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Mai 2003 |
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Faites vos jeuxRegie, Buch & Schnitt: Filmgruppe Chaos / A.K.A.S. e.V. (Boris Zaweah Ftentzel-Beyme, Karsten Weber, Lepke B., Martina Stache, Reinhard Bräuer, Er Es, Sebastian Schneidereit & Tim Peters); Musik: ACT (Frankreich), amoK (Hamburg), Arturas Bumsteinas (Littauen), Controlled Weirdness (London), Deadly Buda (USA), Der Müde Mann (Kiel), Didgemaster Philth (Australien), Ulrich Schnauss (etheral 77) (Berlin), Flexible (Edinburgh), Haax (Kiel), Hänt (Polen), Hänt (Hamburg), Heimkind (Hamburg), Lepke B. (London), Lukasz Szankiewicz (Polen), Serhat Koksal (Istanbul), Toshihira Hiraoka (Japan), Voodoo Muzak (Frankreich)& Xyramat (Hamburg); mit John Wayne, George W. Bush, Sylvester Stallon, u. v. a. m.
Die Montage entstand auf S-VHS, DV und am Computer, wobei die Chaos-Filmer getreu ihrem Trash-Konzept "besonders billige Video-Trick-Mixer und Freeware-Computerprogramme" einsetzten, doch um die Sache noch weiterzutreiben wurde das Bildmaterial an 18 Elektro Avantgarde-Musiker aus der halben Welt weitergreicht die jeweils rund vier Minuten vertonten. Da aber all dies noch keinen Grund ergibt daraus einen Kinofilm herzustellen, wurde der Spieß umgedreht. Während immer mehr auf Video drehen oder als Endmaterial Elektronische und Digitale Trägermaterial den Vorzug geben hat Chaos das ganze auf 16mm Filmmaterial kopiert. Mit Filzstift und Kratzer sowie mit Chemikalien und so weiter wurde die Oberfläche des Filmbildes bearbeitet um am Ende ein Werk zu vollenden, das wie wenige, alle Möglichkeiten der heutigen Bildgestaltung verwendet, soweit sie im No-Budget bereich realisierbar sind. Weitere Informationen - über den Film, die Filmgruppe sowie die Diskussion über Copyright - sind unter www.filmgruppe-chaos.de zu finden. Wie einige Elektromusiker gehört auch die Filmgruppe Chaos zur Bewegung der Copyright Violation Squad. Reisen ins Herzen der FinsternisA MOVIEvon Bruce Conner USA 1958; 12 Min. C´MON BABY(Danke Schön) von Sharon Sandusky USA 1988; 12 Min. KISANGANI DIARYRegie, Kamera & Schnitt: Hubert Sauper; Musik: Z. Varkony F/A 1997; 45 Min. KISANGANI DIARY von Hubert Sauper gehört zu den Meisterwerken, die einen fassungslos zurücklassen. Weit weg von herkömmlichen Fernsehberichterstattungen und spekulationssüchtigen reality Fernsehdokus zeigt der Film die Ohnmacht eines Hilfszuges der UNO und ihre Arbeit in Kisangani drei Jahre nach dem Bürgerkrieg in Ruanda. Über 80.000 Menschen aus dem Volk der Hutu sind am Rande des Hungertods. 25.000 können evakuiert werden, dann kommen die Soldaten des neuen Regierungschefs Laurent Kabila und 55.000 Menschen verschwinden aus der Geschichte. Auf die Frage, weshalb Sauper diesen Film gedreht hat, antwortete er, das Wichtigste sei, mit diesen Bildern an die Ermordeten zu erinnern, das zumindest etwas von ihnen zurückbleibt. Der größte Teil der Menschen die in diesem Film zu sehen sind, lebte nicht mehr nach seiner Beendigung. Selten wurden für den Wahnsinn und die Grausamkeit des Menschen kraftvollere Bilder gefunden. Für Sauper ist dieser Film "seine Version" von HERZ DER FINSTERNIS, Joseph Conrads legendärem Roman von 1902. Wir stellen zwei Filme voran, die älteren Datums und nicht dasselbe Thema haben, aber auch mit Mitteln der Kunst über Zerstörrung und Massenwahn reflektieren. Als erstes der Klassiker A MOVIE von Bruce Conner der als ein Montagefilm mit slapstickhaften Belanglosigkeiten beginnt und immer mehr zu einer Groteske der Zerstörung wird. Als zweiten Film zeigen wir nochmals einen Found Footage Film um kollektiven Zerstörungswahn - am Beispiel von Lemmingen: Sharon Sanduskys C´MON BABY (DANKE SCHÖN). Di., 6.5., 19.30 mit Einführung durch Wolfgang Lehmann |
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