotta | Buch: S. Gugliotta, M. Schapces | Kamera: A. Iannuzzi | mit V. Bassi, Lola Berthet, F. Miras u.a.

| Argentinien 2002 | OmU | 94 Min. |

Ein Glückstag

 

Buenos Aires heute, inmitten sozialer Proteste gegen Arbeitslosigkeit, Verarmung und die Korruption der politischen Klasse. Die 25-jährige Elsa hält sich mit Gelegenheitsjobs mühsam über dem Wasser. Aber eigentlich will sie weg – wie Zehntausende von Argentiniern – vor der Hoffnungslosigkeit fliehen, möglichst weit weg, am liebsten nach Italien. Dort lebt der Typ, in den sie sich vor Jahren verliebte. Außerdem ist dies das Land ihrer Vorfahren. Der Großvater, ein italienischer Anarchist, der einst von Sizilien nach Argentinien auswanderte, weil er sich hier ein besseres Leben versprach, erzählt ihr viel davon und stärkt so ihr politisches Bewusstsein, aber auch ihren Traum von Italien. Mit ihren Freunden Laura, Walter und Toni zieht Elsa umher, immer auf der Suche nach einer Verdienstmöglichkeit, und sei es mit Schwarzhandel. Walter, mit dem sie eine Art Liebesbeziehung unterhält, findet schließlich den Weg, der ihr die Reise nach Europa ermöglicht. Doch Italien entpuppt sich nicht gerade als die Verwirklichung ihres Traums. Sandra Gugliotta ist mit ihrem Spielfilm-Debut ein Werk von hoher Realitätsdichte und unmittelbarem Bezug zur politischen und ökonomischen Katastrophe, die das Land durchlebt, gelungen. Sie verweist dabei in der Gestalt des alten Anarchisten auf politisch-ideelle Werte, die in der gegenwärtigen argentinischen Gesellschaft kaum noch eine Rolle spielen.

| Mi 16.02., 21.30 | Do 17.02., 19.30 | Sa 19.02., 17.30 |

 

 

 


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Zuletzt bearbeitet am 27.01.2005 © vivasoft 1997-2005 Schreib mal wieder info@vivasoft.de